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Spielname:
Ray Gigant

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
39,99 €

Publisher:
Acttil

Developer:
Experience Inc.

Genre:
Rollenspiel

Release:
03.05.2016 (erschienen)

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

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Review: Ray Gigant

Altin Bujupaj, 02.05.2016

1691°

0

Test mögen: Weitersagen:

Wenn ich an japanische Dystopien denke, fallen mir meist zwei Sachen direct ein: Godzilla oder Evangelion. Auch in der Videospielwetlt gibt es mit Titeln wie God(s) Eater und weiteren Titeln zahlreiche Vertreter. Meist denke ich einfach, dass die Japaner total auf Riesen stehen. Und da schießt Bandai Namco ein weiteres Spiel dieses Kalibers mit dem Namen Ray Gigant raus. Mit diesem etwas unerwarteten Release des Dungeon Crawlers haben wenige gerechnet, doch ist es auch ein “gigantisch” tolles Spiel?!

„You want me to do a harakiri with Habakiri?!”
Die Geschichte beginnt mit einem zerstörten Tokio, wie es auch nicht anders zu erwarten ist. Ursache hierfür sind sogenannte Gigants, welche aus Portalen in die moderne Welt Japans herauspringen und diese Mal aus Spaß verwüsten. Als Gegenmaßnahme kommen bestimmte Charaktere in den Besitz von Yorigami – merkwürdige Ungetüme, welche in kleineren Accessories residieren. Das Spiel selbst ist in drei große Kapitel unterteilt, jedes mit seinem eigenen Protagonisten. So schlüpft ihr im ersten Part in die Rolle von Ichiya Amakaze, einem unerfahrenen Jüngling, der anfangs nichts mit den Gigants oder seinem Yorigami zu tun haben möchte. Im zweiten Teil beginnt dann die Geschichte des leicht arroganten Kyle Griffin, der als Besitzer des zweiten Yorigami für die UN arbeitet. Letzten Endes wird im dritten Teil dann die Geschichte von Nil Phineus erzählt, der dritten Besitzerin eines Yorigami, welche in einer kleineren Ortschaft nahe des Ozeans zahlreiche Obdachlose vor den Angriffen der randalierenden Gigants beschützt.

Wer auch nur ein paar Folgen von Evangelion oder dem aktuelleren Attack on Titan sah, der kann sich den Spielverlauf in Ray Gigant vorstellen: “Kurze Ruhezeit. Oh Nein – Monster! Kurze Ruhezeit”, und so weiter und so fort. Während die Gigants selbst relativ schlicht wirken, punktet das Spiel bei den Konversationen zwischen vielen der weiteren Charaktere im Storyverlauf. Viele wird der Spieler auch in den anderen Kapiteln wiedersehen und andere werden leider in ihrem Kapitel zurückgelassen, was etwas schade ist, aber die Story und Interaktion zwischen den Charakteren im Spiel umso besser wirken lässt!

„What is this place? A playground for masochists?“
Während die Gigants selbst etwas durchwaschen rüberkommen, ist das Gameplay im Großen und Ganzen akzeptabel und in manchen Fällen spaßig, aber nie wirklich überraschend, wenn man das Spielprinzip versteht. Grundsätzlich betretet ihr die Dungeons in einem Dreierteam. Leider sind diese drei Mitglieder immer ein Schwertkämpfer mit Schild, ein Bogenschütze mit Schild und einem Magier mit Schild. Die Schilder bringen so gut wie nichts, während die drei Klassen grundsätzlich im Spielverlauf identisch sind und nach jedem Kapitel springen. So steigt ihr mit Ichiya als Schwertkämpfer mit Yorigami ein, dann Kyle als Bogenschütze mit Yorigami und schlussendlich mit Nil als Magierin mit Yorigami – und natürlich mit einem Schild.

Die Supports im Spiel fungieren meist als Kanonen- oder AP-Futter, da deren Angriffe nicht allzu stark sind. Daher lässt man diese meist im Kampf warten um AP zu sammeln. Die Kämpfe verlaufen in traditioneller Dungeon Crawler-Manier: Jeder eurer Charaktere kann fünf Aktionen in einem Zug ausführen, wodurch ihr pro Zug 15 Aktionen ausführen könnt. Natürlich ist dies auch nicht so schlicht, denn ein kleiner AP-Balken oben links, mit einem Wert von 100 bestimmt euren momentanen Freiraum an Aktionen, denn beispielsweise kann ein normaler Angriff 5 AP kosten. Aktionen wie das normale Warten bringen euch 10 AP zurück, während alles andere AP kostet und je nach Encounter-Art (Weak Encounter (blaues Icon) bis hin zu Strong Encounter (rotes Icon)) günstiger oder teurer werden können.

Das ist aber nicht alles: Erleiden eure Charaktere zu viel Schaden, wird ein Status namens Parasitism aktiviert, welcher statt die AP eure Trefferpunkte abzieht. Hier gibt es zwei Methoden, wie das Parasitism abgeblockt werden kann: Die einfache Methode ist das Flüchten im Kampf. Die andere ist das Aktivieren des Slash Beat Modes (SBM), in welchem eurer Yorigami-Träger sich selbst „anpiekst“ und in einem Musik-QTE einen Massenangriff auf die Gegner einleitet. Diese lohnen sich aber größtenteils nur für die Bossgegner, da diese über viel HP besitzen. Die Dungeons fangen leicht an und besitzen mit Gimmicks wie Fallen, Warp-Portalen oder wandernden Mauern für etwas Vielfalt. Spätere Maps sind sogar extrem groß, was das Fehlen eines Quick-Saves umso schmerzhafter macht. Mit Features wie dem Auto-Walk, könnt ihr per Map einen Zielpunkt bestimmen und in den meisten Fällen berechnet die KI sogar einen sehr schnellen und effizienten Weg zum Ziel.

„Never forget to eat your minerals!“
Ein weiteres ungewöhnliches Feature ist das Aufleveln und das Erlangen von neuen Waffen. Normalerweise sammelt man in Dungeon Crawlern Erfahrungspunkte durch das Besiegen von Gegnern, oder? Nicht in Ray Gigant! Hier droppen Gegner bestimmte Mineralien, welche entweder eure Skills, Items oder Waffenstufen erhöhen können. Per Skilltree levelt ihr zudem eure Charaktere wie es auch passt in drei verschiedenen Aspekten auf: Entweder, indem ihr euren Angriffsschaden und DEF, eure Magiewerte und Resistenz erhöht oder eure Geschwindigkeit und Treffsicherheit verbessert. Jeder Charakter besitzt ein Cap von 15 Punkten für den Skilltree. Das System empfinde ich als sehr intuitiv und interessant, doch zugleich entnimmt dieses den Spielspaß und den Tiefgang in diesem Genre, denn sowas wie Klassen oder spezielle Moves oder Werte sind im Spiel nicht existent. Jede Klasse besitzt über eigene Attacken, welche im Endeffekt jedoch auf „Schneller Angriff, Langsamer Angriff oder Elementangriff“ hinauslaufen, wodurch es sich nur selten lohnt die anderen Charaktere aufzuleveln. Der Schwierigkeitsgrad im Spiel ist auch, sobald euer Held über eine gute Waffe verfügt, relativ niedrig - mit Ausnahme der größeren Giganten, welche ihr jedoch indem ihr euren SBM-Wert auf 100 bringt mit zwei kurzen SBMs relativ leicht besiegen könnt (Ein kurzer SBM Angriff kostet 50, ein längerer kostet 100).Mit New Game+ und einem höheren Schwierigkeitsgrad, können sich jedoch Spieler nach ca. 20 Stunden beim ersten Anlauf wieder aufs Neue herausfordern!

Grafik und Sound

Grundsätzlich empfand ich beide Elemente von Grafik und Akustik eher mittelmäßig. Der Anime-Zeichenstil ist an einigen Stellen sehr schön und an anderen so merkwürdig, dass ich mir vorkomme, als wäre ich in einem Paradox mit der Frage: Ist es nun gut oder schlecht? Die Charaktere im Kampf sind auf die gleiche Art und Weise animiert, wie ein Glanzstück eines Spieles mit dem Namen Time and Eternity und es sah nicht schlecht aus. Viele der Monster und Giganten im Spiel sehen nicht allzu übel aus, doch sind sämtliche Kampfanimationen im Spiel nur Schlitzer-Animationen oder Geschosse, die auf das stille Bildchen landen. Die Idee mit den riesigen Giganten, welche den Schwertkämpfer direkt anschauen, den Bogenschützen weiter weg sehen und den Magier ganz weit entfernt erblicken, sieht cool aus, aber hat leider keinerlei Einfluss auf die monotonen Animationen der Charaktere oder der Giganten. Die Dungeons sind von der Komplexitat nahezu hinreißend und im späteren Verlauf extrem spaßig, doch variieren diese in jedem Akt nur ein einziges Mal. So habt ihr im ersten Akt Ruinen, im zweiten Akt anders aussehende Ruinen und lediglich im dritten Akt ist der Spieler Unterwasser – in einer anderen Ruine. Die Musik ist da etwas besser und bringt mit harmonischeren Klängen und an zahlreichen Stellen sogar mit Saxofon etwas mehr Stimmung in die sonst raue Welt von Ray Gigant. Und hey, wenn ich Falcoms Violine wie vernarrt liebe, dann kann ich auch mit dem pompösen Jazz-Instrument Freundschaft schließen. Durch die SBM-Sequenzen bleiben euch einige der Musikstücke sogar im Kopf – wenn auch nur wegen dem Rhytmus, in welchem man diese drücken muss.

Die Schattenseite des Giganten

Euch wird schon aufgefallen sein, dass Ray Gigant nicht ganz makellos ist, aber leider was das noch nicht alles. Die Klassenvielfalt, wie man es von Kalibern à la Etrian Odyssey oder Demon Gaze kennt, fehlen hier vollständig. Die Dungeons, obgleich komplex, sehen alle nahezu gleich aus und das Kampfsystem ist, nachdem man es durchschaut hat, sehr sehr leicht. Im Grunde genommen gibt es bei der Waffenauswahl nämlich nur eine Regel: Blitz besiegt alle Elemente außer sich selbt. Beispielsweise habe ich im zweiten Akt mit Kyle einen Blitzbogen erlangt, relativ früh im ersten Kapitel um genau zu sein. Bis hin zum Ende von Kyles Geschichte habe ich diese Waffe benutzt und nahezu alle Bossgegner ohne Schwierigkeiten erlegt. Zudem kann jeder eurer Charaktere sich mit einem Snack selbst heilen, wodurch der Magier im Spiel zur Witzfigur wird. (Sorry Nil!) Die Texte im Spiel haben manchmal ihre kleinen Grammatikfehler und ich kann mich nicht daran erinnern, wie oft im Spiel der Satz „Are you kidding me?“ benutzt wurde. Schade ist auch, dass der Spieler selbst nie mit den Charakteren auf eigene Faust interagieren oder sprechen kann und sich lediglich auf die Pop-Ups in Dungeons oder Intermissions zwischen Kapiteln verlassen muss. Hier wäre definitiv noch mehr Luft nach oben gewesen, wenn die Entwickler nur ein paar mehr Dialoge hinzugefügt hätten. Die Charaktere sind toll, also lasst mich als Spieler doch noch mehr von diesen hören!

Fazit:
Lange habe ich meine Mitkollegen bezüglich Ray Gigant gequält. Das Spiel macht so vieles richtig und so vieles falsch. Und dabei hätte man vieles der falschen Sachen leicht beheben können! Im Versuch, so abstrakt wie möglich vom eigentlichen Dungeon Crawler-Genre abzuweichen, hat Ray Gigant sich selbst in eine Grube geschmissen und viele Elemente, die einen Dungeon Crawler so toll machen, vernachlässigt. Macht es das Spiel nicht empfehlenswert? Würde ich nicht wirklich behaupten wollen, denn das Grundgerüst des Dungeon Crawlers ist mehr als solide und spaßig. Die Charaktere sind vielfältig, entwickeln sich mit der Zeit immer weiter und schaffen es in den Gedanken des Spielers zu bleiben. Das Gameplay funktioniert da, wo es funktionieren muss und das Kampfsystem ist eines der vielen Sachen, die im Spiel durchaus Spaß machen können, wenn dieses auch sehr durchschnittlich gehalten sind. Wer also nach einem fairen Dungeon Crawler mit einem etwas anderem Geschmack als sonst sucht, der kann mit Sicherheit nicht an diesem großen Titel vorbeikommen! Und bitte sagt mir dann, ob es nur an mir liegt, dass ich den Zeichenstil so ominös finde!

Zerstückelt Riesen mit einem elektrischen Zahnstocher und Saxofon-Musik – Altin Bujupaj für PlanetVITA.de

Vielen Dank an acttil Inc. für die freundliche Bereitstellung eines Rezensioncodes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Innovativer Dungeon Crawler mit verschwendetem Potenzial

Wertung

STORY:

8.0

SPIELEWELT:

6.0

GAMEPLAY:

7.0
7
von 10

solides und innovatives Kampfsystem...

sympathische und tiefgründige Charaktere

humorvolle Dialoge...

durchdachtes Leveldesign...

drei verschiedene Storylines

New Game+ mit höherem Schwierigkeitsgrad

...mit leider zu wenig Raffinesse

keine Quicksave-Funktion

...von welchem es leider zu wenig gibt!

...welche leider von der Grafik zu identisch wirken

Wie werten wir?

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