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Spielname:
Tokyo Twilight: Ghost Hunters

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
ArcSystem Works

Genre:
Rollenspiel

Release:
13.03.2015 (erschienen)

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Tokyo Twilight: Ghost Hunters

Review: Tokyo Twilight: Ghost Hunters

Denis Wewetzer, 11.04.2015

3261°

3

Test mögen: Weitersagen:

Ich muss sagen, ich behaupte gerne von mir, relativ gut informiert zu sein. Zumindest wenn es um das Erscheinen von Spielen geht. Heutzutage entwickelt sich allerdings gerne der Trend, dass man ein Spiel erst dann bemerkt, als es im Regal seines Händlers des Vertrauens steht. So ähnlich ging es mir dann mit Tokyo Twilight: Ghost Hunters, von dem ich zuvor noch gar nichts gehört habe – bis NIS so freundlich war, es mir einfach zuzuschicken. Freundlich, auf jeden Fall, aber ohne PR gehen Spiele gerne mal unter. Hätte es der Titel verdient oder ist es schade drum, dass nicht mehr Wirbel um ihn gemacht wurde? Sehen wir uns das mal genauer an.

Schüler in Japan – die Mädchen für alles
Man ist es von japanisch angehauchten Spielen inzwischen gewohnt, aber die Schüler sind gerne mal die Mädchen für alles – aus welchen Gründen auch immer. In diesem Fall geht es um das Exorzieren von Geistern, obwohl das nicht ausschließlich von Schülern übernommen wird. So wird man in Tokyo Twilight als neuer Schüler einer Akademie recht schnell zur Firma Gate Keepers gezogen, die sich eigentlich nur darauf spezialisiert, eine Zeitschrift über Okkultes zu veröffentlichen. Allerdings gehen die Mitarbeiter der Firma auch gerne mal einem Zweit-Job nach: Der Geistervertreibung. Sie besitzen nämlich die spezielle Fähigkeit, die Geister überhaupt sehen zu können und da diese in vielen Fällen eher bösartig sind, haben sie sich dazu entschlossen, es selbst in die Hand zu nehmen und diese so zu vertreiben. Na, wenn's sonst nichts ist...

Die zwei Seiten der Medaille
Diese Zweiteilung verzeichnet sich in gewisser Weise auch im Gameplay. Bevor ich jedoch genauer darauf eingehe: Lest euch das (leider ausschließlich virtuelle) Handbuch durch! Das Spiel erklärt einem so gut wie nichts, sodass man sich sehr schnell mal unglaublich verloren sieht. Aber zurück zum Text: Es gibt zum einen den Teil, der eher mit einer Visual-Novel zu vergleichen ist. Man verfolgt recht strickt die Geschichte und hat dabei hin und wieder ein paar Entscheidungsmöglichkeiten, die allerdings nicht großartig an der Erzählung rütteln, dafür aber die ein oder andere witzige Reaktion hervorrufen können. Besonders an diesem Titel ist hierbei, dass manche Auswahlmöglichkeiten dadurch bestimmt werden, dass man sich zuerst eine Reaktion (also so etwas wie Freundlichkeit, Trauer, oder Wut) aussucht, um daraufhin einen Sinn zu bestimmten, durch den diese Reaktion ausgeführt werden soll. Um hierbei die gewollte Aktion hinzukriegen, bedarf es allerdings etwas Übung, da die Resultate nicht gerade leicht vorauszusehen sind. Um das Ganze aber etwas besser zu veranschaulichen: Trifft man eine neue Person und wählt zuerst die Freundlichkeit und daraufhin den Tastsinn aus, so gibt man der Person die Hand. Aber ohne weiter große Erklärungen zu geben: Übung ist tatsächlich der Schlüssel zum Sieg.

Wenn man nicht gerade hierbei ist, befindet man sich in einem rundenbasierten Strategie-Rollenspiel, das so seine Eigenheit hat. In diesen Abschnitten geht es darum, sich durch die Umgebung zu bewegen und die Geister auszuschalten. Hierbei sind unglaublich viele Dinge zu beachten. Das Erste: Die Geister können nicht sofort gesehen werden. Man befindet sich also größtenteils in einer dunklen Wohnung oder in einem anderen Objekt, und sucht erst einmal. Die Fortbewegung geschieht dabei auf einer Art Brett, wie es bereits durch viele bekannte Strategie-Titel wie Fire Emblem bekannt ist. Um die Geister zu finden, sind die Vorhersagen wichtig. Denn diese geben einem zwischen den Zügen an, wo sich der gesuchte Geist ungefähr befindet. Hat man ihn dann gefunden, wird es nicht viel leichter. Er muss schließlich erst einmal getroffen werden und auch hier muss man sich überlegen, wie genau man vorgeht.

Die aktive Geisterjagd
Während man selbst nämlich seinen Zug ausführt, bewegt sich auch der Geist fort. Um ihn also zu treffen, muss man sich überlegen, wo dieser wohl bei seinem Zug hinschwebt. Es wird zwar angezeigt, wo er überall hin kann, allerdings wird man ohne Hilfsmittel nie genau sagen können, wo er sich wirklich hinbewegt. Dafür gibt es allerdings Fallen, die vor der Mission platziert werden können. Mit gelegtem Salz lässt sich zum Beispiel verhindern, dass ein Geist einen bestimmten Ausweg nimmt und wegschwebt. Mit Weihwasser kann ihm sogar Schaden zugefügt werden. Durch diese ganzen Elemente blüht der Strategie-Teil des Spiels erst richtig auf und man findet die Geisterjagd spaßig und spannend – obwohl man schnell das Gefühl bekommt, dass es etwas zu einfach ist, wenn man sich gut vorbereitet hat. Weniger gute Vorbereitung kann schnell zu einem Game Over führen, indem man entweder die vorher vorgegebene Zugzahl überschritten oder der Hautpcharakter keine Lebensenergie mehr hat.

Man könnte sich jetzt vielleicht denken: Na dann greife ich einfach alles an, irgendwann finde ich den Geist schon. Hier gibt es allerdings auch einen großen Haken. Geht der eigene Angriff in die Leere und steht da zufälliger Weise gerade ein Möbelstück, wird dieses mit großer Wahrscheinlichkeit kaputtgehen – was einem am Ende der Mission in Rechnung gestellt wird. Schlägt man also wie eine Furie um sich, muss man vielleicht sogar noch die Schäden mit dem eigenen Geld ausgleichen und geht somit leer aus. Die Firma will schließlich auch Profit machen – und man selbst kann das Geld zum Aufrüsten in einem Shop verwenden. Es lohnt sich also, taktisch zu denken.

Abseits der Geisterjagd
Neben diesen zwei großen Abschnitten, sollte die Vorbereitung eigentlich nicht unerwähnt bleiben. Hierbei lassen sich nämlich auch diverse Dinge anstellen. Man kann mit den Team-Mitglieder reden, um sie besser kennen zu lernen, ein kleines Mini-Spiel spielen oder mit ihnen sogar trainieren. Während die Dialoge nur kleines Extras sind und das Mini-Spiel mal für ein wenig Abwechslung sorgt, ist das Training für den Hauptcharakter zumindest nicht unwichtig. Denn nur so ist er in der Lage, neue Fähigkeiten von den anderen Mitglieder zu erlernen und somit in den Exorzismen tatkräftig mitzuhelfen.

Gameplay
Ich muss unbedingt noch einmal erwähnen: Lest euch das Handbuch durch! Solche Dinge wie die freien Missionen oder die Erklärung der Interaktionen in den Visual-Novel-Abschnitten werden einem vom Spiel nicht gesagt. Sollte man sich daran allerdings nicht stören, findet man hier eine außerordentlich gut erzählte Geschichte mit netten Charakteren und einem sehr gut umgesetzten, strategischem Kampfsystem. Alles funktioniert flüssig und lässt sich nach kurzer Zeit schnell in die Tat umsetzen, auch wenn die Auswahl der Aktionen mit dem System von Emotionen und Sinnen etwas gewöhnungsbedürftig ist. Zudem gibt es nicht allzu viel Abwechslung, sodass man mit der Zeit etwas Monotonie empfinden kann.

Grafik
Eines muss man den Entwickler lassen: Sie haben es wirklich drauf, flüssige und nett anzusehende 2D-Animationen zu gestalten. Schade ist nur, dass der Großteil des Spiel (die Strategie-Elemente) über eine sehr, sehr vereinfachte Karte angezeigt werden und man immer nur viel Dunkelheit sieht, sobald man dann mal aus den Augen der Charaktere durch die Wohnung sieht. Besonders viele Effekte gibt es hier auch nicht zu betrachten, sodass die visuelle Präsentation mehr ein zweischneidiges Schwert ist.

Sound
Ich lobe wirklich gerne einen guten Soundtrack, wenn ich ihn höre. Im Fall von Tokyo Twilight muss ich wieder ein solches Lob aussprechen, da der Soundtrack tatsächlich sehr gelungen ist. Es gibt stimmungsvolle Musik in diversen Abschnitten des Spiels, die die momentane Situation immer gut unermalt. Über längere Zeit fällt allerdings auf, dass es häufig dieselben Songs sind. Das soll auch kein großer Kritik-Punkt sein, da man nach gut 10-15 Stunden das Spiel durchgespielt haben kann, aber es ist schon schade wenn man bedenkt, wie gut der Soundtrack eigentlich ist.



Fazit:
Mit Tokyo Twilight: Ghost Hunters hat sich NIS, zumindest was die PR angeht, keinen Gefallen getan. Und tatsächlich ist das ein wenig schade, denn ein schlechtes Spiel haben wir hier nicht vor uns. Die Strategie-Elemente sind gut durchdacht und wirken frisch, der Soundtrack kann sich im Grunde genommen hören lassen und die visuelle Darstellung ist ebenfalls nicht schlecht. Lediglich die auf Dauer aufkommende Monotonie und die etwas kurze Story können negativ aufstoßen, aber Freunde von vielen Möglichkeiten und Strategie-Spielen sollten sich den Titel zumindest einmal ansehen.

Wäre gerne Mitglied bei den Ghostbusters: Denis Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Nippon Ichi Software of America für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Eine gute Mischung aus Visual-Novel und Strategie-RPG, die ein wenig an Abwechslung vermissen lässt.

Wertung

STORY:

7.0

SPIELWELT:

6.0

GAMEPLAY:

9.0
8
von 10

Schöne 2D-Animationen...

Nette Story

Fantastischer Soundtrack...

Viele strategische Möglichkeiten

Interessantes Spielkonzept

...leider mangelhaft in den Strategie-Abschnitten

...mit zu wenig Songs

Auf Dauer etwas monoton

Wie werten wir?

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3 Kommentare