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Kolumne: 3. Advent: Unsere größten Spieleenttäuschungen

PortableGaming-Team, am 17.12.2017, Seite 1 von 1

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Vorfreude und ganz besonders Hype sind eine gefährliche Sache. Natürlich kann das Objekt der Begierde sich entweder als das einzigartige Meisterwerk heraustellen, das man sich erhofft hat, oder zumindest über dermaßen vernachlässigbare Fehler verfügen, dass man bestens gewillt ist, sie zu ignorieren. Doch manchmal fällt man mit den hochgesteckten Erwartungen auf die Nase. Man legt das frisch erworbene Spiel, bis zu dessen Releasetag man ungeduldig runtergezählt hat, in seine Konsole ein und stellt fest, dass irgendwas nicht stimmt. Dass alles in den Trailern irgendwie spannender wirkte. Dass man glaube, es würde in eine andere Richtung gehen. Dass man einfach nicht wirklich Freude mit dem fertigen Produkt hat. Klare Anzeichen für eine waschechte Enttäuschung! Natürlich haben auch wir so einige erlebt und wollen deswegen im Zuge dieses Adventsartikels die Titel mit euch teilen, die unsere Vorfreude bitterlich kippten. Wobei an dieser Stelle angemerkt sei, dass eine persönliche Enttäuschung nicht unbedingt für ein schlechtes Spiel sprechen muss. Manchmal klickt ein allseits beliebter Titel einfach nicht, weil eine gewisse Kleinigkeit der Freude im Weg steht. Trotzdem hoffen wir, dass ihr zumindest ein enttäuschungsfreies Fest feiert!


Andy Dück [awieandy] konnte Gotham nie retten:
Batman: Arkham Knight (PC)


Ich bin ja ein großer >Batman-Fan. Seit der Nolan-Trilogie, dessen Filme ich sicher öfter gesehen als ich Finger auf der Hand habe, habe ich mich mit dem Batman-, beziehungsweise dem DC-Universum immer mehr vertraut gemacht. Entsprechend genoss ich die hochgelobten Batman: Arkham-Spiele sehr. Das butterweiche Gameplay, bei dem ich mich als der dunkle Ritter nachts über die dunklen Gassen von Gothams übelsten Gegenden schwinge und mit „flatternden Flügelfäusten der Gerechtigkeit“ das Verbrechen bekämpfe, macht süchtig nach mehr. Alle sind dabei! Von weniger bekannten Kriminellen wie Victor Zsasz, bis hin zu den offensichtlichen Bossgegnern wie Bane, dem Pinguin, Killer Croc und natürlich dem Joker bekommt man ne Menge Arbeit aufgetragen. Dazu gibt es noch eine Tonne an Nebenmissionen wie unter anderem die vielen Riddler-Rätsel.

Also war der Hype meinerseits entsprechend groß, als Arkham Knight vorbestellbar wurde. Und als der Tag dann kam um erneut ins Fledermauskostüm zu steigen (also im Spiel), war der Spaß nach dem ersten Ladebildschirm schon vorbei. 12 FPS auf der niedrigsten Grafikeinstellung, obwohl mein System zu der Zeit die minimalen Systemvoraussetzungen mit Leichtigkeit gestemmt hat. Angeblich lief das Spiel auf einer veralteten Version der Unreal Engine und war an allen Ecken und Enden unoptimiert. WB Interactive Entertainment hat sogar Rückerstattungen angeboten. Später fand ich sogar die anderen Arkham-Spiele in ihrer GOTY-Edition in meiner Steam-Bibliothek, wahrscheinlich weil ich auf die Rückerstattung verzichtet habe. So leicht kann ich Batman nun mal nicht weggeben. Dennoch, an dem Tag schwor ich, keine Vorbestellungen mehr zu tätigen und das habe ich auch durchgezogen… bis ich meine Switch vorbestellt habe.


Nicola Hahn [501.legion] versteht den Hype nicht um…
PlayerUnknown's Battlegrounds (PC)


Das Genre Battle Royal hat in diesem und im vorherigem Jahr ordentlich unter den Multiplayertiteln gezündet und dabei muss das Spiel gar nicht mal vollständig erschienen sein, um erfolgreich zu sein: PlayerUnknown's Battlegrounds ist seit dem 23. März durchgehend im Early Access, spielte sich anfangs mit grauenhafter Performance und hatte unzählige Bugs. Und trotzdem ist das Spiel rasch zum meistgespielten Titel auf Steam aufgestiegen und hat dank YouTuber und Twitch-Streamer einen regelrechten Hype generiert. Das Spiel bestand lange Zeit nur aus einem einzigen Spielmodus sowie aus einer Map. In diesem Gamemode springen bis zu 100 Spieler aus einem Flugzeug und wählen so interaktiv ihren Startpunkt auf der immer gleichen Insel, die allerdings immer verschieden mit Loot beladen wird. Ähnlich wie im Minecraft-Online-Minispiel „Hungergames“ gilt es, sobald man sicheren Boden unter den Füßen hat, Waffen und Equipment zu suchen und möglichst schnell die Mitspieler auszuschalten oder sich zu verstecken. Letzteres wird dadurch erschwert, dass an einem zufälligen Punkt ein Kreis entsteht, in welchem sich die Spieler nach Ablauf eines Zeitlimits befinden müssen, sonst bekommen diese ordentlich Schaden. Besagter Kreis wird dann immer wieder verkleinert, um schnell die Anzahl der Teilnehmer zu dezimieren und den Kampf ums Überleben nicht mit Verstecken gewinnbar zu machen.

Dass dieses doch schon ziemlich gealterte Spielprinzip 2017 nochmal so einen Aufschwung erfährt, hätte ich wohl nie gedacht. Und da die halbe Freundesliste auf Steam dieses Spiel durchgehend zockt, war ich auch schnell versucht, mir den Titel zu schnappen. Die erste Runde startete ich allein und komplett unvoreingenommen. Gleich zu Beginn fällt mir ein Revolver in die Hand, doch gegen zwei Gegner mit MPs habe ich trotz Counter Strike-Erfahrung null Chancen. Das nächste Match mit einem erfahrenerem Kollegen läuft dagegen um einiges besser und sogar Spaß kommt auf. Doch schlussendlich gebe ich das Spiel zum Unverständnis meiner Freunde wieder zurück und kann sagen: Ich habs probiert und wurde enttäuscht. Im aktuellen, halbfertigen Zustand ist es für mich das Geld nicht wert und auch wenn es mit mehr Mitspielern Spaß macht und die Entwickler das bestehende Battle Royal-Konzept gut verbessert haben, bleibt es für mich ein Early Access-Titel, der nur aufgrund seines Hypes so beliebt ist. Wo DayZ mit einer Standalone-Version gescheitert ist, hat PlayerUnknown aus den Fehlern anderer gelernt und entwickelt ordentlich weiter. Trotzdem ist dieses Phänomen bei mir durchgefallen und bekommt vielleicht noch eine Chance zum Release des fertigen Spiels.


Denis Wewetzer [Azure] braucht mehr Kontext in…
Final Fantasy Type-0 HD (PS4)


Wenn man den Namen Final Fantasy schon hört, denkt man an epische Geschichten, großartige Charaktere und fantastische Welten. Mit Type-0 kam dann ein etwas anderer Titel dazu. „Anders“ in dem Sinne, dass es sich um ein eher Multiplayer-basiertes Spiel handelte – was an sich ja kein neues Konzept für die Reihe ist, aber trotzdem eher selten auftritt. Nun hat man sich, einige Jahre nach der urspünglichen (und Japan-exklusiven) Veröffentlichung auf der PSP, dazu entschieden ein HD-Remaster für aktuelle Plattformen zu machen und mit diesem das Spiel sogar im Westen zu veröffentlichen. Und hierbei beging man bereits den ersten Fehler: Der Multiplayer wurde gestrichen. Alleine diese Tatsache sollte die Alarmglocken läuten lassen, wenn man es mit einem Titel zu tun hat, der genau auf dieser Idee aufgebaut wurde. Und das merkt man auch an allen Ecken und Enden: Die Missionen sind zwar cool, aber von der Anzahl her viel zu gering, als dass man sie tatsächlich häufiger spielen möchte. Das sähe im Multiplayer anders aus, da alleine das Beisammensein mit ein paar Kumpels dazu führt, dass man vielleicht ein paar Sachen nochmal ausprobieren möchte – halt anders an die Sache rangeht, neue Charaktere ausprobiert oder was auch immer. Auf der PS4 blieb davon nur übrig, dass diese geselligen Abschnitte zur müden Solo-Grind-Party wurden.

Doch da hört meine Enttäuschung leider noch nicht auf. Square hat mit Type-0 eine, aus meiner persönlichen Sicht, ziemlich interessante Welt geschaffen. Das Problem ist, dass sie sehr mager präsentiert wird. Über den Verlauf des Spiels bekommt man einige Kleinigkeiten mit, die man gerne elaborierter haben möchte, ausführliche Erläuterungen sind jedoch tatsächlich Mangelware. Ich war damit einfach unzufrieden und Square offensichtlich auch – sonst hätten sie nie die ganzen Nebengeschichten in die Welt gebracht, um uns alles etwas näher zu bringen. Die Welt alleine ist aber noch nicht das einzige Problem, die gesamte Story hat so ein paar mehr davon. Nach jeder Mission fühlt es sich so an, als würde man mehrere Monate in die Zukunft springen und es passiert einfach zu viel auf einmal, um es richtig verdauen zu können. Oder es werden ganze Erklärungen ausgelassen und man befindet sich plötzlich in einer Schlacht, von der man vorher noch nie gehört hat. Die Geschichte springt einfach zu viel und man muss sich einen großen Teil vom Kontext irgendwie anhand von Dingen erschließen, die man hoffentlich nicht übersieht.

Auch das Gameplay ist einer der Aspekte, mit denen ich nicht ganz zufrieden bin. An sich macht es mir Spaß, allerdings fällt auf, dass ein viel zu großer Wert auf kritische Treffer gelegt wurde. Besonders im Kampf gegen ein paar bestimmte Gegner ist dies ziemlich frustrierend. Wenn man dann gerade mal wieder in einer Grind-Party steckt und zufällig keine anderen Feinde zur Verfügung hat, macht einem das nicht gerade viel Mut. An dieser Stelle möchte ich übrigens ein kleine Spoiler-Warnung aussprechen, da es ab jetzt um das Ende des Spiels geht. Ihr seid also gewarnt!

Der letzte Dungeon hilft auch absolut nicht, wenn man bedenkt wie sehr man bereits grinden muss, um einen anständigen Drei-Mann-Trupp auf die Beine zu stellen. Mit einem Trupp von 13 Charakteren sollen natürlich alle einen großen Auftritt bekommen und, wie sollte es anders sein, der letzte Dungeon gibt einem genau das. Als wäre das nicht genug, bekommt man noch mehr Limitationen aufgedrückt. Also muss man nicht nur unmenschlich viel Zeit ins Leveln aller Charaktere stecken, dann wird man auch noch seiner besten Fähigkeiten beraubt. Herausforderung ist eine Sache, doch hierbei handelt es sich, meiner Meinung nach, nur um glorifizierter Spielzeitstreckung, die ohne den Multiplayer-Anteil leider nur wenig spaßig ausfällt.

Ein weiterer Aspekt ist das wirkliche Ende des Spiels. Der gesamte Tonus der Story ist bereits sehr düster und beginnt mit dem Tod eines Chocobos, also ist eigentlich von Anfang an klar, dass hier wenig gerettet werden kann. Wenn das Spiel allerdings in den letzten Zügen tatsächlich jeden einzelnen spielbaren Charakter umbringt, bin ich auch nicht gerade begeistert davon. Diese sind mir nämlich, trotz der wenig Handlung, die hier vorhanden war, sehr ans Herz gewachsen und sie wurden insgesamt echt gut in Szene gesetzt. Und dann läuft der Abspann und alles was man sieht, sind all die guten Leuten – tot. Gestorben für eine gute Sache hin oder her, das haben sie nicht verdient. Auch nicht in diesem Spiel.

All diese Dingen zusammen haben mich also dazu gebracht, tatsächlich enttäuscht von Final Fantasy Type-0 HD zu sein. Hier ist viel Potenzial verloren gegangen und ich hätte mir gewünscht, dass mehr daraus gemacht wurde. So hat es mir gereicht, einmal durch die Story zu gehen und leider wird es kein weiteres Mal passieren. Und trotz dieser Enttäuschung hat mir das Spiel eines hinterlassen: Einen großartigen Soundtrack.


Tjark Michael Wewetzer [Alanar] wurde überhaupt nicht glücklich mit…
Harvest Moon: Mein Inselparadies (DS)


Es war der Dezember 2008, als ich beim Händler meines Vertrauens etwas erspähte, das direkt mein Interesse ergriff. Da war doch tatsächlich das nächste DS-Harvest Moon erschienen und ich habe es gar nicht mitbekommen! Von meinem Geburtstagsgeld war noch etwas übrig und mit dem früher im selben Jahr veröffentlichten Wii-Port von Magical Melody hatte ich meine helle Freude, also tütete ich das Spielmodul direkt ein, um mich nach der Heimreise durch die kalte Stadt in mein Bett zu kuscheln und gemütlich dem Inselfarmerleben nachzugehen. Hastig ausgepackt und das Modul in den DS-Schacht geschoben, klammerte ich meine Pfoten an die Aktionstasten der Konsole und… das Spiel reagierte nicht auf Tasteneingaben. Nein, Mein Inselparadies war eines von diesen DS-Spielen, die den Touchscreen auch wirklich ausnutzen mussten. Die Menünavigation lief daher komplett über den berührungssensitiven Bildschirm. Und wie sich schnell herausstellte, war das nur ein Vorbote der wahren Probleme.

Irgendwer beim Entwicklerteam kam auf die brillante Idee, gleich das komplette Spiel nur mit dem Touchscreen steuerbar zu machen – inklusive der Charkterfortbewegung! Nun ist das nicht unbedingt etwas schlechtes und die Zelda-Spiele für den DS zeigen auch, wie es richtig(er) geht. Aber Harvest Moon ist eine von Haus aus eher repetetive Angelegenheit, bei der Eingabenkomfort deutlich über solchen Gimmicks steht – zumal die Steuerung auch nicht wirklich genau war. So löblich die freie Belegung der Aktionstasten, die nun als Item-Shortcuts dienten, auch war, den Verlust der Steuerkreuz-Kontrolle war es meines Erachtens nicht wert. Auch nervte mich die neue Hunger-Anzeige, die im suboptimal gefüllten Zustand noch stärker an der Ausdauer zehrt – soll heißen, ich musste meinen Bauern auch noch regelmäßig füttern. Was mir den Spielspaß dann aber endgültig raubte, war der quälend langsame Spielfortschritt. Ich habe bis zur zweiten Sommer-Woche gespielt, bevor ich das Handtuch warf. Bis dahin fanden sich auf dem verlassenen Eiland dermaßen wenige Bewohner ein, dass man sie noch locker an zwei Händen abzählen konnte. Ich bin mir sicher, dass ich mit einem Guide oder ähnlichem vielleicht einen schnelleren Aufbau erlebt hätte, doch dafür fehlte es mir nach all den Stunden schlichtweg an Geduld. Das Ende vom Lied: Ich verscherbelte das Spiel noch im selben Monat und war fortan übervorsichtig, wenn es um neue Harvest Moon-Ableger ging – ein Verhalten, das sich erst mit den 3DS-Spielen wirklich legen sollte. Obwohl sich der direkte Nachfolger Die Sonnenschein-Inseln einiger meiner Probleme annahm, wagte ich mich nicht an den Titel heran. Hätte ich zwischenzeitlich nicht die Rune Factory-Reihe entdeckt, wäre meine Freude an der virtuellen Farmerei vielleicht sogar komplett flöten gegangen. Mein Inselparadies zählt zu den größten Fehlkäufen, die ich in meinem Zocker-Dasein getätigt habe.

…Was natürlich bedeutet, dass ich als Sammler mir das Spiel Jahre später noch einmal kaufen musste. Ich lerne ja nichts aus meinen Fehlern.

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