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Spielname:
Machinarium

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
5,99 €

Publisher:
Amanita Design

Developer:
Amanita Design

Genre:
Adventure

Release:
01.05.2013 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

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Kurztest: Machinarium

Stefan Thiermann, 11.05.2013

3441°

2

Test mögen: Weitersagen:

Die momentane Indie-Schwemme auf der Vita gefällt sicherlich nicht jedem, wie nicht zuletzt die Diskussionen bei uns auf der Seite zeigen. Nichtsdestotrotz gibt es aus diesem Bereich einige Leckerbissen, vor denen man seine Augen nicht verschließen sollte – und auch solche, über die man lieber den Mantel des Schweigens hüllt. Machinarium zählt sicherlich zur ersten Kategorie, sind doch die Versionen für andere Systeme wie PC und iPad weithin mit Lob bedacht worden. Aber wie schneidet die Umsetzung für die PSVita ab? Kann der Rätselspaß auch auf dem Handheld richtig zünden? Wir liefern euch die Antworten!

I am robot!
Ihr seid in Machinarium als kleiner Roboter mit dem Namen Josef unterwegs und müsst wieder nach Hause finden. Er wurde nämlich auf einer Müllkippe entsorgt und sehnt sich trotzdem nach seiner Heimat. Ich persönlich wäre ja ziemlich angesäuert deswegen aber sei’s drum – helfen wir dem Guten eben. Zuerst einmal müsst ihr den kleinen Blechkameraden allerdings wieder zusammensetzen, da seine Gliedmaßen auf den Müllbergen verteilt sind. Am oberen Bildschirmhand tauchen Objekte auf, die ihr einsammelt und in der Folge kombinieren oder anderweitig einsetzen müsst. Aber auch danach stellen sich euch zahlreiche Räume voller Rätsel entgegen, in denen es diverse Kopfnüsse zu lösen gilt. Diese sind mal recht simpel, oftmals muss man allerdings auch ordentlich um die Ecke denken. Für Abwechslung ist dabei gesorgt: mal müsst ihr euch verkleiden, indem ihr euch mit diversen Gegenständen ausstaffiert, mal gilt es einer Dame ihr Robo-Hündchen wiederzubeschaffen, mal müsst ihr einen Gefängniswärter überlisten, um aus dem Knast auszubrechen. Die Entwickler haben sich also ordentlich was einfallen lassen, damit euch die Rätselei auf Dauer nicht langweilig wird!

Da ihr mittels kleinem Cursor interessante Objekte anklickt, merkt man dem Spiel seine Herkunft an – der PC war die Ursprungsplattform von Machinarium und dementsprechend ist es auch auf Maussteuerung ausgelegt. Diese wird nun wahlweise durch den Touchscreen, das Rückseiten-Touchpad oder die Sticks der Vita ersetzt. Nun sollte man meinen, dass sich das berührungsempfindliche Display gut eignet, um eine Maus zu ersetzen. Aber Pustekuchen: die Steuerung ist etwas ungünstig umgesetzt, da man nicht einfach Objekte berühren kann, sondern immer erst den Cursor an den richtigen Fleck zu bewegen hat. Der folgt allerdings nicht genau eurem Finger, sondern bewegt sich lediglich synchron zu eurer Bewegung auf dem Touchscreen. Das heißt, wenn ihr den Finger auf das Display setzt, bleibt der Mauszeiger da wo er ist und befindet sich nicht direkt unter eurer Patsche. Nach demselben Prinzip funktioniert die Steuerung über das Rückseiten-Touchpad. Diese hat allerdings den Vorteil, dass man mit seinen Fingern nicht das Bild verdeckt. Meine favorisierte Variante war es, die Sticks zu nutzen und mit X Objekte anzuklicken. Zwar reagieren die Knüppelchen etwas träge, trotzdem fühlte sich diese Variante für mich am besten an, was natürlich Geschmackssache ist. Insgesamt ist die Anpassung der Maussteuerung an die Vita also nicht ganz optimal, wobei man aber nach kurzer Eingewöhnungszeit damit zurechtkommen sollte und darüber hinaus mehrere Optionen geboten kommt. Ein weiteres Manko ist, dass Objekte nur angeklickt werden können, wenn sie in der Reichweite von Josef stehen. Von Zeit zu Zeit lassen sie sich also schlecht aufspüren, da es auch sonst keine Hervorhebung gibt.

Ist das Kunst oder kann das weg?
Was einem sicherlich zuerst auffällt wenn man Machinarium startet ist das Artdesign. Der handgezeichnete, dreckig wirkende Stil ist unverwechselbar und sieht super aus! Je weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto mehr andere Charaktere werdet ihr treffen. Sie alle sind Roboter und dementsprechend stehen die Hunde beispielsweise auch auf Öl, anstatt auf Knochen. An anderer Stelle sieht man Straßenmusiker die vor einer Bar spielen, in der anstatt diverser Alkoholika ebenfalls Öl ausgeschenkt wird. Die Liebe zum Detail merkt man an allen Ecken und Enden der Spielwelt – sehr schön! Die Animationen wirken zwar etwas hölzern, tragen aber trotzdem zum Charme des Spiels bei. Einige Male musste ich auch Schmunzeln, als Josef beispielsweise besagten Hund zurückholt.

Sprachausgabe oder Texte gibt es keine. Stattdessen wird die Story ganz minimalistisch über Piktogramme in Gedankenblasen der Charaktere erzählt, die ebenfalls ab und an dafür sorgen können, dass sich die Mundwinkel nach oben bewegen. So erfährt man zum Beispiel, dass Josef früher von den großen Robos gemobbt wurde – tragisch! Die Musik hingegen ist meist dezent im Hintergrund, unterstreicht dafür die Atmosphäre sehr gut. Selten tritt sie mehr in den Vordergrund, wenn beispielsweise die Straßenmusiker die Bude rocken. Insgesamt gibt es hier also nichts zu meckern aber auch nichts, was in irgendeiner Form hervorstehen würde.

Features und Besonderheiten
Was es sicherlich in den wenigsten Spielen gibt: Machinarium verfügt über eine eingebaute Komplettlösung. Allerdings macht es das Spiel nicht so leicht, wie ihr jetzt vielleicht denkt. Ihr müsst sie nämlich Stück für Stück freischalten, indem ihr ein Minispiel in Form eines 2D-Shooters zockt. Am Ende seht ihr ein paar Skizzen die Hinweise auf die Lösung der Puzzles geben. Das muss in jedem Rätselbildschirm aufs Neue gemacht werden, sodass ihr dadurch die mickrige Spielzeit von etwa fünf Stunden ein wenig strecken könnt. Etwas ärgerlich ist allerdings, dass ihr das Minispiel nochmals absolvieren müsst, wenn ihr zwischendurch mal einen Rätselbildschirm verlasst und dann wieder zurückkehrt.

Dazu kommen Online-Ranglisten, die euch anzeigen, wie gut ihr im Vergleich zum Rest der Welt abschneidet. Leider könnt ihr euch nicht direkt mit euren Freunden vergleichen, was aber nicht so stark ins Gewicht fällt.



Fazit:
Machinarium ist ein Indie-Spiel von der Sorte, die man sich ansehen sollte, denn es gibt nur verdammt wenig daran auszusetzen. Gut, die Steuerung könnte etwas besser funktionieren und einiges findet man nur schwer. Dafür sind ein paar echte Kopfnüsse unter den Rätseln und der Charme trieft aus allen Ecken und Enden. Das Artdesign ist einzigartig und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Machinarium ist also nicht nur für Freunde von Puzzle-Spielen einen Versuch wert, sondern auch für alle, die auf kreative Spiele stehen, die die ausgetretenen Pfade des Mainstreams an einigen Stellen verlassen.

Würde den kleinen Roboter niemals entsorgen: Stefan Thiermann für PlanetVITA.de

Leserwertung:

*****

Noch keine
Deine Wertung:

-
Knackiges Puzzlespiel mit jeder Menge Charme, das man gespielt haben sollte!

Wertung

markantes Artdesign

kreativ eingebundener Walkthrough

knackige Rätsel

putzige Animationen

suboptimale Steuerung

teilweise schwer auffindbare Objekte

unvollständige Ranglisten

etwas kurz

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2 Kommentare