PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de

1105°

-

Event: gamescom 2012 - Fastpass: Fluch oder Segen?

Nicola Hahn, am 18.08.2012, Seite 1 von 1

Artikel mögen: Weitersagen:

Wie jedes Jahr bieten einige Aussteller auf der Kölner Gaming-Messe die sogenannten Fastpässe an. Doch halten sie, was versprochen wird? Was ist das überhaupt und wie kommt man an sie ran? Und gibt es realistische Chancen, diese Dinger zu ergattern?

Fastpass? Was ist das denn!?
Fastpässe werden von Ausstellern angeboten, damit sich die Inhaber dieses „Passierscheins“ die Wartezeit in der Schlange sparen und diese einfach umgehen können. Im Grunde also ein VIP-Ticket, wobei deren Besitzer bevorzugt behandelt werden. Das berühmteste Beispiel für diesen Pass gibt in diesem Jahr Electronic Arts aus, die auf ihrem gesamten Stand Fastpässe anbieten. Doch bevor man an ein derartiges Ticket kommt, muss der Besucher erst einen QR-Code mit seinem Smartphone einscannen und eine Internet-Seite abrufen, die mit diesem Code verbunden ist. Hier wird nun per Zufall herausgefunden, ob er der neue Inhaber eines Fastpasses wird. Falls er gewinnen sollte, muss er innerhalb von zehn Minuten seine Kontaktdaten angeben und die Teilnahmebedingungen akzeptieren. Nun erhält er eine Mail mit dem Fastpass in Form eines weiteren QR-Codes. Mit diesem kann er sich am Stand in eine zusätzliche Schlange einreihen, die aber wesentlich kürzer ist, da nur begrenzt Pässe vorhanden sind und jeder Besucher nur fünf Versuche auf den Gewinn hat.



VIP-Tickets für umsonst, da kann doch was nicht stimmen?
Jetzt wollen wir es selbst einmal wissen: Hat man überhaupt eine Chance auf den Gewinn und wie sind die Wahrscheinlichkeiten verteilt? Vielleicht werden die Gewinner später auch mit Werbemails zugebombt oder die Daten anderweitig verkauft?

Da der Fastpass nur für eine einzige Spiel-Station gültig ist, haben wir zuallererst alle QR-Codes abgescannt und gespeichert, um diese später in Ruhe auswerten zu können. Beim ersten Versuch mit Medal of Honor: Warfighter kam nach dem fünften Fehlschlag prompt die Fehlermeldung, dass alle Versuche für heute abgelaufen seien. Weiter ging es mit SimCity: World, das statt einer Fehlermeldung nach den ersten Versuchen aber angab, dass für diese Stunde alle Pässe vergeben seien. In diesem Sinne hätten wir einen Pass gewonnen, wenn noch welche dagewesen wären was verbesserungswürdig ist. Auch bei Crysis 3 wurden wir mit einer Meldung vertröstet, dass alle vier Pässe bereits weg seien. Bei Star Wars: The Old Republic schlugen alle fünf Versuche ebenfalls fehl, doch bei Need for Speed: Most Wanted wurden wir nach dem zweiten Versuch zum Gewinn beglückwünscht. Um die Wahrscheinlichkeit nochmals zu überprüfen, zogen wir einen anderen PC heran, damit wir bei der Verlosung nochmals teilnehmen konnten und wurden schon wieder Gewinner eines Tickets. Auch ein weiterer Versuch bei Medal of Honor erwies sich als Gewinn.



Zusammengefasst: Eine kluge Marketing-Strategie
Dass diese Pässe nur für eine Station gelten, hat einen guten Grund: Wenn ein Besucher gewinnt oder verliert, will er es auch gleich bei den anderen Spielen versuchen, egal ob er sie mag oder nicht. So besucht er unwissend alle Stände und informiert sich über die gezeigten Produkte, manchmal kann er sie sogar anspielen und für gut befinden und wenn das geschieht, ist er plötzlich ein potentieller Kunde. EA macht keine Verluste, da solche QR-Codes ohne großen Aufwand erstellt sind und die Firma dadurch Kunden gewinnt, besonders weil die Gewinner das Unternehmen dann auch für sympathisch befinden. Dazu gibt es für EA auch noch persönliche Daten, die der Gewinner unter Zeitdruck eingeben muss und nicht weiß, was damit geschieht. Ganz nach Zufall läuft die Auslosung dann doch nicht ab und gleich viele Tickets werden von Spiel zu Spiel auch nicht vergeben. Während für die Nebentitel bis zu zehn Pässe pro Stunde vergeben werden, kommen die Blockbuster bloß mit drei bis vier aus.

Auch wenn das System immer noch nicht ganz ausgereift ist und man immer noch nicht genau weiß, wieso um Himmels willen EA jetzt seine Daten haben will (bisher wurden wir von Massenmails verschont) und wieso beim Gewinn ein Timer von zehn Minuten gestartet wird, wenn nach fünf Minuten das Dokument eh erloschen ist, hat das Ganze doch einen guten Nutzen für die Besucher, die vier Stunden Wartezeit überspringen können und dieses wunderschöne Gefühl haben, wenn sie neben der wartenden Menge vorbeimarschieren, den Fastpass auf dem Handy flimmernd. Weiter so EA! Wie Coca Colas kostenlose Erfrischungsgetränke nach der Messe, steckt neben dem ganzen Marketing- und den Geldgeschäften nämlich doch noch ein guter Wille dahinter.

Auf der Suche nach gamescom-Geheimnissen: Nicola Hahn [501.legion] für PotableGaming.de

Kommentare verstecken

- Kommentare


- Noch keine Kommentare vorhanden -

Um Kommentare zu schreiben, bitte oben einloggen oder jetzt Registrieren!