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Kolumne: Liebe für die Ungeliebten - Unsere liebsten Spiele mit schlechtem Ruf

PortableGaming-Redaktion, am 14.02.2016, Seite 1 von 1

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Als wir das letzte Mal auf geschmackliche Unterschiede zwischen unseren Meinungsbildern und denen der großen weiten Welt da draußen auseinandergesetzt haben, sprachen wir noch über beliebte Spiele, mit denen wir nichts anfangen können. Doch seien wir mal ehrlich: Auf populäre Dinge draufhauen kann jeder. Und Negativität gibt's doch eigentlich ohnehin schon mehr als genug im Internet. Von daher wollen wir, passend zum heutigen Valentinstag, den Spieß umdrehen.

Denn ebenso wie nicht jeder von uns auf alle Blockbuster und Superhits der Spielebranche steht, haben wir so einige mäßige bis miese Titel, die wir eigentlich ziemlich gerne gespielt haben. Und das jetzt nicht unbedingt aus jugendlichem Unsinn - denn als Kind haben wir sicherlich alle schon mal mit Spielen Spaß gehabt, deren eigentliche Qualität uns später einen Schauer über den Rücken laufen lässt - sondern tatsächlich auch heute noch aus voller, ernsthafter Freude. Wir wollen euch in diesem Artikel dementsprechend eine Hand voll dieser vielgescholtenen Zielscheiben vorstellen und zeigen, warum wir sie trotz aller Fehler lieben.



Altin Bujupaj [Ailtin] schleicht sich durch jedes (gleiche) Schloss:
Tenchu Z


Einer der womöglich exotischeren Titel auf der Xbox 360 ist kein geringerer als das einzige Tenchu-Spiel (nein, Tenchu 4 und Shadow Assault existieren nicht!) der siebten Konsolengeneration: Tenchu Z. Und wie diverse Vorgänger der Reihe wurde das Spiel seitens der Reviewer nicht allzu sehr gemocht. Das Gameplay fühle sich sehr happig an, die Grafik sei nicht der Hammer und die Story nicht so fesselnd wie, sagen wir Halo 3, welches im gleichen Jahr erschienen ist. Und trotz dieser Kritik gelang es mir einige Monate später, an eine 360 ranzukommen und das Spiel auszuprobieren. Das Resultat: Es war unglaublich spaßig!

Vorab gestaltet ihr in Tenchu Z euren eigenen Ninja, zieht also nicht mit Ayame, Tesshu oder Rikimaru los, obgleich Letzterer ganz kurz zu Anfang erscheint. Zugegebenermaßen war die Grafik nicht wirklich überragend, aber war sie dennoch für ihre Zeit mehr als zufriedenstellend. Wie für die Reihe üblich führt ihr in Tenchu Z zahlreiche Aufträge aus. Diese können von „Ermorde diesen General“ bis hin zu „Finde dieses Artefakt im Schloss“ reichen. Mit zahlreichen Items und Gadgets könnt ihr eure Feinde ausschalten oder ablenken. Anders als in den Vorgängern fühlt sich das Spiel aber deutlich flüssiger und besser an - in den PS2-Spielen kam es einem manchmal so vor, als würden die Ninjas auf Glatteis laufen. Die Takedowns sind vielfältig und sehen super aus, und mit verschiedenen Möglichkeiten wie ihr eure Feinde ausschaltet, bleibt der Spielspaß auch erhalten. Dann gibt es auch noch die Secret Arts. Diese reichen von superschnellem Laufen bis hin zu Izuna Drops und geben eurem Charakter noch mehr Tiefgang.

Tenchu Z war nie als ein Nachfolger von Tenchu: Fatal Shadows vorgesehen. Es hatte weder einen wirklichen Storystrang noch die altbekannten Charaktere. In Tenchu Z hat der Spieler seinen eigenen Assassinen gestaltet, ihn mit Fertigkeitspunkten so kreiert wie man es wollte und dann in den Multiplayer geschickt und mit drei anderen Kollegen in diversen Missionen ziehen lassen. Der Multiplayer ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das beste Feature im Spiel: Stellt euch vor, ihr spielt mit drei weiteren Kollegen auf einer Karte und plant sorgfältig euer perfektes Attentat. Ich wage es kaum zu sagen, aber Tenchu Z hat das geschafft, wofür die Assassin's Creed-Reihe sieben Jahre und sieben Spiele brauchte! Wer also noch eine 360 bei sich hat und schon immer sehen wollte, wie Tenchu mit Multiplayer aussehen würde, dem kann ich das Spiel nur ans Herz legen!


Nicola Hahn [501.legion] spielt weiter den tapferen Feuerwehrmann für…
Emergency 5


50 Euro habe ich für die Vorbestellung von Emergency 5 ausgegeben. Neben dem 3DS war dies meine bisher einzige Vorbestellung und ich habe mir einiges von dem Spiel versprochen: Als direkter Nachfolger von Emergency 4 hat der Entwickler große Erwartungen zu erfüllen, denn besagtes Spiel gilt sogar immer noch als der beste Rettungssimulator, der auch im Multiplayer und mit Mods noch heute viel Spaß macht und von den Spielern einiges an Micromanagement abverlangt. Leider ist die Technik des Spiels, das 2006 erschienen ist, inzwischen veraltet. Und auch wenn zwischen dem vierten und fünften Teil auch einige Spin-Offs erschienen sind, konnte bisher keines die Qualität des vierten erreichen.

Selbst Emergency 5 konnte letztendlich die Fans nicht überzeugen: Angefangen mit einer verspäteten Steam-Version und Performance-Problemen zum Release, mussten die Fans auch lange ohne offizieller Mod-Unterstützung und so mit unzähligen Bugs leben, die manches Level unspielbar machten. Auch die Wegfindung der KI, die in einem Rettungssimulator ein wichtiger Bestandteil ist, versagt oft - besonder ärgerlich, wenn dann der Patient verstirbt während der Arzt noch fleißig zum dritten Mal um ein Gebäude rennt. Man mag jetzt dem Entwickler Quadriga Games den schwarzen Peter zuschieben, denn dieser hat alle Spin-Offs, die Smartphone-Umsetzungen und auch den fünften Teil der Serie zu verantworten. Die vorherigen Teile wurden stattdessen von Sixteen Tons Entertainment entwickelt.

Aber so ganz abscheulich ist Emergency 5 nun auch wieder nicht: Der Entwickler konnte mit den letzten Spielen viel Feedback sammeln und sich so langsam an das Niveau der Vorgänger-Teile annähern. Das gute alte Emergency-Feeling ist wieder da und es macht mit den vielen Bugfixes und der Mod-API, die in den letzten beiden Jahren erschienen sind, endlich Spaß die Kampagne zu spielen. Leider hat sich die Community inzwischen vom fünften Teil abgewendet und es sind deshalb recht wenig Mods vorhanden. Damit bewegt sich der Entwickler nun wieder in Richtung der Spin-Offs: Im Oktober 2015 wurde Emergency 5 aus dem Steam Store genommen und stattdessen Emergency 2016 zum Verkauf angeboten, das eigentlich nur ein DLC für das Hauptspiel ist und jetzt als Standalone und für den Vollpreis angeboten wird. Das hat zur Folge, dass auch sämtliche Updates nur noch für den neusten Teil der Serie erscheinen und die Emergency 5-Besitzer ab jetzt leider nicht mehr Patches erhalten. Schade um das Potential!


Sebastian Mauch [Paneka] führt den Mausverschleiß in neue Dimensionen:
Clicker Heroes


Free-to-play vermutet man ja gewohntermaßen eher auf mobilen Plattformen wie Android und iOS, aber auch auf der Vertriebsplattform Steam für den PC gibt es einiges an Gratiszeug. Doch besonders bei solchen Titeln geht die meist sehr anspruchsvolle Community besonders skeptisch heran. Das kann diverse Gründe haben. Zum einen gibt es dort oft haufenweise Mikrotranaktionen, wovon einige mitunter auch nervige Vorteile bringen – gerade in kostenlosen Multiplayerspielen oft ein No-go. Gott sei Dank ist Clicker Heroes ein Spiel, das man fast ausschließlich (abseits der Clans) allein spielt.

Wie der Name schon andeutet muss man ziemlich viel Klicken - und zwar auf ein animiertes Sprite eines Monsters, nicht mehr und nicht weniger. Besiegte Gegner lassen Gold fallen, womit man wiederum seinen Schaden erhöhen kann. Entweder legt man seine Ausgaben in den direkten Klickschaden, oder aber man levelt diverse Helden auf. Diese kann man als „passive Fähigkeiten“ verstehen, die permanent Schaden austeilen. Alle paar Stages muss man sich dann auf einen Boss gefasst machen, der freilich ein wenig mehr wegsteckt als die sonstigen Schergen. Spätestens da muss man auch die aktiven Skills mit zur Hilfe nehmen. Dieses ganze Geklicke und Gelevele geht schon nach kurzen fünf Minuten in reinste Routine über und dann ist man erfolgreich angefixt.

Genau deswegen gibt es auch massenhaft negative Wertungen im Steam-Store, oder besser gesagt, Warnungen. Die Rezensenten haben nämlich nicht selten mehrere hundert Spielstunden auf dem Buckel und wollen vermeintliche Spieler auf die akute Suchtgefahr hinweisen. Ich kann das persönlich voll unterschreiben, doch genau deswegen mag ich das Spiel. Es ist nur am Spieler selbst, irgendwann die Kurve zu kriegen und aufzuhören. Dann ist Clicker Heroes echt ein super Spiel für nebenbei oder um Langeweile zu vertreiben, und das obwohl es immer und immer wieder das Gleiche ist. Während man genüsslich ein paar Youtube Videos konsumiert, klickt man sich nebenbei schön ein paar Münzen zusammen und levelt seine Helden auf. Irgendwann jongliert man dann mit abartig hohen Zahlen (etwa 2e+13), verliert komplett den Überblick und klickt trotzdem weiter - einfach genial…


Alexander Schneider [Gardevoir ex] liebt die finsteren Straßen des viktorianischen London:
The Order: 1886


Fraglos hat der Exklusivtitel The Order: 1886 die PS4-Spielergemeinde gespalten, wie es kaum einem Spiel zuvor gelungen ist - die epische Reise ins London des viktorianischen Zeitalters liefert zahlreiche Anregungen für hitzige Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten. Doch kommen wir zuerst zum Inhalt der Geschichte, welche mich maßgeblich zum Kauf des Triple A-Spektakels bewogen hat. The Order: 1886 hat keinesfalls den Anspruch, historische Begebenheiten authentisch und wahrheitsgetreu wiederzugeben, stattdessen wird eine phantastische, mitunter sehr faszinierende Story erzählt, die den Spieler von Anfang an und bis zum Schluss in den Bann zieht. Man schlüpft in die Rolle des erfahrenen Fährtenlesers und Jägers Sir Galahad - seines Zeichens ranghohes Mitglied des örtlichen Elite-Ritterordens. Und wie die verworrenen Umstände schon andeuten, gerät man ohne Umschweife in den Lauf eines Krieges, der schon seit Jahrhunderten wütet! Doch stellen sich einem im Spielverlauf nicht nur menschliche Gegner, sondern auch übernatürliche Wesen - die Halbblüter - entgegen, und eben diese Gefahr soll der Ritterorden ein für alle Mal bannen. Ein ganz schön mächtiger Gegner, könnte man meinen, doch behelfen sich die Kriegers des Ordens mit dem sogenannten Schwarzwasser, welches ihre Wunden heilt und sogar ihre Lebensdauer verlängert. Im ewigen Kampf gegen das Böse stehen Galahad treue Gefährten wie Isabeau D’Argyll, Marquis de Lafayette und Sebastian Malory zur Seite, auch wenn sich im Laufe der Zeit so manche Freundschaft als trügerisch erweisen wird. In der Tat sind überraschende Wendungen eine der größten Stärken der in cineastischen Zwischensequenzen inszenierten Story - wer sich also bereits im Vorfeld darüber im Klaren ist, dass ihn eher ein filmisch geprägtes Action-Adventure erwartet als ein forderndes Vergnügen, in dem es vor allem auf die Fähigkeiten des Spielers ankommt, der kann mit The Order: 1886 nicht allzu viel falsch machen.

Ich gebe es gerne zu: Die überragende, wirklich überragende, optische Darstellung - kurz: Grafik - hat mich schon von der ersten Cutscene an und selbstverständlich auch im Erleben der Spielwelt absolut umgehauen. Bei aller Kritik an diesem Werk aus dem Hause Ready at Dawn übertreibe ich nicht, wenn ich behaupte, dass es sich hier um den Titel handelt, der mich bis dato und im Verlaufe meines ganzen Lebens rein visuell am meisten und nachhaltigsten beeindruckt hat. Glasklar, brillant und stechend scharf - ein grafisches Meisterwerk und schön wie ein Gemälde. Allein der Blick auf prominente Wahrzeichen wie den Palast von Westminster ist es wert! Wer einmal die gewaltigen Luftschiffe, die sich dem Steampunk-Stil des Titels perfekt anpassen, das riesige U-Bahn-System Londons oder die kreativ gestalteten Waffen erblickt, der kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Würde man bereits an dieser Stelle ein Fazit ziehen können, dann würde dabei wohl eine Wertung jenseits der 90% herauskommen. Leider weit gefehlt… Für viele Käufer steuert man viel zu schnell auf das Ende der Geschichte zu - mehr als 10 Stunden Spieldauer darf man hier nicht erwarten. Auch die viel zu lineare Gestaltung der Spielabschnitte stößt sauer auf, immerhin verhindert sie weitreichende Erkundungstouren durch die englische Hauptstadt, die trotz alledem sehr viel Zauber versprüht. Wiegt man die positiven Aspekte und die Kritikpunkte allerdings gegeneinander auf, dann muss ich sagen, dass mir die teils vernichtende Kritik an The Order: 1886 viel zu grundsätzlich und vehement war. Allein die herausragende Vertonung in Kombination mit der fesselnden Atmosphäre etwa in den beklemmenden Hallen einer Psychiatrie sorgt für ein packendes Spielerlebnis, das die Power der PS4 aus technischer Sicht voll und ganz ausreizt und mit einer durchweg ergreifenden Erzählweise punktet. Der ein oder andere Gamer mag unterfordert sein, mir aber ist The Order: 1886 bis heute in Erinnerung geblieben. Und das kann ich von vielen Spielen sowie Filmen nicht im Ansatz behaupten!


Denis Wewetzer [Azure] würde jeden Korridor durchqueren für…
Final Fantasy XIII


Dieses Jahr soll bereits Teil XV das Licht der Welt erblicken, also kann vermutlich niemand behaupten, dass es Final Fantasy nicht irgendwohin geschafft hat. Dennoch gab es natürlich hier und da so ein paar Stolpersteine. Doch seit langem hat kein Teil mehr so stark polarisiert wie Final Fantasy XIII. Mit dem Vorgänger, der sich viel mehr um die Welt als um die Charaktere kümmerte, wurde hier nun ein gänzlich anderer Versuch gewagt: Die Charaktere und deren Entwicklung spielen die Hauptrolle, während das ganze Drumherum eher nebenher erzählt wird. Doch das war für viele noch kein Grund, den Teil nicht zu mögen – viel mehr war es der Aufbau der Level und wie es in der Geschichte voranging. So bewegte man sich quasi von Korridor zu Korridor, nur um danach vielleicht in einer Halle einen Bosskampf auszufechten und von da aus in den nächsten Korridor zu gelangen.

Nennt mich offenherzig, aber das Spiel kann für mich noch so viele Korridore, kleine Gänge oder sonst was haben und ich werde es trotzdem für das lieben, was es ist. Das Kampfsystem hat sich in neue Züge gewagt und gefiel mir echt schnell. Die Umgebungen sind äußerst hübsch anzusehen, auch wenn es aus spielerischer Sicht nunmal auf ein schlichtes „nach vorne gehen“ hinauslief – und selbst das konnte ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr gesagt werden. Und dann sind da natürlich noch die Charaktere, die, wie vorher bereits erwähnt, den Hauptteil der Erzählung übernehmen und hier besonders im Fokus stehen.

Nun mag ich voreingenommen sein, da ich ein riesiger Fanboy von Lightning bin, aber es ist für mich einfach nur faszinierend anzusehen, wie man allein aus eigenem Antrieb versucht, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Es nicht hinzunehmen, wie es derzeit in der Welt läuft, und etwas dagegen zu unternehmen. Dem System so richtig eins auszuwischen und zu versuchen, die Wahrheit hinter dem Ganzen aufzudecken. Sich schlicht und ergreifend dagegen zu wehren, was andere für einen vorzugeben versuchen. In der Welt läuft nicht immer alles rund und wir bekommen auch nicht immer alles gesagt – manchmal aus guten Grund, manchmal aber auch einfach nur, weil wir es nicht hören sollen. Aber wenn man das Gefühl hat, etwas laufe nicht richtig, muss man das Herz in die Hand nehmen und etwas dagegen tun wollen. Und wenn es eben nur die kleinen Sachen sind. Wir können keine Götter niederzwingen oder ganze Systeme ins Chaos stürzen ohne die Konsequenzen nicht vorher ein wenig zu bedenken, aber wenn wir kleine Dinge verändern können, dann sollte es das wert sein. Und das ist eine Mentalität, die in diesem Spiel so gut übermittelt wird, dass ich es für immer ins Herz geschlossen habe.


Tjark Michael Wewetzer [Alanar] hat definitiv eine Schraube locker:
Banjo-Kazooie: Nuts & Bolts


Einst zwei der Größen des Collectathon-Subgenres der Jump 'n' Runs, sind Bär Banjo und Breemöve Kazooie heutzutage weit vom Ruhm entfernt, den sie sich zu N64-Zeiten erarbeitet hatten. Der Xbox-360-Ableger SOLLTE das Duo wieder zu alter Stärke verhelfen und ein verheißungsvoller Teaser schürte Hoffnung… bis dann das eigentliche Kerngameplay enthüllt wurde. Statt klassischer Hüpfeinlagen und einer Palette neuer Special Moves waren plötzlich Fahrzeuge das Hauptaugenmerk, anstelle von kreativen Sprungpassagen wird eher die eigene Bastel-Kreativität gefördert. Fans fühlten sich – zu Recht – mit Füßen getreten, denn das war nicht das tolle neue Next-Gen-Banjo-Kazooie, das man sich erhoffte. Und doch hatte ich mich schon damals auf das Spiel gefreut und tatsächlich viel Freude damit gehabt.

Das wohl aber, weil ich nicht mit der Erwartung herangegangen bin, etwas Geniales im Stile der N64-Klassiker zu erleben. Für den Fahrzeug-Baukasten konnte ich mich sehr schnell erwärmen und habe in Windeseile einige prunkvolle (sowie diverse wahnwitzig-bescheuerte Untersätze) gebastelt. Einige Reviews hatten das Fahrzeugverhalten bemängelt, dass sich die Flitzer mehr wie Pappkonstrukte anfühlten und schnell von der Straße abkamen. Mir blieb dabei nur die Antwort: „Na, was erwartet ihr denn, wenn ihr ausschließlich leichte Bauteile verwendet?“ Die vielen Herausforderungen waren zudem auch äußerst unterhaltsam und abwechslungsreich, wenn auch nicht immer hundertprozentig durchdacht. Außerdem ist der Humor des Spiels ohne jeden Zweifel erhaben. Dass der Titel zudem wirklich atemberaubend aussah, half ebenfalls.

Natürlich kann und will ich nicht die Schwachpunkte verschweigen. Die Fahrzeuge wurden eingebaut, weil die Welten schlichtweg gigantisch sind, Rare hat allerdings versäumt sie anständig zu füllen – man klappert nur die paar Missionen pro Kapitel ab und erkundet nie wirklich. Die Steuerung außerhalb der fahrbahren Untersätze ist auch äußerst schwammig, was bei ehemaligen Hüpfspielhelden schon fragwürdig wirkt. Und doch habe ich wahrscheinlich viel zu viel Zeit in diesen Baukasten gesteckt und keine einzige Sekunde davon bereut. Nuts & Bolts ist keineswegs Rares bestes Werk, aber bei weitem nicht so katastrophal wie es der Ruf teils vermuten lässt.

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1 Kommentar

profil 130 comments
[15.02.2016 - 11:43 Uhr]
Avenot:
Bisher hat noch jeder, mit dem ich mich privat über Final Fantasy 13 unterhalten habe, eine positive Meinung dazu bekundet. Mir hat's auch gefallen, und da ja immerhin noch zwei Nachfolger dazu erschienen sind, genug anderen Leuten wohl auch.

Die anderen Spiele in der Liste habe ich noch nie gespielt (von den meisten habe ich auch noch nie gehört), also dazu kein Kommentar. Allerdings wundere ich mich gerade darüber, dass New Little King's Story nicht im Artikel genannt wird, denn das Titelbild der Kolumne stammt ja aus diesem Spiel...
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