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Spielname:
Atelier Escha & Logy Plus: Alchemists of the Dusk Sky

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
39,99 €

Publisher:
Koei Tecmo

Developer:
Gust

Genre:
Rollenspiel

Release:
20.01.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Atelier Escha & Logy Plus: Alchemists of the Dusk Sky

Review: Atelier Escha & Logy Plus: Alchemists of the Dusk Sky

Tjark Michael Wewetzer, 02.06.2016

1830°

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Wenn eine Welt dem Untergang geweiht ist, muss dies nicht immer mit Paukenschlägen und Explosionen vonstatten gehen – das bewies uns bereits Atelier Ayesha, das uns ins Land der Abenddämmerung führte und eine Welt zeigte, die so gar nicht gesund ist. Und doch geht das Leben weiter, denn die Menschheit hat noch lange nicht das Handtuch geworfen. In Atelier Escha & Logy Plus: Alchemists of the Dusk Sky erleben wir die Geschehnisse nun aus der Perspektive der Regierung. Oder zumindest aus der einer abgelegenen Zweigstelle der Regierung, in der unsere beiden Titelhelden beschäftigt sind. Warum sich der neue Job lohnt, verraten wir euch in unserem Test.

Ein Atelier für zwei
Wie der Titel bereits andeutet, gibt es im zweiten Teil der Dusk-Trilogie gleich zwei spielbare Hauptcharaktere: Die aufgeweckte und leicht tollpatschige Escha Malier, die in Colseit, dem Schauplatz des Geschehens, aufgewachsen ist, sowie den etwas verschlossenen Großstadtalchemisten Logix Fiscario, im Folgenden Logy genannt. Gemeinsam fangen sie bei der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Colseit an, um Regierungsjobs zu erledigen. Beide verfolgen aber natürlich auch ihre eigenen Träume und lernen in diversen Dialogen auch die ihrer Nachbarn, Kollegen und Bekanntschaften kennen. Sei es der Abenteurer Reyfer, der stets auf der Suche nach wertvollen Schätzen ist, die schüchterne Ärztin Lucille oder auch altbekannte Gesichter wie die Söldnerin Linca und die Hexenschülerin Wilbell – die Charaktere sind das unbestrittene Highlight des Spiels und einer der Hauptgründe dafür, warum ihr euch mit Atelier Escha & Logy beschäftigt.

Da die beiden Protagonisten jedoch von Beginn an zusammenarbeiten, ist die Auswahl eurer Hauptfigur leider ziemlich oberflächlich. Die beiden Spieldurchmärsche unterscheiden sich lediglich in einer Hand voll Dialogzeilen sowie ganz wenigen Gegenständen und jeweils einem charakterexklusiven Ende – ansonsten sind beide Seiten praktisch deckungsgleich. Die Hauptgeschichte plätschert zudem mehr so ruhig vor sich hin, was zumeist daran liegt, dass ihr euch von einer Aufgabenliste zur nächsten hangelt und erst gegen Ende einigen Geheimnissen rund um Colseit auf die Schliche kommt.

Wir leben für den Staat
Wo wir schon bei der Aufgabenliste sind: Wie es sich für ordentliche Beamte gehört, läuft eure Tätigkeit für die Regierung strikt nach Plan. Die Spieljahre sind in drei Teile unterteilt, die jeweils 120 Tage andauern und euch mit einer Pflichtaufgabe und einer Hand voll Nebenmissionen betraut. Anfangs synthetisieren wir beispielsweise Ersatzteile für die Windmühle der örtlichen Apfelplantage oder erkunden nahegelegene Ruinen. Die Hauptquests sind dabei durchgehend dermaßen einfach, dass ihr die wahrscheinlich schon innerhalb der ersten paar Ingame-Wochen erledigt. Das gibt euch mehr als genug Zeit für alle Nebentätigkeiten, die euch mitunter näher an die Spielmechaniken von Atelier Escha & Logy heranführen. Da wird beispielsweise von euch verlangt, Bürger und Beamte mit gewissen Gegenständen zu versorgen oder Objekte mit bestimmten Eigenschaften zu erschaffen und sie im Feldversuch direkt auszuprobieren. Auch diese Aufgaben überfordern euch jedoch nie. Wir haben praktisch jedes Aufgabenset gleich beim ersten Anlauf mit zwei oder gar mehr übrigen Spielwochen auf dem Zähler erledigen können – verpasste Missionen können zudem im letzten Teil des Spiels schmerzfrei nachgeholt werden.

Ganz wie Atelier Ayesha setzt Atelier Escha & Logy auf ein vereinfachtes, leichter durchschaubares Alchemie-System als es in den Arland-Spielen der Fall war. Soll heißen: Ihr bestimmt über verständliche Elementanzeigen, welche Eigenschaften euer Produkt in sich trägt, während bis zu drei Zusatzeigenschaften von den genutzten Materialien übernommen werden können. Gerade mit den Synthesefähigkeiten, die ihr mit bei der Objektzugabe angesammelten, elementcodierten Ressourcenpunkten füttert, weist der Alchemie-Prozess einen deutlichen Puzzle-Einschlag auf, ohne jedoch zu viel Tiefgang vermissen zu lassen. Mit etwas Durchblick und Planung lassen sich – gerade gegen Ende – recht einfach starke Objekte erstellen. Besser noch: Anders als in den bisherigen Atelier-Spielen müsst ihr Nutzungsobjekte wie Bomben und Arzneien nicht immer neu erstellen. Stattdessen werden eure Vorräte bei der Rückkehr zum Atelier sofort wieder komplett aufgefüllt. Auf der anderen Seite müsst ihr eure Kampfgegenstände nun in einem separaten Ausrüstungsmenü mit begrenztem, wenngleich erweiterbarem Platz anlegen.

Feldversuche und Gruppenkämpfe
Womit wir zu den Ausflügen kommen. Die Weltkarte von Atelier Escha & Logy funktioniert, ganz gemäß der amtlichen Aufmachung, ebenfalls etwas anders. Eure wenigen Zielpunkte auf der Oberwelt sind nämlich in diverse Teilgebiete aufgeteilt, die ihr nach Betreten der Ortschaft aufsuchen könnt. Diese Unterteilung sorgt leider dafür, dass sich die Welt weniger wie ein zusammenhängendes Konstrukt und mehr wie ein aufgehübschtes Menü anfühlt – Entdeckerfreude geht anders! Dafür vergeht bei eurem Marsch durch die Untergebiete keine Zeit, das passiert nur auf der Oberwelt oder bei Aktionen wie Kämpfen und dem Sammeln von Objekten.

Die Gefechte wurden gleichermaßen überholt und wirken nun deutlich flotter als bei den Vorgängerspielen. Dabei ist das Grundprinzip unverändert: Eure dreiköpfige, aktive Kampfmannschaft und eure Gegner agieren gemäß der Zugreihenfolge am oberen Bildrand abwechselnd, wobei euren Leuten normale Angriffe, Spezialmanöver und – im Falle eurer beiden Alchemisten – Items zur Verfügung stehen. Neu ist nun, dass ihr bis zu drei Unterstützungskämpfer mit in die Schlacht nehmen könnt, die sich auf Befehl oder beim Ableben eines Kameraden einwechseln lassen. Ist eure teamübergreifende Support-Leiste ausreichend gefüllt, könnt ihr die Mannschaft von der Ersatzbank aus auch für Verteidigungs- und Kombo-Manöver heranziehen. Gerade bei Bossen wird dies von entscheidender Bedeutung, erhöht sich doch der mit euren Attacken ausgeteilte Schaden je nach Länge der Kombo. Bei den optionalen Superbossen seht ihr ohne derartige Manöver erst recht kein Land, während die etwas sanftmütigeren Story-Bosse sich zumindest mit ausreichend starker Ausrüstung hinhalten lassen. Die Verbesserungen sorgen insgesamt dafür, dass die Kämpfe deutlich dynamischer und spaßiger ausfallen. Auf der anderen Seite wirkt nun das Positionierungssystem aus Atelier Ayesha etwas aufgesetzt und weitestgehend überflüssig – wir haben uns teilweise gefragt, warum es überhaupt noch implementiert wurde.

Das schönste Ende der Welt
Ganz wie in Atelier Ayesha zuvor präsentiert sich die Spielwelt äußerst hübsch. Die teils etwas verwaschenen Texturen und kantigen Umgebungsmodelle fallen angesichts der stimmig zusammengestellten Areale kaum ins Gewicht, die äußerst detaillierten und wohlanimierten Charaktermodelle von Freund und Feind glänzen zudem nach wie vor – leider teils auf Kosten der Framerate, die gerade bei aufwendigeren Effekten gerne mal einknickt. In musikalischer Hinsicht bietet Atelier Escha & Logy ebenfalls gewohnt hohes Serienniveau und liefert stets zur Stimmung passende Melodien. Die englische Sprachausgabe hingegen klingt beizeiten etwas holprig – gerade Logys Zeilen wirken teils unbeholfen abgelesen. Immerhin können Freunde des O-Tons alternativ zur japanischen Tonspur wechseln. Die Probleme können aber auch mit den leider nur in englischer Sprache verfügbaren Texten zu tun haben. Diese sind nämlich ebenfalls alles andere als sorgfältig lokalisiert und lesen sich teils holprig. Speziell bei den Aufgaben sind uns einige schwere Fehler aufgefallen, weswegen es nicht immer ganz klar ist, was das Spiel eigentlich von euch verlangt – ein böses Foul!



Fazit:
Der zweite Teil der Atelier-Dusk-Trilogie ist ein bedeutender Schritt vorwärts – zumindest im gameplaytechnischen Sinne. Während das Alchemie-System im Prinzip nur weiter verfeinert wurde, erfuhr speziell das Kampfsystem eine merkliche Veränderung. Die größere Kampfgruppe und die Möglichkeit, sie über Support-Kombos direkt in einen einzigen Zug einzuspannen, macht die Gefechte taktischer und dynamischer, wenngleich noch immer nicht so wirklich anspruchsvoll. Die Objekt-Synthese fühlt sich zudem nun auch weniger nach Fleißarbeit an, da Gebrauchsgegenstände automatisch bei eurer Rückkehr zum Atelier nachproduziert werden – praktisch! Leider lässt Atelier Escha & Logy Plus: Alchemists of the Dusk Sky dafür bei der faszinierenden Spielwelt federn: Die deutlich lieblosere Oberwelt vermittelt euch weniger das Gefühl eines zusammenhängenden Landes, als das einer Checkliste. Auch sind die Aufgaben, an die ihr euch im Zuge der Story heranwagt, wieder simpel gestrickt und die Haupthandlung mit Ausnahme des Endteils eher schwach. Die liebenswerten Charaktere mit ihren interessanten Nebengeschichten sorgen aber schlussendlich dafür, dass euch auch mit Escha und Logy alles andere als langweilig wird – denn ganz wie bei den anderen Serienablegern sind sie die eigentlichen Stars der Story. Und natürlich das gewohnt spaßige Synthese-System! Wenn euch also der Sinn nach einem entspannten Abenteuer mit einer ruhigen Grundstimmung, einer zugänglichen Lernkurve und interessanten Gefährten steht, dann begleitet doch mal die Alchemisten des Abendhimmels bei ihrer Reise!

Hat eigentlich Höhenangst: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Auf in die Lüfte! Viele Detailverbesserungen und eine charmante Crew machen den zweiten Teil der Dusk-Trilogie spielenswert.

Wertung

STORY:

6.0

SPIELWELT:

7.0

CHARAKTERE:

9.0
8
von 10

Liebenswerte Charaktere

Spaßige Item-Bastelei

Verbessertes Kampfsystem

Geschmeidige Lernkurve

Nachproduzieren von Kampf-Items entfällt

Wunderschöne Charaktermodelle

Einmaliger Soundtrack

Hauptgeschichte gewinnt erst gen Ende an Fahrt

Kaum Unterschiede zwischen Eschas und Logys Story

Nur wenige wirkliche Herausforderungen

Lieblose Oberwelt

Wackelige Framerate

Englische Lokalisierung mit Fehlern

Keine deutsche Übersetzung

Wie werten wir?

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