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Spielname:
Akiba's Trip: Undead & Undressed

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Acquire

Genre:
Action Adventure

Release:
10.10.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Akiba's Trip: Undead & Undressed

Review: Akiba's Trip: Undead & Undressed (Import)

Tjark Michael Wewetzer, 04.09.2014

3867°

3

Test mögen: Weitersagen:

Akihabara. Die Technik-Hochburg Japans. Der Traum aller fanatischen Anime- und Videospiel-Anhänger. Seinen Fuß auf diese belebten Straßen zu setzen, die Geschäfte zu durchstöbern und vielleicht sogar den ein oder anderen Schatz mit nach Hause nehmen zu können – das wäre doch was! Nur leider ist so ein Trip nach Japan äußerst kostspielig, ganz zu schweigen von den Ausgaben für all die Souvenirs. Dank XSEED und demnächst auch NIS America gibt es aber ein kleines Stück Software im Westen, das euch zumindest virtuell die belebten Straßen erkunden lässt. Ob Akiba's Trip: Undead & Undressed nur ein schnöder Akihabara-Simulator ist oder auch mehr kann, klären wir in unserem Import-Test.

Digitaler Tourismus
Unser Ausflug beginnt eher ungemütlich: Ein zwielichtiges Job-Angebot, das uns immerhin einen großzügigen Lohn in Form von seltenen Anime-Figuren versprach, führt dazu, dass wir auf einem OP-Tisch aufwachen und nicht mehr ganz menschlich sind. Stattdessen fristen wir nun als sogenannter Synthister unser Dasein. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Art künstlicher Vampir, der zwar kein Blut zum Überleben braucht, dafür aber anderen Menschen Energie entziehen kann. Kurz nach dem unliebsamen Erwachen werden wir von einem mysteriösen Mädchen gerettet, zurück auf die Straßen von Akihabara gesetzt und über den Stand der Dinge informiert: Die Synthister treiben sich nämlich in stetig größerer Zahl in der Technik-Hochburg herum. Klingt ganz nach einem Auftrag für die Akiba Freedom Fighters – eine Gruppe gutherziger Otaku, zu der wir bereits gehören und jetzt mit unseren neuen Synthister-Kräften für Recht und Ordnung in der Umgebung sorgen können.

Während der Aufträge, die euch nach und nach von der zum Hauptquartier ernannten Bar MOGRA erteilt werden, habt ihr die Möglichkeit, die Stadt nach Herzenslust zu erkunden. Das ist tatsächlich auch einer der Hauptreize der Einstiegsphase von Akiba's Trip: Entwickler Acquire hat diverse markante Orte des Tokioter Stadtteils akribisch nachgebaut und dabei auch nicht vor Werbetafeln, Videowänden und Ladenflächen gescheut. Überall zieren farbenfrohe Konstruktionen das Stadtbild, Trailer von beispielsweise Disgaea 4: A Promise Revisited und Mind Zero erschallen im Hintergrund… Es gibt sogar zahlreiche reale Werbeflyer von in Akihabara ansässigen Geschäften, die ihr sammeln und in der Ingame-Enzyklopädie genauer betrachten könnt. Das alles baut erstaunlich gut Atmosphäre auf und vermittelt euch ein wenig das Gefühl davon, wie es dort läuft.

Leider machen sich hier auch schnell die ersten Mängel bemerkbar. So ist die Vita natürlich ein starker Handheld, doch das dicht belaufene, bunte Treiben der Stadt ließ sich nicht ohne weiteres umsetzen. Dass sich relativ wenige Menschen auf den Straßen aufhalten, ist vielleicht noch des Spielflusses wegen verschmerzbar – wer will sich schon durch die Massen drängen, wenn er einfach nur zum nächsten Missionspunkt möchte? Nerviger ist jedoch, dass nach dem Laden eines Areals erst alle Passanten nachgeladen werden müssen. Damit lauft ihr für die ersten fünf bis zehn Sekunden erst einmal durch ein komplett menschenleeres Gebiet. Das stört vor allem dann, wenn man im Rahmen von Nebenmissionen bestimmte NPCs ausmachen muss und diese erst nicht finden kann, weil sie eben noch nicht ins Spiel geladen wurden.

Die Kunst des Strip-Fu
Die eben angeschnittenen Seitenaufträge – und natürlich auch die Story-Quests – laufen natürlich nicht immer friedlich. Schließlich treiben sich fiese Synthister in der Gegend herum. Kommt es zur Konfrontation, lernt ihr das kennen, wofür Akiba's Trip tatsächlich bekannt ist: Die Strip-Gefechte. Da eure Gegner als Pseudo-Vampire eine Allergie gegen Sonnenstrahlen haben, müsst ihr sie bis auf die Unterwäsche (und mit der richtigen Kombo sogar darüber hinaus) entkleiden und so im gleißenden Licht brutzeln. Das System dahinter ist simpel gestrickt: Ihr verfügt über insgesamt drei Angriffstasten, mit denen ihr entweder das Kopf-, Brust- oder Beinkleidungsstück angreifen könnt. Dabei habt ihr je nach Waffengattung eine Hand voll simpler Kombos, einen Konter-Move und einen starken Angriff zur Auswahl. Blinken nach reichlich Bearbeitung die Klamotten eures Kontrahenten rot, könnt ihr durch Gedrückthalten der Angriffstasten zum Griff ansetzen und ihm so die Kleidung vom Leib reißen. Sind mehrere Leute im aktuellen Gefecht „verwundbar“, könnt ihr diese durch einen simplen Tastendruck ebenfalls direkt entkleiden. Gerade bei größeren Kämpfen gewinnen diese Kombos an enormer Wichtigkeit, da ihr nur so schnell der Lage Herr werdet. Umgekehrt müsst ihr natürlich darauf achten, dass euer Ensemble unbeschadet und am Körper bleibt. Habt ihr dann doch mal Schaden erlitten, könnt ihr immerhin auf Kopfdruck in wenigen Sekunden sämtliche Trefferpunkte regenerieren.

Aber auch beim an sich gut klingenden Kampfsystem gibt es einige schwerwiegende Probleme. Allein die automatische Zielerfassung sorgt für Kopfschmerzen: Theoretisch peilt das Spiel von selbst den Feind an, auf den ihr euch primär zubewegt. Wenn ihr allerdings in einer kleinen Massenprügelei – und davon gibt es in der zweiten Hälfte des Spiels und vor allem auf den höheren der vier Schwierigkeitsgrade einige – schnell das Ziel wechseln wollt, passiert das nur widerwillig. Die suboptimale Kamera, die vor allem in den eher engen Teilen Akihabaras herumzickt, hilft da ebenfalls wenig. Nicht zuletzt ziehen sich manche der späteren Gefechte unnötig, allein durch die schiere Masse an Gegnern, die es zu schlagen gilt. Und als würden die Horden nicht schon an unseren Nerven zerren, belasten sie auch noch den Prozessor der Vita stark. Bei den Kämpfen knickt nämlich nur zu gerne mal die Bildrate ein, richtig große Schlachten verschlimmern das Problem nur. Wirklich unspielbar wird Akiba's Trip dadurch zum Glück nie, auffällig sind diese kleinen Ruckelpartien dennoch.

Hinzu kommt, dass auch am Spiel selbst an sich nicht sonderlich viel dran ist und das, was da ist, eher monoton ausfällt. Die Hauptmissionen entsenden euch stets von der Bar MOGRA zu einem Punkt in Akihabara, wo in der Regel ein Kampf wartet, bevor ihr wieder zurückkehrt und den nächsten Punkt abklappert. Die Nebenmissionen sind zum Glück ein wenig abwechslungsreicher und lassen euch beispielsweise bestimmte Punkte der Stadt fotografieren, wiederholen sich aber schlussendlich ebenfalls recht schnell. Vielleicht ist es daher gar nicht so schlecht, dass das Spiel ohne Sidequests in unter zehn Stunden schlagbar ist und ihr selbst mit allen Zusatzaufträgen nicht länger als 20 Stunden braucht. Immerhin: Fünf verschiedene wahre Enden sorgen für ein klein wenig Wiederspielwert und dank New Game+ dürft ihr bei jedem erneuten Anlauf eure gesamte Sammlung an Ausrüstungsgegenständen mit in die neue Runde nehmen.

Ein gutes Herz unter passabler Technik
Wir haben es bereits mehrfach anklingen lassen: Die technische Umsetzung von Akiba's Trip lässt zu wünschen übrig. Die Ruckler, das verzögerte Laden von Charakteren – was bei uns sogar einmal für ein Gespräch zwischen zwei nicht existenten Personen gesorgt hat – und die teils doch etwas matschigen Umgebungstexturen tragen nicht gerade zu einem schönen Gesamtbild bei. Das ist gerade deswegen schade, weil das Spiel sonst eigentlich gut aussieht. Die Figuren sind gut animiert, die verschiedenen Finishing-Moves, mit welchen ihr die Synthister um ihre Klamotten erleichtert, effektreich in Szene gesetzt und die Großstadt-Atmosphäre kommt wirklich gut rüber. Man bekommt den Eindruck, dass sich die Macher durchaus Mühe gegeben haben, aber letzten Endes doch an technischen Limitationen gescheitert sind. Dafür sprechen auch die Dialoge und Texte, die zwar alles andere als tiefgründig sind, dafür aber zumindest unterhalten, solide englisch vertont wurden (Puristen können natürlich auf den japanischen O-Ton und sogar japanische Texte zurückgreifen) und gerade für Anime- und Videospiel-Nerds einige nette Anspielungen bereithalten. Kenner von Beispielsweise Neon Genesis Evangelion, Corpse Party und Final Fantasy X sollten unbedingt die Augen offen halten.



Fazit:
Es ist fast schon ein wenig schade: Hätten sich die Macher ein wenig mehr Zeit genommen und allem voran die Technik-Macken ausgebügelt, hätte Akiba's Trip: Undead & Undressed toll werden können. Freilich kein Meilenstein der Videospielgeschichte, aber zumindest mehr als „das Spiel, bei dem man Leuten die Kleider vom Leib reißt“. Die virtuelle Umsetzung des Technik-Mekkas Akihabara ist trotz leichter Schrumpfkur gelungen, die humorvollen Dialoge strotzen nur vor Insider-Gags für Gaming- und Anime-Nerds und das Kampfsystem verfügt immerhin über gute Ansätze. Leider sorgt die hakelige Umsetzung letzterer dafür, dass die Gefechte gerade bei größeren Gegnergruppen mehr zäh und nervig als spaßig ausfallen, die spürbarer Framerate-Einbrüche stören ebenfalls und dass die Passanten bei den Erkundungstrips erst ein paar Zusatzsekunden zum Laden brauchen, nagt ein wenig an der Atmosphäre. Hinzu kommt, dass die Missionen eher eintönig sind und damit trotz mehrerer Enden nicht so recht zum erneuten Durchmarsch motivieren. Als kleine Kuriosität oder Vorgeschmack auf das echte Akihabara kann man sich das Spiel gerne mal zum kleineren Preis anschauen. Für mehr reicht es aber wirklich nicht.

Successor of the Akiba Shinken: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Netter Ausflug zur Technik-Hochburg Japans, der aber unter gravierenden technischen Problemen leidet.

Wertung

SPIELWELT:

7.0

ABWECHSLUNG:

4.0

TECHNIK:

5.0
5
von 10

Faszinierende Nachbildung Akihabaras

Viele Nebenquests…

Effektreiche Kämpfe…

Leichtherzige Dialoge

Mehrere Enden & New Game+

Eintönige Aufträge

Passanten laden recht spät

…und doch recht kurz

…die später eher zäh ausfallen

Frickelige Steuerung

Zickige Kamera

Deutliche Framerate-Einbrüche

Wie werten wir?

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3 Kommentare