PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Sly Cooper: Jagd durch die Zeit

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Sony

Developer:
Sanzaru Games

Genre:
Action Adventure

Release:
27.03.2013 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:


Sly Cooper: Jagd durch die Zeit

Review: Sly Cooper: Jagd durch die Zeit

Hans Weiler, 27.03.2013

7855°

8

Test mögen: Weitersagen:

Lange ist es her: Ganze sieben Jahre tauchte die Diebesbande um unser aller Lieblingswaschbär unter, nur um nun mit Sly Cooper 4: Jagd durch die Zeit ihr großes Comeback zu feiern. Im Gegensatz zu der ursprünglichen Trilogie der Serie, wurde der neue Titel allerdings nicht im Hause Sucker Punch entwickelt, sondern stammt diesmal aus der Feder von Sanzaru Games. Diese bewies bereits im Jahre 2009 mit Secret Agent Clank auf der PSP, dass sie durchaus wissen wie man schrullige Hüpfspiele schreibt, wie sie heutzutage eigentlich garnicht mehr entwickelt werden. Wie sieht es also aus, schafft es der gute Sly an die Erfolge von damals anzuknüpfen? Und ist auf dem heutigen Markt überhaupt noch Platz für ein solch humorvolles und verträumtes Jump'n'Run, wie sie einst vor allem auf der Playstation 2 heimisch waren? Wir haben uns die Waschbär-Maske umgeschnallt und uns auf die andere Seite des Gesetzes gestellt, um euch diese und andere Fragen zu beantworten.

Gingen ein Waschbär, eine Schildkröte und ein Nilpferd in eine Bar…
Was hier erstmal nach dem Beginn eines schlechten Scherzes klingt, ist in Wirklichkeit eine der sympathischsten Truppen, welche bisher das Licht der Videospiel-Welt erblickt hat. Im Zentrum der Diebesbande steht hier der namensgebende Waschbär Sly Cooper, welcher von seinen Freunden Bentley, einer technikverliebten, im Rollstuhl sitzenden Schildkröte und Murray, einem großen rosa Nilpferd, mit einer Vorliebe für Prügeleien, unterstützt wird. Nachdem die drei in der ursprünglichen Sly-Serie den Bösewicht Clockwerk besiegt haben, zog sich die Bande für einige Jahre aus dem Diebesgeschäft zurück. Sly bandelte mit seiner einstigen Gegnerin Carmelita an, welche ihn einst jagte, aber auf ihn einließ nachdem er vorgab sein Gedächtnis über seine Diebeszeit verloren zu haben. Bentley fand ebenfalls die Liebe und arbeitete mit seiner Partnerin an einem Geheimprojekt, während Murray ein bekannter Demolition Derby-Fahrer wurde. Diese Ruhe ist allerdings nicht von unendlicher Dauer, da eines Tages etwas seltsames passiert: In dem Thievius Raccoonus, einem Buch welches die Familiengeschichte der Coopers erzählt, lösen sich plötzlich ganze Seiten auf – als wären einige Ereignisse, die die Coopers zu einer so berüchtigten Diebeslinie gemacht hat, niemals passiert. Für Bentley ist die Sache ganz klar, irgendjemand pfuscht da in der Vergangenheit rum und ändert den Verlauf der Geschichte. Wie der Zufall es will, handelte es sich bei Bentleys Geheimprojekt darüber hinaus um eine Zeitmaschine. Also schnell die alte Bande wieder zusammengetrommelt und ab auf eine Reise quer durch die Vergangenheit, um die Ordnung der Geschichte wieder herzustellen. Die Geschichte wird hier zu großen Teilen in Comic-Zwischensequenzen erklärt, welche oftmals an die guten alten Cartoons der 80er und 90er Jahre erinnern. Wer hier aber spontan Angst hat nicht mitzukommen, weil man die PS2-Trilogie damals ausgesessen hat, kann beruhigt aufatmen: Zwar baut die Geschichte auf den bisherigen Teilen auf und führt diese weiter, ist allerdings auch in sich selbst schlüssig und erklärt relevante Ereignisse aus der Vergangenheit. Für Kenner der Serie sind aber dennoch einige Anspielungen auf vergangene Ereignisse eingebaut – letztendlich ist also für jeden etwas dabei.

Wir müssen zurück in die Vergangenheit, um in der Zukunft, die eigentlich unsere Gegenwart ist, die Vergangenheit wieder geradezubiegen!
Das Zeitreise-Feature stellt hier aber schlussendlich den zentralen Kern der Geschichte dar. So reist die illustre Truppe im Spielverlauf quer durch die Zeit, um den Vorfahren Slys aus der Patsche zu helfen. Die Reise geht hier von der Eiszeit, über das feudale Japan und dem Wilden Westen, bis hin zum klassisch angehauchten England der Ritterzeit – die Cooper-Familie scheint in ihrer Evolution wohl weiter verbreitet zu sein, als man eigentlich annehmen könnte. Der Logik zum Trotz, schafft dies allerdings einige abwechslungsreiche Szenarien und hält den Spieler stetig bei der Stange, da man doch immer erleben möchte wo die Reise als nächstes hinführt. Besonders interessant sind hier die Vorfahren Slys selbst, welche sich neben dem bekannten Trio als spielbare Charaktere dazu gesellen. Diese bringen weitere Abwechslung in das Gameplay selbst, da jeder von den geschichtsträchtigen Meisterdieben seine ganz eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften mit sich bringt. So kann beispielsweise Rioichi Cooper, Slys Vorfahre aus dem feudalen Japan, durch seine Ninja-Künste weite Strecken so schnell wie ein Schatten überspringen, während man sich in der Rolle von Tennessee Kid Cooper, als waschechter Revolverheld aus dem Wilden Westen, durch die Areale schießt. Dennoch steht das ursprüngliche Trio der Bande aber klar im Mittelpunkt der meisten Missionen. So hüpft ihr nach wie vor in der Rolle von Sly grazil von einem Dach zum nächsten, prügelt euch als Murray durch Horden von Gegnern und benutzt allerlei Gadgets von Bentleys Rollstuhl um euch die Feinde vom Leib zu halten. Das Gameplay wird hier aber immer mal von kleineren Minispielen aufgelockert, so müsst ihr mit Bentley des öfteren in Computer-Systeme hacken, welches diverse Arcade-Klassiker parodiert und auch Murray gerät immer wieder in skurrile Situationen, die das ein oder andere Spielchen hervorrufen. Beispiel gefällig? Im feudalen Japan müsst ihr eine komplette Bühnenshow in der Verkleidung einer Geisha, durch rhythmisches Drücken der Aktionstasten bewältigen, da euch die Wachen im Publikum sonst ans Leder wollen.

“Den Schnurrbart trägst du jetzt aber nicht immer, oder?“ – „Sly, Eifersucht ist so eine schlechte Eigenschaft“
Stichwort Verkleidungen: Diese spielen im neusten Sly-Abenteuer eine wichtige Rolle. So steht in jeder Epoche mindestens eine Verkleidung für Sly zur Auswahl, welche gekonnt eingesetzt werden wollen. Im feudalen Japan beispielsweise tarnt ihr euch durch eine Samurai-Rüstung als General um von Wachen nicht erkannt zu werden und nutzt das feuerfeste Material der Panzerung, um euch vor Flammenwerfern und anderen hitzigen Fallen zu schützen. So wird das Gameplay stets aufgelockert und man hat selten das Gefühl, immer nur die selben Aufgaben zu erledigen. Ein ganz großer Pluspunkt ist hier, dass ihr jederzeit die Wahl habt, die Areale einer Epoche selbst zu erkunden, ohne stur von Mission zu Mission zu hetzen. Damit ihr hierzu aber auch Anreiz habt, gibt es quasi überall etwas für euch zu entdecken oder zu sammeln. Egal ob Sly-Logos, versteckte Flaschen oder die allgegenwärtigen Münzen, mit denen ihr euch neue Fertigkeiten für eure Charaktere kauft; für Spieler mit ausgeprägtem Entdeckungs- und Sammeltrieb, ist mehr als genug Motivation geboten, sich die Areale mal etwas genauer anzusehen. Ermöglicht wird das Ganze hier aber vor allem durch die gute Kontrolle über die Charaktere, welche genau so funktioniert, wie man es von einem Sly Cooper-Titel erwartet. Bewegt wird sich über den linken Analogstick, während der rechte die Kamera rotieren lässt, gesprungen wird durch Knopfdruck auf die X-Taste, während ihr per Dreieck und Kreis, charakterspezifische Manöver ausführt. Unabhängig davon welchen der Recken ihr gerade steuert, lässt sich das Spielgeschehen jederzeit genau kontrollieren und selbst in der haarigsten Sprungpassage habt ihr nie das Gefühl, dass euch die Steuerung gerade einen Strich durch die Rechnung macht. Wer bei dem ganzen Charakterwechseln aber schon Angst hat dass der Name des Titels eigentlich gar nicht mehr gerechtfertigt ist – die meisten Missionen bekommt nach wie vor unser Held Sly zugeteilt und viele der Areale sind in erster Linie auf seine Beweglichkeit ausgelegt, wenn es ans Erkunden geht.

Der Murray ist immer bereit!
Nach all dem Lob, fragt man sich doch glatt, wo denn nun die negativen Aspekte des Titels bleiben. Tatsächlich fällt dieser Part aber relativ kurz aus – denn wirklich viel zu Meckern, gibt es bei Sly Cooper 4: Jagd durch die Zeit nicht. Ein Punkt der aber hier definitiv erwähnt werden sollte, sind die überdurchschnittlich langen Ladezeiten des Titels, vor allem wenn ihr von eurem Unterschlupf aus in eines der Areale startet. Hier kann man schonmal getrost bis zu 30 Sekunden vor dem Ladebildschirm sitzen, bis man endlich wieder im Spielgeschehen ist. Gemessen an der Größe der Areale ist dies zwar nicht unverständlich, reißt den Spieler aber dennoch immer mal wieder aus dem sonst sehr angenehmen Spielfluss. Davon abgesehen fallen als einziges Murrays-Spielabschnitte gameplaytechnisch etwas ab, da es hier oftmals um stupides Gegner-Verprügeln geht – und wenn die Sly Cooper-Serie nie für etwas bekannt war, dann ein besonders ausgeklügeltes Kampfsystem zu bieten. Im Kontrast zu den wenigen Mankos, sei aber auch noch eine der größten Stärken des Titels erwähnt: Der Humor. Selten sieht man heutzutage noch ein Spiel, welches auf solch unbeschwerten Humor baut und dies auch noch gekonnt umsetzt, ohne zu aufgesetzt zu wirken. Die Truppe bleibt selten vollkommen ernst und witzelt in jeder noch so heiklen Situation miteinander rum. Zwar bleibt man hier nicht immer von flachen Wortspielen und offensichtlichen Anspielungen verschont, doch sind diese gleichermaßen so liebevoll, dass man dennoch schmunzeln muss. Gepaart wird dies mit der gewohnt sauberen deutschen Sprachausgabe des Titels, die den Humor passend einfängt und rüberbringt.

Technik
Was gibt es hier groß zu sagen? Der Titel steht der PS3-Version in grafischer Hinsicht um nichts nach, sondern lässt die quietschbunte Cel Shading-Optik durch das helle OLED-Display der PSVita sogar noch hübscher erscheinen. Überall sind verträumte Details zu entdecken und vor allem die Lichtspielereien sorgen teilweise für wunderschöne Szenerien innerhalb der Areale. Auch die Animationen der Charaktere sind wieder super gelungen und bringen den Bewegungsmoment der Charaktere korrekt rüber. Ähnlich gut sieht es mit dem Sound aus: Die Hintergrundmusik unterlegt die meisten Situationen musikalisch passend, drängt sich gleichermaßen aber selten in den Vordergrund. Ein wenig mehr Mut zu ausgefalleneren Stücken wäre hier jedoch schön gewesen.

Features & Inhalte
Eines der wohl praktischsten Features für jeden Besitzer einer PS3, dürfte ganz klar die Unterstützung von Cross-Buy, sowie Cross-Save sein. So bekommt ihr beim Kauf der PS3-Version des Titels, die PSVita-Variante gleich gratis in Form eines Download-Codes mit dazu. Daraus resultierender Vorteil ist, dass Cross-Save Unterstützung ihr jederzeit euren Spielstand durch Cloud-Übertragung zwischen beiden Versionen hin und her schieben könnt. So ist es ein leichtes nach dem Spielen am großen TV den Spielstand an die PSVita zu schicken, nur um dann abends im Bett vor dem Einschlafen doch noch eine oder zwei Missionen zu erledigen. Wie bereits erwähnt, gibt es aber auch im Hauptspiel selbst genug Inhalt um lange Zeit an den Handheld zu fesseln. Die verschiedenen Epochen sind abwechslungsreich designt, die diversen Minispiele lockern die Missionen regelmäßig auf, es gibt viele Charaktere zum selber steuern und die Kapitel selbst sind genau so lang, dass sie dann enden wenn ihr mal wieder einen Tapetenwechsel benötigt. Durch die zahlreichen Sammelobjekte ist darüber hinaus genug Langzeitmotivation und Antrieb geboten, auch in bereits abgeschlossene Areale nochmal zurückzukehren.



Fazit:
Wisst ihr, Sly Cooper 4: Jagd durch die Zeit macht mich traurig. Nicht etwa weil es kein gutes Spiel ist – ganz im Gegenteil; sondern durch die Tatsache, dass solch humorvolle und unkomplizierte Hüpfspiele heutzutage nicht mehr entwickelt werden. Umso schöner ist es, dass Sanzaru Games es geschafft hat, an die Qualität der Sly Cooper-Trilogie anzuknüpfen und einen würdigen Nachfolger auf die Beine gestellt hat. Zwar wird nicht ganz die Klasse der damaligen Knüller erreicht, dennoch hat man stets das Gefühl, einen vollwertigen Sly-Ableger zu spielen. Dies liegt nicht zuletzt an der hübschen Cel Shading-Grafik, dem abwechslungsreichen Gameplay und der hervorragend erzählten Geschichte. Etwas negativer fällt hier lediglich, von den Bosskämpfen abgesehen, der viel zu leichte Schwierigkeitsgrad, die langen Ladezeiten und einige seltene Kameraprobleme auf. Von diesen kleinen Mankos abgesehen, bleibt aber schlussendlich nur eines zu sagen: Jeder der Lust auf ein unkompliziertes Hüpfspiel voller Humor und mit einer spannenden Geschichte hat, sollte hier zugreifen. Diejenigen unter euch die bereits die Vorgänger-Titel gespielt haben, sowieso.

Fragt sich ob er auch Vorfahren in der Eiszeit hat: Hans Weiler für PlanetVITA.de

Vielen Dank an Sony für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Pflichtkauf
Deine Wertung:

-
Daumen hoch für Sly – Der König der Diebe ist zurück!

Wertung

SPIELWELT:

9.0

ABWECHSLUNG:

9.0

SCHWIERIGKEIT:

6.0
8
von 10

Abwechslungsreiche Missionen…

Sehr leichter Schwierigkeitsgrad…

Wunderschöne Cel Shading-Grafik

Gute deutsche Sprachausgabe

Viele verschiedene Gameplay-Elemente

Humorvolle Dialoge

…mit gelegentlichem schwarzen Schaf

…der manche Spieler unterfordern kann

Lange Ladezeiten

Seltene Kameraprobleme

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

8 Kommentare