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Spielname:
Psycho-Pass: Mandatory Happiness

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
.Mages

Genre:
Sonstiges

Release:
16.09.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Psycho-Pass: Mandatory Happiness

Review: Psycho-Pass: Mandatory Happiness

Tjark Michael Wewetzer, 22.11.2016

1488°

1

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Wie wäre das Leben in einer Welt, in der viele Prozesse automatisiert sind? In der uns ein System vorgibt, was wir werden und was das Schicksal für uns bereit halten soll? In der eine einzige Zahl darüber entscheidet, ob wir ein friedliches Dasein führen oder von Gesetzeshütern exekutiert werden? Das sind Fragen, welche die Anime-Serie Psycho-Pass zu beantworten versucht – in einer dystopischen Zukunftsvision, welche nicht selten für unheimliche Schauer sorgt. Psycho-Pass: Mandatory Happiness erweitert diese Erörterung um die Frage, ob sich Glück und Zufriedenheit wirklich so berechnen lassen, wie es diese finstere Welt uns vormacht. Ob die Visual Novel aber auch mehr als nur Fans zu gefallen weiß, klären wir im Test.

Die Exekutive der Zukunft
Für alle Einsteiger ein kurzer Abriss des Settings: Psycho-Pass spielt im Jahre 2112, in dem das weitestgehend abgeschottete Volk Japans unter den wachsamen Augen des Sybil-Systems lebt. Das komplexe Computernetzwerk errechnet anhand diverser Faktoren wie etwa Lebensumstände und Geisteszustände, wieviel kriminelles Potential in einem Menschen schlummert – und dieser Wert kann sich durch äußere Einflüsse stets verändern. Steigt er, macht sich das durch eine Trübung der Farbe im sogenannten Psycho-Pass bemerkbar und der Betroffene muss Therapien über sich ergehen lassen. Ist der Wert jedoch zu hoch, gibt das Sybil-System den nun als potentiellen Kriminellen Gebranntmarkten zur Exekution durch das örtliche Public Safety Bureau (PSB) frei. Unter besonderen Umständen ist es manchen möglich, als Vollstrecker für das PSB zu arbeiten – und genau hier kommt Takuma Tsurugi ins Spiel, dem zu Beginn von Mandatory Happiness eben diese Chance angeboten wird.

Zeitlich inmitten der ersten Staffel angesiedelt – ohne dabei jedoch Rücksicht auf Spoiler aus der gesamten Staffel zu nehmen – fangt ihr als Neuling im Public Safety Bureau an und lernt zunächst mit einfachen Fällen den Alltag kennen. Im ersten Kapitel etwa erhält die Ermittlungsabteilung einen Tipp über das ungewöhnliche Verhalten eines Teenagerpaares in der von einer Kuppel umschlossenen Stadt Sado Marine City, der Heimat von Takuma. Schnell wird klar, dass sich hier eine Entführungssituation anbahnt, bei der jede Sekunde zählt. Wie dieser Fall endet, entscheidet ihr über diverse Auswahlmöglichkeiten, mit denen ihr genregemäß immer wieder konfrontiert werdet. So dürft ihr beispielsweise den ersten Ermittlungsort bestimmen oder festlegen, welchem Team ihr euch anschließen möchtet. Je nach Ausgang hat dies jedoch Auswirkungen auf die Farbklarheit eures Psycho-Pass, was wiederum weitere Folgen nach sich ziehen kann.

Takuma hat sich nämlich nicht nur dem PSB angeschlossen, weil er dies als seine letzte Chance sieht. Er sucht zudem nach einer alten Freundin, die vor vielen Jahren spurlos verschwunden ist. Wie es der Zufall so will, fängt zeitgleich mit ihm eine neue Inspektorin bei den Ermittlern an, die sich aus irgendeinem Grund stark an besagte Freundin erinnert. Was es mit Nadeshiko Kugatachi auf sich hat, können wir in ihrer Seite der Geschichte erfahren, die ebenfalls spielbar ist und mit ihren eigenen Mysterien daherkommt. Die emotionslos wirkende Dame kann sich nämlich aufgrund eines Vorfalls während ihrer Ausbildung nicht an ihre Vergangenheit erinnern. Einfach nur ein Zufall oder steckt da mehr hinter?

Auf abgelaufenen Pfaden
Das gilt es, im Laufe des insgesamt eher kurzen Lesevergnügens herauszufinden. Tatsächlich trägt ein einfacher Durchgang durch das Spiel kaum mehr als sechs bis acht Stunden. Diese Zeit vergeht zudem wie im Flug, da die Fälle mitreißend geschrieben sind und gegen Ende sich alles zufriedenstellend zusammenfügt. Dank der zwei Seiten der Geschichte mit einer ganzen Palette von möglichen Enden ist zudem dafür gesorgt, dass ihr auch nach dem einmaligem Abschluss noch reichlich Geheimnisse und Details zu erkunden habt.

Leider zeigt sich bei den Wiederholungen aber auch schnell, wo es bei Mandatory Happiness hakt. Mangels Kapitelauswahl müsst ihr stets die gesamte Geschichte am Stück erneut spielen, was theoretisch durch die Textvorspulfunktion für bereits gelesene Texte angenehmer werden sollte, in der Praxis jedoch nicht so recht funktioniert. Wenn ihr zu früh einen anderen Pfad einschlagt, könnt ihr selbst die Passagen nicht vorspulen, die ihr eigentlich schon längst gelesen habt – das drückt ziemlich auf die Motivation und verleitet schnell dazu, die Rücksichtnahme auf ungelesene Stellen zu ignorieren. Nur lauft ihr dadurch halt die Gefahr, wichtige Änderungen im Handlungsverlauf zu übersehen – ein Teufelskreis.

Auch ist keineswegs einfach ersichtlich, welche eurer Optionen euch nun auf welchen Pfad führt. Klar könnt ihr euch grob an eurem Psycho-Pass-Wert orientieren, doch selbst der gibt nur die grobe Marschrichtung vor. Wer alle Enden sehen möchte, kommt aufgrund der Vielzahl an Wahlmöglichkeiten nicht um die Konsultierung eines Lösungsweges herum. All das nimmt dem Spiel so ein wenig den Biss für weitere Runden, was umso bedrückender ist, da die Ausgänge der Geschichte teilweise sehr starke unterschiede aufweisen und daher lesenswert sind. Aber wie heißt es so schön: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Wie aus dem Anime
In technischer Hinsicht gibt sich Mandatory Happiness so gut wie keine Blöße. Die Charakterporträts sind praktisch direkt der Vorlage entnommen, die Zeichnungen detailliert und kleinere Grafikeffekte sorgen in actionreicheren Szenen für Stimmung. Lediglich die kurzen Ladepausen beim Wechsel von Figuren auf dem Bildschirm nervt ein wenig, wenn sich ein großer Teil der Charaktere am aktuellen Dialog beteiligt. Der Soundtrack fügt sich zudem gut in die generelle Atmosphäre ein, ist dabei sogar stellenweise direkt dem Anime entnommen worden. Gleiches gilt für die japanische Sprachausgabe zu den englischen Texten – alle Sprecher der Serie sind an Bord, um ihren Figuren erneut die Stimme zu leihen.



Fazit:
Psycho-Pass: Mandatory Happiness richtet sich vornehmlich an Fans und macht keinen Hehl darum. Zwar werden Neulinge dank eines stimmigen Prologs und kurzen Backstory-Abrissen der Seriencharaktere recht gut in das Szenario eingeführt, nichtsdestotrotz stellt die Serie die Charakterisierung der bekannten Truppe deutlich in den Hintergrund – selbst mit der Ingame-Enzyklopädie fühlt man sich womöglich schon mal verloren. Dass gewisse Twists der ersten Staffel der Vorlage unverblümt angesprochen werden, lässt ebenfalls darauf schließen, dass die Macher Vorkenntnisse erwarten. Bringt ihr die tatsächlich mit, erwartet euch ein kurzes wie auch kurzweiliges Lesevergnügen, dessen Mysterien allerdings weniger Kopfarbeit voraussetzen – jede größere Wendung wird praktisch lange im Voraus mit einem riesigen Neonschild angekündigt. Das macht die Visual Novel aber durch ihre beiden Hauptcharaktere und die interessanten Enden wieder wett, die auf in der Vorlage zuvor nicht durchleuchtete Elemente des Settings eingehen. Kurzum: Mandatory Happiness mag als Visual Novel beileibe kein großer Wurf und schon gar nichts Besonderes sein, doch dank des gelungenen Erzählflusses und den netten Ergänzungen zur dystopischen Welt von Psycho-Pass können Serienfans und Freunde von Popcorn-Thrillern ruhig einen Blick riskieren.

Fragt sich, wie sein Psycho-Pass aussehen würde: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Kurzweilige und gut geschriebene Ergänzungsgeschichte zur Anime-Vorlage, die aber wenig zum Miträtseln anregt.

Wertung

STORY:

7.0

ATMOSPHÄRE:

7.0

UMFANG:

6.0
6
von 10

Kurzweilig erzählte Fälle

Reichlich Varianten des Handlungsverlaufs…

…mit ziemlich unterschiedlichen Ausgängen

Jap. Sprecher der Serie dabei

Wählerische Vorspulfunktion

Lässt wirkliche Geheimnisse zum Aufdecken vermissen

Undurchsichtige Verzweigung der Geschichte

Kurze Spieldauer pro Durchlauf

Wie werten wir?

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1 Kommentar