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Spielname:
Atelier Ayesha Plus: The Alchemist of Dusk

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
39,99 €

Publisher:
Tecmo Koei

Developer:
Gust

Genre:
Rollenspiel

Release:
21.01.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Atelier Ayesha Plus: The Alchemist of Dusk

Review: Atelier Ayesha Plus: The Alchemist of Dusk

Tjark Michael Wewetzer, 13.02.2016

2478°

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Das Ende einer Geschichte ist der Anfang einer neuen. Nachdem Gust und Koei Tecmo die Arland-Saga der Atelier-Reihe in ihrer Gänze auf der Vita nacherzählt hat, bewegen wir uns jetzt in die melancholische Welt der Dusk-Trilogie. Anstelle einer farbenfrohen Welt und einer mehr auf Humor getrimmten Geschichte erwartet uns eine ruhigere Erzählung inmitten eines dem Untergang geweihten Landes. Wobei das natürlich nicht heißen soll, dass alle Reize des bisherigen Trios über Bord geworfen wurden. Warum ihr euch als Rollenspiel-Freund Atelier Ayesha Plus: The Alchemist of Dusk unbedingt näher anschauen solltet, verrät euch dieser Test.

Die Geister, die ich rief
Die Protagonistin dieser Geschichte ist Ayesha Altugle, eine junge Apothekerin, die in ihrer einsamen Behausung gemeinsam mit ihrer treuen Kuh Pana ein ruhiges Leben führt – und regelmäßig einen Gedenkstein ihrer verschollenen Schwester Nio besucht. Eines Tages jedoch erscheint der Geist Nios vor Ayesha und ein geheimnisvoller Alchemist namens Keithgriff zeigt sich. Laut ihm sei das Schwesterlein noch zu retten, allerdings müsse Ayesha dafür ihre Kenntnisse in der Kunst der Alchemie vertiefen. Fest entschlossen, Nio zu retten, macht sich die sonst eher zurückhaltende Apothekerin auch schon bald gemeinsam mit Pana als Packkuh auf, um mehr über die weite Welt und die Geheimnisse der Alchemie zu erfahren.

Zur Erfüllung des großen Hauptziels stehen euch ingesamt drei Ingame-Jahre zur Verfügung. Das klingt nach einem recht strengen Zeitlimit, zumal ein einfacher Fußmarsch von Kartenpunkt zu Kartenpunkt bereits mehrere Tage in Anspruch nimmt – vom Einsammeln von Materialien ganz zu schweigen –, reicht aber mehr als locker für alles Wichtige aus. In unserem Spieldurchlauf hatten wir das Ziel bereits im zweiten Spieljahr erfüllt und konnten den Rest der Zeit für Nebenaufgaben oder zur Vorbereitung für das New Game+ nutzen. Wirklich alles innerhalb dieser Zeitspanne zu schaffen, erfordert jedoch äußerst gute Planung.

Ein großer Reiz von Atelier Ayesha ist nämlich das Treiben der bedeutenderen Nebencharaktere. Wir verfolgen etwa die auszubildende Hexe Wilbell dabei, wie sie auf sich allein gestellt über die Runden kommt und ihrem Training nachgeht, begleiten die Schürferin Regina auf Schatzsuche oder lernen auf einem fernen Kontinent die Salzhändlerin Tanya kennen, die vom Großstadtleben träumt. Da diese Ereignisse quer über die Weltkarte verteilt und nicht immer einfach aufzufinden sind, werdet ihr mit aller Wahrscheinlichkeit nicht alle Nebengeschichten des Spiels in einem Spieldurchmarsch erleben können – die Kuhhirtin Nanaca haben wir beispielsweise über weite Teile des Spiels komplett verpasst. In Kombination mit den mehreren Enden des Spiels und der Möglichkeit, zuvor erspieltes Geld und ausgerüstete Gegenstände in ein neues Spiel übernehmen zu können, sorgt das wiederum auch für einen Anreiz zum erneuten Anlauf.

Die Gegner von gestern sind die Zutaten von heute
Das zweite große Kernfeature ist natürlich die umfangreiche Crafting-Mechanik, die im Vergleich zur Arland-Trilogie stark überarbeitet wurde. Statt einer Vielzahl zufälliger Beschaffenheiten verfügen sämtliche Objekte jetzt über einen festen Eigenschaften-Stamm – mit einer Hand voll kleinerer Variablen. Ferner sind alle Gegenstände sowie bestimmte Boni nun fest den vier Elementen Feuer, Wind, Wasser und Erde zugeordnet. Füllt ihr bei der Synthese durch den richtigen Mix die Elementaranteile so, dass sie einen gewissen Wert erreichen, schaltet ihr die entsprechende Eigenschaft frei. In Kombination damit, dass ihr diese Werte im weiteren Spielverlauf durch spezielle Alchemie-Fertigkeiten manipulieren könnt, wird aus dem Crafting-System so schnell eine ziemlich coole Knobelei, bei der ihr euch vermutlich mehrmals dabei erwischen werdet, eine möglichst optimale Lösung herauszupuzzeln. Profis können sogar noch einen Schritt weiter gehen und in vielen kleinen Schritten hilfreiche Eigenschaften eines Endprodukts oder Schatzes so lange weiterverarbeiten, bis sie so in einer Waffe oder in einem Ausrüstungsobjekt landen, wie ihr sie haben wollt. Dafür ist allerdings wirklich viel Querdenkerei erforderlich.

Die notwendigen Materialien wollen selbstverständlich zunächst gesammelt werden und das geschieht entweder beim Shopping in den wenigen Städten und Dörfern von Atelier Ayesha oder in freier Wildbahn. Jedes Aufsammeln kostet euch dabei, wie bereits weiter oben erwähnt, Zeit und ist zudem nicht ungefährlich. Zahlreiche Monster tummeln sich in den Arealen herum und fordern euch bei Kontakt zu einem rundenbasierten Gefecht heraus. Hier wurde ebenfalls im Vergleich zur Arland-Reihe nachgebessert: Die Position eures Trios ist von Bedeutung, über Unterstützungsaktionen, die von einer zusätzlichen Spezialanzeige gespeist werden, könnt ihr zudem zu Hinterrücksangriffen oder anderen Hilfsmanövern ansetzen, sobald einer eurer Charaktere seinen Zug durchgeführt hat. Wer sich zudem bei Ayeshas Angriffs-Items richtig austobt, kann auch die härtesten Gegner relativ gefahrlos knacken. Da sich jedes Objekt nur begrenzt einsetzen lässt und danach neu erschaffen werden muss, ist auf der anderen Seite aber auch Sparsamkeit geboten – zumindest bis im letzten Teil der Story der Schwierigkeitsgrad einen deutlichen Sprung macht und ihr plötzlich mit etwas härteren Kalibern kämpfen müsst.

Ein echter Hingucker
Wo wir schon bei Arland-Vergleichen sind: In technischer Hinsicht kann Atelier Ayesha problemlos mit den Vorgängerspielen mithalten und präsentiert sich mit sehr atmosphärischen, wenngleich nicht immer gestochen scharfen oder wohlmodellierten Umgebungen. Das machen aber A) der Stil und B) die wunderschönen Charaktermodelle wieder wett. Gerade letztere wirken besonders in Standbildern fast schon handgezeichnet und lassen die Figuren richtig lebending erscheinen. Schade nur, dass die Framerate aufgrund dessen beizeiten zum Einknicken tendiert, da wir es hier aber mit einem ruhigen RPG zu tun haben, tut das der Spielbarkeit keinen Abbruch. Auch die hin und wieder etwas lang ausfallenden Ladepausen sind verkraftbar. Eure Ohren werden hingegen auf ganzer Linie verwöhnt, denn das melancholische Land der Abenddämmerung bietet eine ganze Palette zauberhafter Klänge, die Ayesha auf ihrer Reise begleiten. Die englische Sprachausgabe, die bei vielen der ebenfalls komplett in Englisch gehaltenen Texte zum Einsatz kommt, ist zumindest weitestgehend ordentlich, Fans des O-Tons können alternativ auch die japanische Vertonung einschalten. Außerdem kommt die Vita-Version immerhin mit allem nennenswerten DLC der PS3-Version und weiteren Bonus-Kostümen und kleinen Extras daher.



Fazit:
Atelier Ayesha Plus: The Alchemist of Dusk ist ein starker Kontrast zur vorherigen Arland-Trilogie. Statt superfröhlicher, humorvoller Abenteuer in einer bunten Welt steht hier eine ruhige Reise in einer bedrückenden Umgebung an. Doch selbst in Anbetracht der Lage glimmt noch immer ein Licht der Hoffnung in den Augen der Menschen auf, die Ayesha auf ihrer Reise trifft. Gemeinsam mit ihr lernen wir mehr über den Stand der Welt, die Geheimnisse der Alchemie und gewinnen einen ersten Einblick in das, was zur jetzigen Situation geführt hat. Trotz dieses Kontrasts sind alte Tugenden jedoch nicht vergessen: Die Kämpfe sind nun ein kleines Stück anspruchsvoller, wenn auch – gute Vorbereitung vorausgesetzt – noch immer nicht übermäßig schwer und die Item-Synthese wurde zugänglicher gemacht, ohne dass Profis mit Durchblick allzu sehr auf ihre Feintuning-Möglichkeiten verzichten müssen. Damit zählt Atelier Ayesha auch zu den einsteigerfreundlicheren Spielen der Reihe und kann bedenkenlos jedem ans Herz gelegt werden, der ein sympathisches, kleines Rollenspiel für entspannte Abende sucht.

Oink-Moo! Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

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-
Ein liebevolles, einsteigerfreundliches Rollenspiel mit Crafting-Fokus in einer faszinierenden, melancholischen Welt.

Wertung

STORY:

7.0

SPIELWELT:

8.0

SPIELTIEFE:

8.0
8
von 10

Einsteigerfreundliches Alchemie-System

Verbesserte Kämpfe

Faszinierende Welt

Vielfältige, interessante Charaktere

Viele kleine Nebengeschichten

Mehrere Enden und New Game+

Bildhübsche Charaktermodelle

Einmalige Musik

Umgebungsmodelle schwanken qualitativ

Framerate könnte stabiler sein

Gelegentlich lange Ladepausen

Unschöner Sprung im Schwierigkeitsgrad gen Ende

Keine deutsche Übersetzung

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