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Spielname:
The Walking Dead

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
19,99 €

Publisher:
Telltale

Developer:
Telltale

Genre:
Adventure

Release:
04.09.2013 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

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Review: The Walking Dead

Stefan Thiermann, 20.09.2013

9525°

6

Test mögen: Weitersagen:

Was soll man zu einem Spiel schreiben, zu dem eigentlich schon alles gesagt wurde? Das es bereits auf zahlreichen anderen Plattformen außer der Vita gibt? Das sage und schreibe über 80 Game of the Year-Awards eingeheimst hat? Richtig: Man fängt einfach nochmal von vorne an, alles zu erzählen! The Walking Dead ist nun auch für die Vita erschienen und das auch noch in der komplettesten Version bisher. Hier muss man nicht warten, bis die jeweils nächste Episode erscheint, sondern bekommt gleich das komplette Paket, inklusive dem DLC 400 Days! Ob die Handheld-Version dabei ein fauliger Spiele-Zombie ist oder der Titel auch in mobiler Form die Tränchen ins Äuglein treiben kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Ein… Adventure?
Schon die Einstiegsszene ist ungemein Eindrucksvoll. Während die Seuche ausbricht, findet ihr euch als nichtsahnender Lee Everett auf dem Rücksitz eines Polizeiwagens, um ins Gefängnis gebracht zu werden. Dabei bekommt ihr von einem redseligen Sheriff ein Gespräch aufgedrängt und erfahrt so erste Hintergründe zu Lees Geschichte. Der schon sehr in die Jahre gekommene Polizist erzählt mit starkem Slang, wie Leute auf seinem Rücksitz in Tränen ausbrachen und schon hier habt ihr die Wahl, ob Lee sich auf das Gespräch einlässt oder den alten Mann mit einigen Antwortfetzen abfertigt. Während der Fahrt gibt es Warnmeldungen über Funk und Polizeiwagen mit Sirene kommen an euch vorbeigeschossen. Und plötzlich steht jemand (oder etwas?) auf der Fahrbahn – der Unfall ist vorprogrammiert! Das alles klingt nicht nach viel, ist aber durch die exzellent geschriebenen und gesprochenen Dialoge, sowie die gute Regie derart stimmungsvoll in Szene gesetzt, dass es euch direkt packen wird. Und schon hier deutet sich an, wie lebendig die Figuren auch in einem Spiel sein können, wo es sonst noch viel zu häufig entweder muskelbepackte, großbusige oder musikelbepackte großbusige Stereotypen echter Charaktere gibt, die sich von Oneliner zu Oneliner hangeln.

Papa?
Im Laufe des Spiels trefft ihr auf Clementine, ein kleines Mädchen, auf das ihr fortan aufpassen werdet. Sie hat sich in ihrem Baumhaus verschanzt und wartet darauf, dass ihre Eltern wieder nach Hause kommen. Nach dem Abhören des Anrufbeantworters kann man allerdings seine Zweifel bekommen, ob das jemals passieren wird – und hier wird nicht explizit gesagt, dass Clems Eltern tot sind. Man könnte lediglich den Eindruck bekommen, doch viel wichtiger ist: Was sagt man dem kleinen verängstigten Mädchen, das plötzlich vor einem steht? Deren ehemalige Babysitterin man soeben noch mit einem Hammer auf den Kopf eingedroschen hat – viel öfter als es eigentlich notwendig gewesen wäre. Wer bringt es über’s Herz zu sagen, dass ihre Eltern vermutlich tot sind? Auch diese Szene gibt es unmittelbar nach dem Einstieg zu spielen und es ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, was ihr in den kommenden fünf bzw. sechs Episoden erleben werdet. Ihr habt die Wahl, wie ihr in bestimmten Situationen handelt. Mit der Zeit kommen noch weitere Charaktere dazu und ab und an müsst ihr euch entscheiden: Möchtet ihr ein Vorbild für Clementine sein oder tut ihr das, was nüchtern betrachtet das Beste für euer Überleben und das der Gruppe wäre? Das geht sogar so weit, dass ihr euch entscheiden müsst, ob ihr dem einen oder dem anderen Charakter das Leben rettet. Und ja: Keiner der Protagonisten ist sicher, jeder kann sterben, was auch den Fortgang der Story beeinflusst. Hier sieht man: Schon wie in den Comics und der Serie zu The Walking Dead geht es hier nicht um Survival Horror, Zombies oder Guts and Gore. Es geht um Menschlichkeit – und darum, ob man sie sich in einer Extremsituation wie der, in der sich die Charaktere befinden, bewahren kann. Extrembeispiele gibt es unter den NPC’s jedenfalls in Richtung beider Pole.

Ballern ist Tabu!
Von Zeit zu Zeit gibt es allerdings auch Actionpassagen, die teils mit Quick-Time-Events gesteuert werden. Manchmal müsst ihr auch ein wenig schneller agieren, wenn beispielsweise recht weit am Anfang ein Zombie auf euch zugekrochen kommt und ihr euch noch schnell eine Knarre schnappen müsst, um ihn auszuschalten. Das alles erreicht aber nie an das Niveau eines Shooters. Einerseits, weil diese Sequenzen äußerst sparsam vorkommen und andererseits, weil sich das alles eben immer noch wie ein Adventure anfühlt. Zusätzlich gibt es einige wenige Passagen, in denen ihr schleichen müsst, um an mehreren Untoten vorbei zu kommen. Aber auch dies funktioniert nicht wie in Metal Gear Solid und Co., denn hier habt ihr nur die Wahl zwischen mehreren festen Spots innerhalb der jeweiligen Szenerie und ihr müsst lediglich im richtigen Timing zwischen ihnen herspringen. Auch hier wurde das Ganze also auf Adventure-Niveau heruntergekocht, wobei trotz der Anspruchslosigkeit dieser Sequenzen aber trotzdem situative Spannung aufkommt, weil sie von der Stimmung und dem jeweiligen Storyfortschritt getragen werden.

Und wie geht das nun?
Auf der Vita habt ihr dabei die Wahl zwischen den Steuerungen der Smartphone-Version des Spiels und der der Konsolenvarianten. Bei ersteren könnt ihr interessante Objekte einfach auf dem Touchscreen antippen, allerdings ist das Umsehen sehr umständlich: Hierfür müsst ihr nämlich das Display zunächst in der Ecke auf dem entsprechenden Symbol berühren, bevor ihr die Aktion durchführen könnt, was leider recht hakelig funktioniert. Viel besser funktioniert für meinen Geschmack die Sticksteuerung. Hier bewegt ihr mit dem rechten Stick einen Cursor und klickt mit X interessante Objekte an. Bei Gesprächen wird jeder Taste eine Antwortmöglichkeit zugewiesen. Insgesamt funktioniert das sehr gut, kann aber nicht mit der Maussteuerung am PC mithalten, ohne jedoch als störend wahrgenommen zu werden.

Technik
Optisch ist das Spiel nicht allzu aufwendig, dafür aber sehr stimmungsvoll. Die Grafik wird den Comic-Wurzeln gerecht und gefällt mit starken Konturen, gepaart mit einer aquarell-artigen Farbgebung. Dabei wirken Animationen zum Teil recht hölzern, gerade was die Mimik der Charaktere betrifft. Leider kommt es ab und an zu unschönen Ladezeiten und Rucklern, was aber nicht allzu schlimm ins Gewicht fällt – schließlich geht es hier meist nicht um schnelle Reflexe. Die Sounduntermalung kann dagegen voll und ganz überzeugen. Meist dezente und melancholische Melodien untermalen die Stimmung perfekt und die englische Sprachausgabe ist großartig – die zum Teil an Realsatire grenzenden deutschen Untertitel sind allerdings kaum genießbar.

Features und Besonderheiten
Wie schon angesprochen ist der DLC 400 Days im Paket der Vita-Version direkt enthalten. Allerdings bin ich von ebendiesem weniger begeistert, weil man in ihm insgesamt sechs Mini-Stories erlebt, die allesamt ungefähr 15 bis 20 Minuten Spielzeit ausmachen. In diesen kurzen Abschnitten hat man kaum Gelegenheit, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen, wie zu denen im Hauptspiel, die man ca. 10 bis 12 Stunden lang begleitet. Abgesehen davon ist der DLC mehr vom selben, wobei sich einige Entscheidungen, die ihr in den fünf Episoden der Hauptstory getroffen habt, auf den Ablauf auswirken.

Apropos Entscheidungen: Derer gibt es pro Episode vier größere, die den Fortgang der Geschichte beeinflussen. Und am Ende jedes der sechs Abschnitte erfahrt ihr, wie viel Prozent der anderen Spieler sich so oder so entschieden haben.



Fazit:
Für den Fall der Fälle, dass ihr The Walking Dead noch nicht gespielt habt: Lasst euch nicht von den kleinen technischen Macken der Vita-Version davon abhalten und spielt es! Oder greift zu einer anderen Version, Hauptsache ihr erlebt die bewegende Geschichte von Lee, Clementine und den anderen Protagonisten. Es gibt kaum ein Spiel, das mich in den letzten Jahren derart gefesselt und bewegt hat und dementsprechend kann ich The Walking Dead auch uneingeschränkt empfehlen. Die zwei Punkte Abzug in der Gesamtwertung sind zwar wegen der angesprochenen Mängel gerechtfertigt, jedoch stören sie das Erlebnis dahinter kaum. Demnach solltet ihr euch das Spiel unbedingt besorgen – aber ich glaube, das erwähnte ich schon…

Freut sich tierisch auf die zweite Staffel von The Walking Dead: Stefan Thiermann für PlanetVita.de

Vielen Dank an Telltale Games für die freundliche Bereitstellung des Review-Codes!

Leserwertung:

Super
Deine Wertung:

-
Ein Must-Have, das man nicht nur gespielt haben sollte, sondern muss!

Wertung

STORY:

9.0

RÄTSEL:

3.0

CHARAKTERE:

9.0
8
von 10

stimmungsvolle Optik…

bewegende Geschichte

überraschende Story-Wendungen

gute Sounduntermalung

ausgezeichnete Charaktere

beinah perfekte (englische) Sprachausgabe

Sämtliche Episoden in einem Paket

…hinter der technisch nicht allzu viel steckt

Unschöne Ladezeiten

Ruckler

Schlechte Untertitel

DLC fällt qualitativ etwas ab

unpraktische Touch-Steuerung

Wie werten wir?

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6 Kommentare