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Kolumne: Die Redaktion stellt vor: Unsere Geheimtipps

Hans Weiler, am 08.02.2013, Seite 1 von 1

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Was ist das? Eine neue Rubrik? Tatsache! Denn manche Spiele, haben es einfach nicht verdient so selten im Rampenlicht zu stehen. Denn abseits von Killzone, LittleBigPlanet, Uncharted und co. gibt es durchaus noch einige weitere Titel, welche es wert sind gespielt zu werden. Den Beginn machen wir hier einmal mit einem Spiel, welches sich in letzter Zeit zu einem Kult-Klassiker gemausert und jüngst einen zweiten Ableger auf PSP und PSVita spendiert bekommen hat: Corpse Party. Das unheimliche Spiel, das auf den ersten Blick gar nicht so unheimlich wirkt. An dieser Stelle sei aber noch das Wort an euch gerichtet: Wenn euch dieser kleine Ausblick gefällt und ihr so etwas auch gerne in Zukunft öfter sehen wollt, lasst es uns wissen. Wie? Auf den üblichen Wegen, wozu sind die Kommentare denn da?

Jeder Horror hat einen Anfang

Beginnen wir mal ganz vorne, wie kam ich überhaupt zu dem Spiel? Ich gebe zu, ich bin nicht unbedingt der japanophilste Spieler unserer Gefilde. Die japanische Sprache ist eine unüberwindbare Barriere für mich und mit quirligen Anime-Girls kann ich auch nicht viel anfangen. Und das obwohl ich eigentlich ein großer Freund japanischer Rollenspiele bin – komisch, oder? Dennoch hat das Spiel mit dem markanten Namen Corpse Party schon früh meine Aufmerksamkeit erringen können. Wie sollte es auch anders sein, denn schließlich wie viele per RPG-Maker (Ein PC-Programm welches aus einem einfachen Baukasten-Prinzip traditionelle Rollenspiele schreiben lässt, Anm. d. Red.) erstellte Horror-Spiele kennt ihr so? Ich keines, das gute alte Vampire Dawn vielleicht mal außen vor. Als mit der Vita dann endlich der PSN-Store nach der PSP für mich interessant wurde, musste der Titel also auch gleich her; und so startete ich ohne große Erwartungen in das kuriose Spiel. Das Spiel beginnt, unschuldig genug, in einer japanischen High School. Das dort übliche Culture Festival (Kultur-Festival zu Deutsch) ging reibungslos über die Bühne und eine kleine Clique aus unseren Protagonisten ist länger dort geblieben um den Klassenraum für den nächsten Schultag wieder herzurichten. Stattdessen wird aber viel lieber das dunkle Schulgebäude während des Gewitters dazu verwendet, sich im Kerzenschein Grusel-Geschichten zu erzählen. Wer würde das nicht tun? Doch schnell legt sich eine trübe Stimmung über die gesellige Runde: Eine der Schülerinnen hat ihren letzten Schultag absolviert und soll am kommenden Tag umzugsbedingt auf eine andere Schule wechseln. Der logische Schluss; man führt noch auf die schnelle ein Glücks-Ritual durch, welches garantieren soll dass die Clique für immer befreundet bleibt. Dass es leicht okkult anmutet und von einer ominösen Quelle im Internet stammt, sei hier mal komplett außen vor gelassen. Denn mal ehrlich – was soll schon schief gehen?

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Und so beginnt es…

Zugegebenermaßen wäre Corpse Party ein recht langweiliges Spiel, wenn an dieser Stelle alles gut gehen und alle nach Hause gehen würden. Dementsprechend geht natürlich etwas auch gehörig schief, denn nachdem die illustre Truppe das „Sachiko Ever After“-Ritual vollzogen hat, tut sich während eines plötzlichen Erdbebens ein Loch im Boden auf und verschluckt unsere Protagonisten kompromisslos. Nacheinander – und größtenteils voneinander getrennt - erwachen die Schüler danach in einer heruntergekommenen und (anscheinend) verlassenen Schule. Als wäre das aber noch nicht schlimm genug, kommen sie schnell dahinter, dass sie sich in der Heavenly Host Elementary School befinden. Diese befand sich einst dort, wo nun die High School der Protagonisten steht, welche aber nach einer Serie von grausigen Mordfällen geschlossen und abgerissen wurde. Und frei nach dem Grundsatz „Schlimmer geht immer“ war das natürlich noch nicht alles. Es dauert nicht lange bis die Schüler merken, dass das komplette Gebäude von zahlreichen Leichen, Skeletten und den zugrunde liegenden Todesfallen übersäht ist. Von einigen Geistern und einem ominösen gigantischen Mannes mit Vorschlaghammer mal ganz zu schweigen. Schnell wird klar: Das Gebäude selbst und dessen „Bewohner“ wollen den Tod der Eindringlinge und das auf möglichst grausige Art und Weise. Als wäre dies aber immer noch nicht schlimm genug, ist aber auch der Tod keine Erlösung: Denn stirbt man in der Heavenly Host, ist man dazu verdammt auf ewig weiter zu leiden und seinen Tod immer und immer wieder neu zu spüren und zu durchleben. Nicht die besten Voraussichten, oder? Somit beginnt schnell ein Kampf ums nackte Überleben, schließlich lauert an jeder Ecke der sichere Tod, die Freunde sind verstreut und nicht aufzufinden, die Verschwörung um die ehemalige Mordserie in der Schule will auch geklärt werden und irgendwie wieder in die eigene richtige Welt zurückfinden will man ja auch noch.

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Let’s get this Corpse Party started!

Doch genug des Geredes um das Setting selbst, kommen wir zu dem Punkt der mich danach als erstes gefesselt hat: Das Gameplay selbst. Dem Ursprung des Titels nach steuert ihr eure Charaktere aus einer Von-Oben-Ansicht im 16Bit-Gewand, welche dezent an die klassischen JRPGs von anno dazumal erinnert. Großes Merkmal des Spieles und was mir persönlich erst einige Sorgen bereitete, ist dass es keinerlei Kämpfe gibt. Zugegebenermaßen gibt es aber auch bis auf wenige Ausnahmen keine wirklichen Feinde – und das obwohl es zahllose Wege gibt, wie euer Charakter das Zeitliche segnen kann. Denn regelmäßig werdet ihr in Gesprächen oder zu bestimmten anderen Stellen vor die Wahl gestellt, was ihr tun wollt. Beispiel: Ihr seht einen Gegenstand in einem Schrank liegen, daneben eine Notiz die klipp und klar sagt „Nicht anfassen!“. Nehmt ihr den Gegenstand mit? Oder hört ihr auf die Warnung? Ähnliche Situationen gibt es ständig und oftmals seid ihr überrascht welche Konsequenzen euer Handeln hat. Ein Moment der hier fest bei mir hängen geblieben ist, ist ein spezieller Raum zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt im Spiel. Überall in diesem Raum sind Warnungen verteilt dass man gewisse Dinge nicht tun soll, wie zum Beispiel eine blutverschmierte Nachricht am Boden zu lesen und stetig wird man auf brutale Art und Weise ermahnt gewisse Dinge nicht zu tun. Ich kann euch sagen dass meine Neugier siegte und die darauf folgende Sequenz auch heute noch astreines Alptraum-Material bietet. Auf diesem Wege spielt das Spiel selbst des Öfteren mit euch, indem es euch vor die Wahl stellt sich zwischen Neugier und Vorahnung zu entscheiden, oder euch einfach nur hilflos vor eine Entscheidung stellt, bei der ihr von vorne hin wisst dass hier nichts Gutes bei rumkommen wird. Und eines kann ich euch sagen, bei mir hat dies oft genug funktioniert. Selten bin ich in einem Spiel so oft zum letzten Savepoint gelaufen, nur um danach stur in mein sicheres Verderben zu laufen – einfach nur um zu wissen was passiert. Durch diesen Grad der Neugier, von den Entscheidungen die ihr trefft, bis hin zu der spannenden Story selbst; ist schnell garantiert dass Corpse Party euch schnell an den Handheld fesselt und nicht mehr loslässt. Mein Tipp: Im Dunkeln spielen und mit den besten Kopfhörern bewaffnen die ihr auftreiben könnt.

….hast du das auch gehört?

Stichpunkt Kopfhörer: Absolute Pflicht! Denn bei Corpse Part wurde ein spezielles Aufnahme-Verfahren verwendet, welches euch gerade bei der Verwendung von Kopfhörern mit kinoreifem 3D-Surround-Sound umspielt. Lauft ihr beispielweise durch einen leeren Korridor, kann es durchaus passieren dass ein Knacken der Bodendielen oder gar ein finsteres Flüstern sich in eurem Kopfhörer so anhört, als würde euch tatsächlich gerade jemand ein Wort in den Nacken hauchen. Anderes Beispiel: Beim Fund einer besonders grausig zugerichteten Leiche seht ihr wie Fliegen bereits umherkreisen, und hört diese lästig wie wild von links nach rechts flattern, als schwirre diese tatsächlich gerade um euch herum. Gepaart mit der ausgezeichneten (japanischen) Sprachausgabe des Titels, könnt ihr euch auf einige wahre Schockmomente bereitmachen, welche allein durch den grandiosen Sound herbeigeführt werden. Keine geringe Rolle spielt hierbei auch der grandiose Soundtrack, welcher durch seine Atmosphäre und (teilweise in den Wahnsinn abdriftenden) Melodien euch lange Zeit um Kopf bleiben wird.

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Zu guter Letzt bleibt mir nur eines zu sagen: Als Freund von Horror-Spielen, hat es in den letzten Jahren nur sehr wenige Spiele des Genres gegeben, welche mich tatsächlich noch „berührt“ haben – immerhin ist man irgendwann gegen so viele künstliche Schockmomente in Videospielen einfach nur abgestumpft. Doch Corpse Party schaffte es durch seinen wahnsinnigen Sound, die spannende Geschichte, das grausige Setting und die schonungslosen Szenen mich mal wieder richtig erschauern zu lassen. Jedes Lobes zum Trotz, warne ich dennoch an dieser Stelle: Seid ihr zart besaitet, empfindlich gegenüber Horror im Allgemeinen oder einfach nur ein Angsthase, überlegt euch den Kauf lieber zweimal. Ihr Weicheier. Alle anderen, sollten spätestens jetzt für die schlanken 9,99€ im deutschen PSN-Store umgehend zuschlagen, denn schließlich erschien das quasi-Sequel Corpse Party: Book of Shadows jüngst auch bei uns und mit Corpse Party: Blood Drive steht auch bereits das wahre Sequel in den Startlöchern. Wenn ihr also auch nur einen Funken weit eine Vorliebe dafür habt euch zu gruseln oder auch auf kuriose Spielkonzepte steht, dann führt euch eigentlich kein Weg an dem Titel vorbei. Und falls ihr es sogar schon gespielt habt, dann schreibt uns doch ein liebes Kommentar und teilt uns eure eigene Meinung zu dem Titel mit – vielleicht wecken wir hier gemeinsam ja doch noch das Interesse des ein oder anderen zu dem Horror-Trip der etwas anderen Art? Oder vermiesen es ihnen so richtig? Es gibt nur einen Weg dies rauszufinden.

Ist verdammtnochmal froh nicht mehr zur Schule zu gehen: Hans Weiler für PlanetVITA.de

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11 Kommentare

profil 593 comments
[08.02.2013 - 23:38 Uhr]
Ailtin Altin Bujupaj
Habe es direkt mit dem Kauf meiner Vita runtergeladen. Das Spiel ist einfach nur gut, zumal lustig, weil es mich eindeutig öfter gegruselt und erschrocken hat, als die meisten "Horrorspiele" die man heutzutage findet :D
profil 92 comments
[09.02.2013 - 00:23 Uhr]
oojope:
Sehr schöne neue Rubrik, liest sich klasse. Corpse Party steht schon seit dem damaligen "Diese PSP Spiele nicht nochmal verpassen!" Artikel auf meiner Liste. Bin eigentlich ein ziemlicher Schisser, bin aber sehr von dem Spielprinzip angetan. Wird mit der nächsten oder übernächsten Storeguthabenaufladung gekauft!
Weiter so!
profil 197 comments
[09.02.2013 - 08:30 Uhr]
Bloody Frost:
Hmmmm...erinnert mich an 3 Bewertungsartikel zu dem Spiel, die ich 1 Jahr zu früh geschrieben hatte. Das Spiel hat mich in der Nacht teils über meine Schulter Blicken lassen.

An alle die Denken, dass sie Book of Shadows leicht ertragen können, nachdem sie Corpse Party: Blood Covered (der Artikel dreht sich um diesen Ableger) gespielt haben...weit gefehlt...das Spiel hat mich mehrfach zum Unterbrechen gezwungen, weil es wesentlich extremer und intensiver ist, als der Vorgänger.

Und an den Artikel-Schreiber:
Lass bitte nicht Corpse Party 2: Dead Patient aus, wenn du schon Blood Drive erwähnst.
Dieser Ableger spielt in einem Krankenhaus und ist damit noch klassischer, was das Setting angeht.
profil 136 comments
[09.02.2013 - 11:38 Uhr]
Yomi:
Ich oute mich jetzt mal als Weichei vom Feinsten (aber wirklich nur bei Games) XD
Das Game habe ich angetestet, aber nicht lange gespielt. Es interessiert mich immer noch brennend, aber die Sorge, dass ich mir vor Angst in die Hose mache ist momentan größer :D
Ich werde es bei Gelegenheit aber nochmal probieren.
Sehr gute neue Rubrik und sehr guter Artikel! Möchte gern mehr von so etwas.
profil 36 comments
[09.02.2013 - 12:34 Uhr]
xAndieH:
Ich stimmte Bloody Frost voll und ganz zu.
Ich fand Blood Covered damals sowohl gruselig als auch spannend. Manchmal ist man richtig in Panik ausgebrochen, *eventuell kleiner Spoiler* weil man oft wegrennen musste und ich selber nie einen Plan hatte wohin und oft in Sackgassen geraten bin...
Ich dachte, "Hey, Book of Shadows könnte ja genau so cool sein." Was ich da noch nicht wusste war,dass das Gameplay komplett anders ist und ich muss sagen:
Es ist tausendmal gruseliger. Ich erschrecke mich jedesmal wenn ich die "Dreieck" Taste drücke, wenn ich speichern will, weil der Sound allein schon so angsteinflößend ist.
Respekt an den Machern was den 3D-Sound betrifft (Nur mit Kopfhörer natürlich).

Zum Artikel:
Sehr sehr schön. Mich hat es sehr gefreut sowas mal wieder zu lesen :D
Die Rubrik gefällt mir auch!
profil 350 comments
[09.02.2013 - 17:16 Uhr]
seb_94:
Äußerst ansprechend geschrieben, der Text ist kohärent und stringent formuliert, meine Achtung! Dies findet man nicht mehr häufig in modernen Forum, die deutsche Sprache wird leider oft mit Füßen getreten!
profil 968 comments
[10.02.2013 - 13:59 Uhr]
One
Sag mal seb... Ich mein ich muss ja ab und an schon je nach Magazin hart "fremdwörtlerisch" hochtrabenden Sprachgewulzt vollbringen. Aber bei dir ist mittlerweile JEDER POST SO und das von einem der lediglich kommentiert xD Ich mein ich finds ja sehr amüsant, aber mich würd mal interessieren was dich zu dieser Art zu schreiben bewegt hat :D Deine Posts sahen auch schon mal anders aus :D In der Schule noch ne Gehirnwäsche im Latein/Deutsch-Kurs bekommen? :D Hehe ^^
profil 350 comments
[10.02.2013 - 15:50 Uhr]
seb_94:
Ich mag es einfach, auf hohem Niveau zu formulieren, sorry. :D Das hat nichts mit Arroganz oder ähnlichem zu tun, ich beuge nur einer Verrohung der deutschen Sprache entgegen.
Außerdem ist das eine gute Übung für meine Abi-Prüfung im Deutsch LK: :D
profil 26 comments
[12.02.2013 - 16:26 Uhr]
qwertz:
@seb_94:
Du "beugst entgegen"?
profil 26 comments
[12.02.2013 - 16:50 Uhr]
qwertz:
profil 24 comments
[12.02.2013 - 18:02 Uhr]
Lusankya:
Kann mich da nur bedenkenlos anschließen. Eine hervorragende Reihe, aber natürlich muss jedem bewusst sein, dass es deutlich näher am Visual Novel als an einem Adventure ist.
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