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Kolumne: Die Redaktion stellt vor: unsere Geheimtipps

Tjark Michael Wewetzer, am 20.11.2013, Seite 1 von 1

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"Bitte was? Romantik? Was soll denn der gestandene Zocker mit dem Kram? Dafür spiele ich doch keine Videospiele!" "Dating Sims? Das ist doch nur was für nerdige Japaner!" Zahlreiche westliche Publisher glauben wohl, dass der gemeine Durchschnittsspieler mit solchen Gedanken in seinem Kopf jongliert. Anders können wir uns nicht erklären, dass wir bislang relativ wenige Visual Novels mit Romantik-Einschlag in unserer Gegend erwerben können. Okay, die aufwändige und teure Übersetzung wäre ein weiterer Grund. Aber mit irgendwas muss man doch die Leute ködern können. Irgendeine zündende Idee. Etwas Knalliges. Etwas leicht Abgedrehtes. Hey, das ist doch mal 'ne Bombenidee: Wie wäre es mit Sweet Fuse: At Your Side? Aksys Games hat sich diesen kuriosen Otome-Titel geschnappt und kurzerhand im Westen veröffentlicht – dank PSN-Store sogar in Europa. Warum es eure wertvolle Zeit wert sein soll? Wo soll ich nur anfangen...

Eine wilde und explosive Abenteuer
Zuerst einmal klären wir den genannten "Otome"-Begriff, der einigen von euch sicherlich wenig sagt. Dahinter verbirgt sich weniger ein Genre als die Zielgruppen-Bezeichnung: Spiele dieser Kategorie richten sich nämlich primär an weibliche Zocker und sind nicht selten Visual Novels. Und natürlich gibt es viele romantische Elemente in diesen Titeln. Jetzt dürfte vielleicht dem ein oder anderen aufmerksamen Leser aufgefallen sein, dass es sich beim Autor dieses Artikels A) um einen Kerl handelt, der B) mit Romantik nicht viel am Hut hat. Und doch konnte Sweet Fuse mein Interesse wecken. Wie das Kunststück vollbracht wurde? Schaut euch doch einfach die Spielbeschreibung im PSN-Store an!

"Sweet Fuse: At Your Side ist eine Visual Novel / otome Spiel für die PSP™ (PlayStation®Portable)-System. Entwickelt von der Idea Factory und Otomate Studio, Sweet Fuse: At Your Side verfügt über eine exzentrische Besetzung, spannenden Puzzle-Mechanik und zahlreiche einzigartige Geschichte Segmente. Machen Sie sich bereit für eine wilde und explosive Abenteuer!

Saki Inafune, Nichte des legendären Spiele-Entwickler Keiji Inafune, kann nicht warten, um ihres Onkels neue Themenpark besuchen. Als Graf Hogstein bläst dem Riesenrad und jeder nimmt Geiseln, um Saki Freiwilligen einer der Teilnehmer in Hogstein Partien sein. Sie wird gerissen, Entschlossenheit und außergewöhnlichen Einblick in jeder Flucht zu helfen!"


Alle Klarheiten beseitigt?

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Der Vergnügungspark der Verdammnis
Aber kommen wir doch mal lieber auf das zu sprechen, was in dem Spiel wirklich vorgeht – in einer verständlicheren Ausdrucksform, versteht sich. Bei Sweet Fuse schlüpft ihr in die Rolle von Saki Inafune, der fiktiven Nichte von Keiji Inafune (jepp, der Mega Man-Schöpfer), die der Eröffnung eines neuen Freizeitparks ihres Onkels beiwohnt. Dummerweise wird der Park, dessen Attraktionen an diverse Videospiele wie Mario Kart und Co. angelehnt sind, von einem wortwörtlichen Schwein namens Graf Hogstein überfallen, zahlreiche wichtige Persönlichkeiten – inklusive Mr. Inafune himself – als Geiseln einkassiert und Saki muss nun zusammen mit sechs Männern sieben teuflische Spiele überstehen, an deren Ende entweder der Tod aller anwesenden Gäste oder die Freilassung ebendieser steht. So weit, so klischeehaft.

Auch bei den Charakteren haben sich die Entwickler an bekannten Mustern orientiert. Ryusei Mitarashi etwa vermittelt sofort den Eindruck des typischen Bad Boys der Gruppe, Subaru Shidou ist ein kühler Cop, Towa Wakasa ein Teenie-Idol wie aus dem Bilderbuch und Journalist Ayumu Shirabe derartig schroff, dass man ihn schon wieder liebhaben muss. In allerbester Visual-Novel- und Romantik-Tradition lernt ihr nach und nach andere Seiten eurer Gefährten kennen, einige davon sogar nur, wenn ihr euch praktisch direkt an sie ranmacht.

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Get mad.
Und wie wird das erledigt? Ganz wie wir es vom Genre kennen: An bestimmten Punkten müsst ihr Entscheidungen fällen, mit denen ihr euch bei bestimmten Personen beliebt machen könnt. Möglichkeiten dafür gibt es zwar leider nicht so viele wie man es gerne hätte, aber doch genug, um für eine ganze Reihe unterschiedlicher Story-Zweige zu sorgen. Und damit meine ich wirklich unterschiedlich. Die ersten paar Ingame-Tage sind zwar bei allen Pfaden weitestgehend identisch, der Rest hängt jedoch von eurem Partner ab. Das spornt ungemein zu erneuten Durchläufen an, vor allem da ihr nach dem einmaligen Abschluss des Spiels – egal, an welchen Akteur ihr euch ranschmeißt – noch viele Fragen offen bleiben, die sich erst auf anderen Wegen klären.

Ebenfalls eine Besonderheit von Sweet Fuse: Die extrem poppige Aufmachung und die teils extrem abstrusen Situationen, in die ihr hier hineingeratet. Das fängt alleine schon beim Antagonisten an, der als schwarzes Schwein mit einer Zigarre in der Schnauze und einer stylischen Brille auf der Nase auftritt. Auch die Fallen, in die ihr regelmäßig hineingeratet, wissen durch Einfallsreichtum zu überzeugen. Und immer wieder für einen Lacher gut: Situationen, in denen Saki der Kragen platzt. Dann habt ihr nämlich die Option, wütend zu werden oder euren Zorn im Zaum zu halten. Lasst es mich so sagen: Es gibt nur seeeeehr wenige, wenn nicht sogar praktisch keine Situation im Spiel, in der euch der Wutausbruch ins Aus befördert oder keine extrem lustige Folgeszene nach sich zieht.

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Noch mehr vom Spiel zu verraten, würde aber den Reiz der Visual Novel mildern. Bevor ich euch hier nun alle Einzelheiten aufzähle, rate ich viel lieber dazu, selbst Hand anzulegen. Wer nach Virtue's Last Reward ein (weitestgehend) ernsthaftes Abenteuer mit soliden Rätseln und einer wendungsreichen Handlung sucht, geht hier vielleicht eher enttäuscht raus. Sollte es euch aber nach einem leicht abgedrehten Trip mit einem ungewöhnlichen Antagonisten und kleinen Romanzen dürsten, seid ihr bei Sweet Fuse: At Your Side eindeutig an der richtigen Adresse. Das Spiel hat einfach – pardon – Herz und glänzt durch das gute, übersetzte Skript von Aksys Games, welches gut zwischen Humor und Dramatik zu jonglieren weiß. Einziger Nachteil für deutsche Zocker: Es ist natürlich alles komplett in englischer Sprache. Stört euch das nicht und ihr kriegt beim Gedanken daran, ein Romance Game für Mädchen zu spielen, keinen Ausschlag, dann gönnt euch den Download.

Saki x Shirabe OTP: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

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5 Kommentare

profil 34 comments
[20.11.2013 - 20:37 Uhr]
mrscookie13 Lisa Spitzer
Muahaha, passend, dass ich mir das gestern gekauft habe. :D Weil ich vorher noch kein PSP-Spiel auf der Vita gespielt habe, ist die Grafik natürlich ... gewöhnungsbedürftig. Aber bis jetzt ist das Spiel wirklich super. :3 Und Shirabe ist ja wohl der Beste! xD
profil 1005 comments
[20.11.2013 - 20:51 Uhr]
Xelyna:
Ich hab doch nicht genug geld für die ganzen PSP und Vita spiele :/
profil 966 comments
[20.11.2013 - 23:56 Uhr]
SethSteiner:
Eines der größten Probleme in der Mangawelt ist wohl diese Beschränkung auf "Für Mädchen" und "Für Jungen". Dadurch bildeten sich direkt Märkte, die sich durch 0 Entwicklung und einer elendigen Wiederholung von Themen auszeichneten und natürlich gab es kaum Berührungspunkte dazwischen, weil ein Junge spielt das nicht! Oder ein Mädchen macht das nicht!

Dabei würde ich sogar gern irgendwelchen Quatsch in die Romantik Richtung lesen, wenn der Quatsch denn wenigstens originell wäre! Im Hinblick auf diesen Titel, scheint es ja genau das zusein und ich werde mir das Spiel mal näher anschauen. Mit Englisch habe ich wenig Probleme, trotzdem schade dass Leute die das sehr wohl haben dann auf solche Titel verzichten müssen.
profil 324 comments
[21.11.2013 - 16:05 Uhr]
Levy:
@SethSteiner:
Naja, liegt im Auge des Betrachters, ich für meinen Teil gucke auch gerne Spice & Wolf, lese auch mal irgendwas im Romance Genre - genauso kenne ich auch Mädchen, welche Elfen Lied, Soul Eater, Blood Lad etc. etc. lesen. Und ehrlich gesagt hab ich bei der riesigen Auswahl an Mangas nie wirklich das Problem, etwas "außergewöhnliches" zu finden, was nicht immer nach dem altbekannten Prinzip ab läuft.

Zum Thema: Klingt eigentlich ganz interessant, werd's wohl nach Zelda mal spielen.
profil 966 comments
[22.11.2013 - 17:23 Uhr]
SethSteiner:
Die Auswahl an Mangas ist wirklich riesig aber gerade in Deutschland ist lange Zeit sehr wenig in anderen Genres erschienen. Der Blick in die Neu-Erscheinungen war da schon erschreckend, die Hälfte von allem hat dann ein einziges Genre ausgemacht, in welchem unglaublich viel Wiederholung stattfand. Spice & Wolf ist wirklich schön aber ich denke alle würden profitieren, würde man sich vom Zielgruppengedanken verabschieden und so freier Elemente aus verschiedenen Genres mischen, ohne dass bereits die Klassifizierung abschreckt, weil "ich bin XY das steht mir nicht!". Ich kann mir vorstellen, dass es da im japanischen Raum für die Konsumenten schwerer noch ist als im Westen, wo vermutlich genug nicht mal wissen was Shonen, Shojo und Co. ist. Aber zum Glück finden sich immer wieder, Medienübergreifend, dann Perlen zwischen den ganzen Standards aber wenn man erst Mal abgeschreckt ist, brauchts für manchen (wie mich) Nachrichten wie diese um diese dann auch zu finden.
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