PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Gal Gun: Double Peace

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
PQube

Developer:
Inti Creates

Genre:
Shooter

Release:
15.07.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:

Review: Gal Gun: Double Peace

Tjark Michael Wewetzer, 18.07.2016

1830°

0

Test mögen: Weitersagen:

Wieder einmal lernen wir: Sag niemals nie! Denn auch wenn das Konzept hinter Gal Gun: Double Peace so unglaublich aberwitzig und überhaupt nicht für nicht-japanische Gemüter geeignet klingen mag, dass man keinem Publisher dieser Welt die Lokalisierung für den europäischen Markt zutrauen würde, so hat sich mit PQube doch einer finden können. Worum es hier geht? Euer Hauptcharakter wird plötzlich zum Objekt der Begierde sämtlicher Mädchen seiner Schule und muss sie mit Pheromon-Schüssen abwehren. Das ist aber nur die gröbste Umschreibung des Schauspiels, das wir euch in diesem Test vorstellen möchten.

Eine Überdosis Liebe
Der Grund für diesen Umstand ist ein Fehlschuss des zuständigen Liebesengels Ekoro. Sie wollte eigentlich nur dafür sorgen, dass Protagonist Houdai Kudoki seine wahre Liebe findet, pumpt ihn stattdessen aber versehentlich mit dermaßen viel Liebesenergie voll, dass plötzlich der gesamte weibliche Teil seiner Schule auf ihn fliegt. Schlimmer noch: Bei der Dosis handelt es sich um einen Lebensvorrat an Liebe. Das heißt, dass ihn nach Ende dieses Tages niemand mehr lieben werden kann, wenn er nicht bis Sonnenuntergang mit jemandem zusammenkommt – und das möchte er natürlich idealerweise mit seiner einzig wahren Liebe und nicht irgendeinem dahergelaufenen Mädchen, das nach Abklingen der Wirkung möglicherweise gar nicht mehr mit dem Helden zusammensein möchte. Glücklicherweise gibt es da zwei Damen, die Houdai im Sinn hat, die zudem nicht auf die Engelsmagie anspringen und sich augenscheinlich teilzeitlich als Dämonenjäger betätigen. Ergibt das Sinn? Nicht im Geringsten. Stört das? Keineswegs! Die schräge Handlung des Story-Modus, in dessen verlauf ihr auch einen Dämonen in der Ausbildung dingfest zu machen habt, ist einer der Hauptreize von Gal Gun und sorgt mit seinen absurden Situationen für so einige schlüpfrige Lacher. Die werden ferner durch die aberwitzig geschriebenen Nebenaufgaben provoziert, die ihr in einem virtuellen Sozialen Netzwerk aufgabelt und so etwa für eure Mitschülerinnen verlorene Fotos, Bälle, Unterwäsche oder gar erotische Manga aufspürt.

Das eigentliche Gameplay erinnert hingegen deutlich an klassische Lightgun-Shooter, nur dass die Kugeln hier nicht tödlich sind. Ihr bewegt euch vollautomatisch über das segmentierte Schulgelände, wobei euch ständig Mädchen auflauern und auf euch zustürmen, um euch ihre Liebe zu gestehen. Das geschieht entweder im „Nahkampf“, indem sie euch einen Liebesbrief ins Gesicht halten oder gleich zur großen Knutsch-Attacke übergehen, oder auch auf Distanz, wenn sie ihr Geständnis lauthals und mit sichtbaren (japanischen) Lettern in eure Richtung brüllen. Jede liebreizende Aktion geht dabei auf eure Gesundheit, fällt diese auf Null, habt ihr verloren.

Herzklopfen und Zweideutigkeiten
Um das zu verhindern, wehrt ihr die liebreizenden Angreifer mit den bereits erwähnten Pheromon-Schüssen ab, die euch der Engel Ekoro überlassen hat. Mit den Analogsticks bewegt ihr dabei das Fadenkreuz, per Quadrattaste wird geschossen. Ungewöhnlich für etwas, das im Herzen ein Lightgun-Spiel ist – man erwartet da eigentlich ein touchscreenbasiertes Kontrollschema. Der berührungssensitive Bildschirm kommt jedoch nur bei gelegentlichen Blickrichtungswechseln und im Doki-Doki-Modus zum Einsatz; dazu später mehr. Wollt ihr die maximale Punktzahl aus den Leveln kitzeln – ja, es geht hier genregemäß auch um den zahlenmäßigen Score! -, müsst ihr die Mädels in einem Schuss zum Schmelzen bringen. Diese sogenannten Ekstase-Schüsse erfordern von euch, die individuelle erogene Zone der Damen zu treffen, die beim abtasten mit dem Fadenkreuz durch ein kleines, visuelles Signal aufspürbar ist (das ist mal etwas, was wir nie zu schreiben geträumt hätten!). In der Hitze des Gefechts kein einfaches Unterfangen, zumal sich die Zielerfassung mit den Analogsticks teilweise auch ziemlich schwammig anfühlt – was mitunter auch einigen technischen Macken zu verschulden ist, auf die wir später noch einmal zurückkommen.

Wird euch das Chaos zu bunt, könnt ihr euch notfalls mit dem bereits erwähnten Doki-Doki-Modus retten. Vorausgesetzt, ihr habt die dafür nötige Energie aufgespart, könnt ihr nach Aktivierung bis zu drei Mädchen antippen und sie in Ekstase-Granaten verwandeln, die alle umstehenden liebestollen Mädels ebenfalls ruhigstellen. Vorher müsst ihr jedoch handgreiflich werden: In einem kurzen Minispiel tippt und reibt ihr eure zuvor angepeilten Ziele zum „Double Peace“ - und jepp, das klingt genau so doppeldeutig, wie es auch dargestellt wird! Per Doki-Doki-Modus besänftigte Damen beeinflussen übrigens eure persönlichen Werte, die darüber bestimmen, welche (teils aberwitzigen) Dialogoptionen euch im Story-Modus zur Verfügung stehen. Das ist auch beileibe nicht das einzige schlüpfrige Minigame, mit dem ihr hier konfrontiert werdet. So müsst ihr etwa Shinobu, eine der möglichen Herzensdamen des Protagonisten, aus einem Fester retten, indem ihr sie erst durch sanfte Berührungen entspannen lasst und anschließend zieht oder drückt. Der bildliche Teil erinnert dabei dezent an einen etwas anderen Akt.

Ein Spieldurchmarsch dauert übrigens nicht sonderlich lang: Nach gut und gerne drei bis vier Stunden könnt ihr schon locker mit einer Route fertig sein. Dass der Story-Modus insgesamt fünf davon hat, auch wenn sie euch größtenteils durch dieselben Level führen, und sie über mehrere Enden verfügen, steigert den Wiederspielwert zumindest. Auch dürft ihr gelegentlich eine von mehreren Stufen aussuchen, die ihr in Angriff nehmen möchtet, wobei die auftauchenden Mädchen sich leider übergreifend sehr schnell und sehr häufig wiederholen – die „Gegnerzahl“ ist angesichts der Dichte eher gering. Und wenn euch die feminine Horde gnadenlos überwältigt, könnt ihr euch mit verdienten Engelsfedern, die es für Stufen- und Nebenquestabschlüsse gibt, im Shop mit Upgrades eindecken. Die reichen von Energie- und Schusstärkeverbesserungen über einen Leistenschutz bei eher… handgreiflicheren Damen bis hin zu Objekten, die eure dialogrelevanten Werte beeinflussen. Der Anfänger-Schwierigkeitsgrad lässt sich noch locker ohne diese Hilfen abschließen, im Experten-Modus solltet ihr auf diese Unterstützung jedoch unbedingt zurückgreifen.

Unwirkliche Technikprobleme
Klingt soweit ja zumindest nicht schlecht, wenn auch ein wenig speziell. Leider ist die Vita-Umsetzung von Gal Gun: Double Peace alles andere als gelungen. Das fängt bereits beim Spielstart an: Allein um die Software zu booten, müsst ihr im Dreh zwei Minuten Wartezeit überstehen! Die Dialogsequenzen und eigentlichen Spielabschnitte verlangen dann nochmals jeweils 20 bis 40 Sekunden Wartezeit pro Abschnitt – eine echte Geduldsprobe! Hinzu kommt, dass das in der Unreal Engine programmierte Spiel noch nicht mal wirklich flüssig läuft. Sobald auch nur ein Mädchen ins Bild rennt, knickt die Bildrate bereits ein wenig ein. Sobald richtig viel auf dem Bildschirm los ist, artet das Spiel zur kleinen Ruckelorgie aus, bis ihr die ein oder andere Dame bedient habt. Freude kommt da nicht gerade auf, gerade wenn mal wilde Kamerafahrten und dynamische Bewegungen auf dem Plan stehen und ihr so danebenballert oder ihr einen Abschnitt wiederholen möchtet, weil ihr einen Sidequest-Gegenstand verpasst habt. Ebenfalls ärgerlich: Das komplett mit japanischer Sprachausgabe vertonte Spiel ist zwar englisch untertitelt, das allerdings nur in den Dialogsequenzen. Alle anderen Kommentare – von den Liebegeständnissen der Mädels bis hin zu einigen kurzen Gesprächen in den Minigames – lassen diese Verständnishilfen für Leute ohne Japanischkenntnisse jedoch blöderweise vermissen. Dadurch wirkt die ansonsten löblich humorvolle und verspielte Lokalisierung ein wenig halbgar. Stichwort Audio: Die musikalische Untermalung ist auch eher dürftig und zu allem Überfluss extrem eintönig. Gewöhnt euch an die eine Hintergrundmusik, die ihr während eures Ausflugs zu hören kriegt, denn damit werdet ihr praktisch im Dauertakt beschallt.



Fazit:
Gal Gun: Double Peace ist einfach herrlich Banane. Allein des schrägen Szenarios wegen sollte man beinahe schon einen Blick in das Spiel werfen, der eigentliche Lightgun-Shooter dahinter ist aber auch nicht unbedingt schlecht. Klar, die Umgebungen erweisen sich dabei dank des Schul-Settings als nicht sonderlich abwechslungsreich und ihr werdet auch stets von denselben Mädels angegraben – gerne auch mal mehrfach im selben Level. Außerdem ist die Steuerung für ein Spiel dieser Art eher Gewöhnungsbedürftig. Sie funktioniert, ja, und ist auf der Vita wohl abseits einer Touch-Variante die einzige machbare Lösung, aber so spielt man schlichtweg kein Lightgun-Spiel. Aber dank des absurden Settings spielt man doch neugierig weiter, einfach um zu sehen, was für schlüpfrige Ideen die Entwickler noch so hatten. Die verschiedenen Routen des Story-Modus sorgen auch dafür, dass ihr nach der relativ kurzen ersten Runde bei Laune gehalten werdet. Was allerdings überhaupt nicht geht, ist die technische Umsetzung. Seien es die beinahe schon ins Absurde abdriftenden Ladezeiten oder die Ruckelpartien, mit denen ihr bei größerem Personenaufkommen zu kämpfen habt – solche Patzer dürfen nicht sein! Wer sich zu der ganz geduldigen Sorte zählt oder womöglich eine PS4 im Hause hat, die das Spiel auch stemmen kann, sollte zumindest der Kuriosität halber Gal Gun unbedingt ausprobieren und sei es erst später, wenn ihr über ein gutes Angebot stolpert. Denn eines ist sicher: Abseits vom Japan-exklusiven Vorgänger gibt es so ziemlich kein zweites Spiel dieser Art!

Forever Alone: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Herrlich abstruser Lightgun-Shooter mit einem irren Szenario, der auf der Vita technisch stark zu wünschen übrig lässt.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

6.0

WAFFENARSENAL:

2.0

KURIOSITÄT:

10
5
von 10

Erfrischend absurdes Szenario

Schön schräger Sinn für Humor

Kurzweiliges Spielprinzip

Fünf Story-Routen sorgen für Wiederspielwert

Herrliche Dialoge

Laaaaaaaaaaa…

Steuerung nicht ideal

Abwechslungsarme Umgebungen

…aaaaaaaaaaaa…

Ruckelt gerne mal

Keine Online-Ranglisten

…aaaaaaaaaaaa…

Keine deutschen Texte

Nicht alle Dialoge untertitelt

…aaaange Ladezeiten

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

0 Kommentare