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Spielname:
MotoGP 13

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Milestone

Developer:
Milestone

Genre:
Racing

Release:
21.06.2013 (erschienen)

Multiplayer:
1-6 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: MotoGP 13

Stefan Thiermann, 24.07.2013

6285°

6

Test mögen: Weitersagen:

Die Rennspiel-Spezialisten von Milestone haben mit WRC 3 und Mud: FIM Motocross World Championship bereits zwei Titel für die Vita abgeliefert und machen nun mit MotoGP 13 den Hattrick vollständig. Kann das offizielle Spiel zur aktuellen MotoGP-Saison auf der Vita punkten oder muss der Entwickler nochmal in die Boxengasse? Die Antwort darauf findet ihr hier.

Willkommen beim Erklär-Bär!
Beim ersten Spielstart dürft ihr euch erst einmal euren Fahrer zusammenbasteln, mit dem ihr dann die Karriere und wahlweise auch Rennen der anderen Modi bestreitet - Bei letzteren dürfen aber auch die lizenzierten Original-Piloten ans Steuer. Erst danach geht es ins Hauptmenü, das glücklicherweise vom Sprecher erklärt wird, sonst hätte man sich auch unmöglich durch solche komplizierten Punkte wie "Sofortrennen", "Karriere" oder "Mehrspieler" u.a. navigieren können. Starten wir für den Anfang doch mal eine schnelle Runde, um uns ins Spiel zu finden – Valentino Rossi muss auf einer der ebenfalls vollständig lizenzierten und nachgebauten Strecken aufs Gefährt steigen. Als erstes landet ihr in der Boxengasse, wo ihr an den zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten für euer Moped drehen könnt, die sich auch deutlich auf das Fahrverhalten auswirken. Ebenso könnt ihr euch dafür Tipps von Beratern holen, solltet ihr technisch nicht so bewandert sein. Für mich war dies essenziell, da ich von Motorrädern ungefähr so viel Ahnung habe, wie eine Kuh vom Singen. Zusätzlich gibt es noch einige Details zum aktuellen Rennen, wie Wetter, Windgeschwindigkeit und dergleichen mehr. Habt ihr das alles erledigt, geht es auf die Strecke. Optional lassen sich einige Fahrhilfen an- und abschalten, die Anfängern den Einstieg in die Simulation erleichtern sollen, die aber auch dann ein paar Runden benötigen werden, um sich an das Handling zu gewöhnen. Die Betonung liegt also eindeutig auf "Simulation", denn MotoGP 13 fällt klar in diese Kategorie. Nicht nur die bereits erwähnten zahlreichen Möglichkeiten zur Personalisierung des Motorrad-Setups sprechen dafür, sondern auch die Fahrphysik, die komplett ohne Hilfen auch für Profis zufriedenstellend sein dürfte. Wer hier ein Mario Kart mit Motorrädern erwartet, ist also falsch gewickelt und wird sich ein ums andere Mal mit dem Gesicht voran im Sand neben der Strecke wiederfinden. Dementsprechend wäre ein richtiges Tutorial für Neulinge ganz nett gewesen. Zum Glück gibt es bei unglücklichen Stürzen aber eine Rückspul-Funktion. Ist die K.I. der Gegner und das Handling der Bikes noch ziemlich gut, enttäuschen hingegen Teile des restlichen Geschehens. Kollisionen haben auch auf höheren Schwierigkeitsgraden kaum Auswirkungen (nur im Extremfall kommt es zu Stürzen) und Strafen gibt es auch zu wenige, wenn man Kurven schneidet oder andere Fahrer von der Strecke drängt.

Auf zwei Rädern zum Ruhm!
Das Herzstück von MotoGP 13 ist der Karriere-Modus, der durchaus motivieren kann, dafür aber mit einigen unausgegorenen Features aufwartet. Aber fangen wir doch von vorne an: Ihr startet mit eurem selbst erstellten Fahrer in der Moto3-Klasse und müsst zunächst einige Rennen absolvieren, damit Teams auf euch aufmerksam werden, bei denen ihr dann in der kommenden Saison unterzeichnen könnt und so von der Moto3- über die Moto2- endlich in die MotoGP-Klasse aufzusteigen. Ihr habt dabei sowohl einen persönlichen, als auch einen Teammanager, die euch über eure Karriere auf dem Laufenden halten. Außerdem werden Rennziele angegeben, die ihr möglichst erreichen solltet, damit neue Teams auf euch aufmerksam werden. Das kann beispielsweise so aussehen, dass ihr einen bestimmten Kontrahenten schlagen oder eine bestimmte Platzierung ergattern sollt. Als zusätzlicher Motivationsfaktor ist das ganz nett, aber da ihr sicherlich ohnehin den ersten Platz anstreben werdet, ist das nicht mehr als Beiwerk. Zwischen den Rennen seid ihr in eurer Unterkunft, die einfach grausig aussieht – zur Optik aber später mehr. Von hier aus könnt ihr euren Fahrer mit neuen Klamotten personalisieren, die einseitige MotoGP-Zeitschrift studieren (selbst die Bild-Zeitung verfügt über mehr Inhalte), Informationen zur aktuellen Rennsaison im Fernsehen abrufen, sowie mit euren Fans und Managern via Mail oder Social Network Kontakt halten. Ebenso wie die sinnfreie Zeitschrift ist der Laptop ein Feature, das erst einmal nett erscheint, aber einfach halb-backig umgesetzt und nicht zu Ende gedacht wurde. Warum schreiben mir die Manager nach den Rennen ständig Mails in teilweise exakt demselben Wortlaut? Warum sehen einige meiner Fans im Web 2.0 aus wie Männer, haben aber Frauennamen? Wieso schreiben die auch immer nur denselben, langweiligen Mist? Nach anfänglicher Euphorie über dieses Feature, folgte jedenfalls recht schnell die Ernüchterung.

It only does offline
Ein Mehrspielermodus ist selbstverständlich auch an Bord. Hier könntet ihr theoretisch online mit anderen Spielern um die Wette fahren. Ebenso könntet ihr eine Sprint Season starten, in der ihr euch durch die drei Rennklassen kämpft und eine bestimmte Anzahl von Punkten ergattern müsst, um aufzusteigen. Klingt spaßig, oder? Doch es gibt ein dickes „Aber“. Die Betonung liegt darauf, dass ihr das alles theoretisch tun könntet, denn in der Praxis habe ich es trotz zahlreicher Versuche nur ein einziges Mal geschafft, überhaupt ein Online-Rennen gegen einen einzigen Spieler zu starten. Abgesehen davon gab es zu 90% Verbindungsabbrüche, bevor überhaupt nach anderen Spielern gesucht werden konnte und in den restlichen 10% der Fälle wurden keine Kontrahenten gefunden. Aber hey – die eine Partie lief immerhin lagfrei ab.

Technik, die (ganz und gar nicht) begeistert
Schon beim ersten Spielstart fällt auf: Die Grafik ist wirklich unsagbar hässlich. Bikes und Fahrer werfen nicht einmal Echtzeit-Schatten, sondern es ist lediglich ein dunkler Fleck unter denselben zu erkennen. Dazu kommen Bodentexturen aus der Hölle und auch sonst derart detailarme Strecken, dass man schon fast die Lust am Spiel verlieren könnte. So etwas kann und darf es im Jahre 2013 nicht mehr geben! Immerhin bleibt das Spiel jederzeit flüssig und bei verregneten Strecken sieht das Ganze durch einige zusätzliche Spiegelungen immerhin weniger schlimm aus. Abgesehen davon übertrifft die Scheußlichkeit der Soundkulisse sogar noch die der optischen Aufmachung. Verglichen mit diesem unsäglichen Midi-Motorensound tönt der Zahnarzt-Bohrer wie eine liebliche Schalmei, die sanft durch eine laue Frühlings-Brise an eure Ohrmuschel dringt. Das Schlimmste dabei ist, dass das monotone Brummen nicht durch Musik oder sonstige Effekte überdeckt wird, sondern euch konsequent die Spielerfahrung versaut. Zwar wird auf der Packung angepriesen, dass Original-Kommentator Edgar Mielke mit von der Partie ist, jedoch hört man während des Rennens rein gar nichts von ihm. Lediglich vor und nach der Jagd um ein Plätzchen auf dem Podest gibt er seinen Senf zum Geschehen ab und wiederholt sich dabei auch noch viel zu oft – auf die Art und Weise hätte man sich das auch sparen können.



Fazit:
Das war wohl nix, Milestone! MotoGP 13 mag eine echte Motorrad-Simulation im Hosentaschenformat sein – das sei der Vita-Version des Spiels zugute gehalten. Davon abgesehen gibt es aber viel zu viele Ärgernisse, um eine Empfehlung an Leute aussprechen zu können, die nicht gerade Hardcore-Fans des Sports sind – und auch die werden eher zur Konsolen- oder PC-Version greifen. Die miese Technik, ein kaputter Multiplayer-Modus der so gut wie gar nicht funktioniert, die nicht zu Ende gedachten und oberflächlich implementierten Features, der sinnfreie Kommentator und das in Teilen unrealistische Renngeschehen machen die diesjährige Ausgabe der MotoGP-Serie eher zu einem Ärgernis, als zu einem großen Spaß für Rennsport-Fans. Oder um es ganz prägnant auf den Punkt zu bringen: Finger weg!

Wollte eigentlich numero uno der Online-Rangliste werden: Stefan Thiermann für PlanetVita.de

Vielen Dank an 4Players für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Leserwertung:

Finger weg!
Deine Wertung:

-
Simulation? Auf jeden Fall! Spaßig? Reden wir lieber nicht drüber! Einzig die solide Fahrphysik rettet MotoGP 13 vor dem Totalausfall.

Wertung

MULTIPLAYER :

1.0

FAHRZEUGVERHALTEN:

8.0

AUTHENTIZITÄT:

4.0
4
von 10

lizenzierte Fahrer und Strecken

Fahrzeug-Handling auf Simulationsniveau

viele Einstellungen am Bike-Setup möglich

Karriere in drei Rennklassen

komfortable Rückspul-Funktion

optionale Technikberatung in der Boxengasse

Grafik aus der Hölle

furchtbare Soundkulisse

Sprecher ist sinnfrei und wiederholt sich zu oft

Kontakt mit Managern und Fans beizeiten nervig

Rennsport-Zeitschriften mit einer Seite

Multiplayer komplett kaputt

Schwächen im Strafsystem

Kollisionen mit zu schwachen Auswirkungen

kein Tutorial

Wie werten wir?

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6 Kommentare