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Spielname:
DanganRonpa: Trigger Happy Havoc

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Spike Chunsoft

Genre:
Adventure

Release:
14.02.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

Screenshots:
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DanganRonpa: Trigger Happy Havoc

Review: DanganRonpa: Trigger Happy Havoc

Tjark Michael Wewetzer, 16.02.2014

7167°

6

Test mögen: Weitersagen:

Eigentlich soll in der Schule ja die Fortbildung und die Pflege sozialer Kontakte im Mittelpunkt stehen – in gewissen Kreisen vielleicht auch sowas wie Spaß. An der Schule, in die uns DanganRonpa: Trigger Happy Havoc schickt, sieht der Sachverhalt allerdings ganz anders aus. Statt Biologie, Mathematik und Erdkunde stehen hier Verrat, Verhandlungen und Morde auf dem Lehrplan. Und um das gleich vorwegzunehmen: Am besten wirkt dieses spannende Gemisch, wenn ihr es mit so wenig Vorwissen wie möglich einnehmt. Solltet ihr euch also für etwas abgedrehte (und leider lediglich englischsprachige) Visual Novels im Anime-Stil mit knalligen Farben und einer doch düsteren sowie packenden Handlung begeistern können, hört sofort mit dem Lesen auf, rennt in den nächstbesten Laden und holt euch DanganRonpa – ihr werdet es nicht bereuen! Wer vorher dennoch gerne mehr über den Alltag in der Hope's Peak Academy in Erfahrung bringen möchte, ist zur Lektüre unseres ausführlichen Tests herzlichst eingeladen.

Ein höllischer Schulanfang
Wer an dieser Schule seinen Abschluss macht, dessen Leben ist von Erfolg gekrönt – das sagt man der Hope's Peak Academy nach. Allerdings darf nicht jeder beliebige Mensch in dieser Lehranstalt büffeln. Nur „ultimative“ Schüler, die in einem Spezialgebiet durch ihre besonderen Leistungen aufgefallen sind, wird Zugang zu Hope's Peak gewährt. Die einzige Ausnahme ist unsere Hauptfigur Makoto Naegi. Dieser junge Durchschnittsmensch hat es nämlich dem Losglück zu verdanken, aufgenommen zu werden – was ihm wiederum den Titel „Ultimativer Glückspilz“ einbrachte. Auch wenn er nicht weiß, ob er sich unter den ganzen Superschülern behaupten kann, setzt er doch frohen Mutes einen Schritt auf das Campusgelände. Und schon nimmt das Unglück seinen Lauf…

Einen kurzen Ohnmachtsanfall später findet sich Makoto in einem bizarren Abbild des Schulgebäudes wieder. Die Fenster sind mit dicken Metallplatten versehen, der einzige Ausgang durch gewaltiges Stahltor versperrt. Und er ist nicht allein in diesem Gefängnis: Er trifft auf vierzehn weitere Schüler, die sein Schicksal teilen. Schnell zeigt sich jedoch, warum sie hier sind: Ein augenscheinlich lebendiger Teddybär namens Monokuma hält die Truppe gefangen und zwingt sie dazu, bis zum Ende ihrer Tage in den heiligen Hallen von Hope's Peak zu leben. Es gibt aber eine Möglichkeit zur Flucht. Wer zur Außenwelt zurückkehren möchte, muss lediglich eines tun: Töten.

Gemeinsam sind wir stark
Das ist der Startschuss für die rund 25 Stunden umfassende Visual Novel, bei der ihr kapitelweise den Geheimnissen von Hope's Peak auf den Grund geht und erfahrt, was für ein Spiel Monokuma hier tatsächlich treibt. Der Ablauf ist dabei grob in drei Phasen eingeteilt. Die erste, „Daily Life“ genannt, lässt euch das Schulgelände erkunden, Freundschaften aufbauen und der Grundhandlung folgen. Dabei bewegt ihr euch aus der Ego-Perspektive durch die Flure und durchsucht nach klassischer Point-and-Click-Manier – wobei ihr den Cursor entweder mit dem Touchscreen oder per Analogstick bewegt – die Klassenzimmer und Fachräume der Akademie. Viel einzusammeln gibt es dabei nicht, lediglich Monokuma-Münzen lassen sich in kleinen Mengen ausfindig machen.

Diese können auf zweierlei Arten nützlich werden. Einerseits lassen sich so in der Bonus-Galerie freigeschaltete Artworks, Event-Bilder und Musikstücke freischalten, andererseits könnt ihr sie auch gegen zufällig ausgewählte Geschenke eintauschen. Die Präsente wiederum braucht ihr für die soziale Komponente des Spiels: Wann immer euch Freizeit gewährt wird, könnt ihr euch mit euren Mitgefangenen unterhalten und so freundschaftliche Bande knüpfen. Mit dem richtigen Geschenk geht das natürlich noch viel schneller. Dabei erfahrt ihr nicht nur stetig mehr über die vielfältige Besetzung von DanganRonpa, sondern schaltet auch besondere Fertigkeiten und die zur Ausrüstung ebendieser notwendigen Skill-Punkte frei, die in den anderen Phasen des Spiels zum Einsatz kommen. Aufgrund der geringen Anzahl der Freizeit-Segmente ist es euch übrigens nicht möglich, alle Bindungen in einem Durchmarsch aufs Maximum zu bringen. Allerdings merkt sich das Spiel alle Fortschritte auch für erneute Anläufe und erlaubt es euch so, versäumte Freundschaften nachträglich zu knüpfen. Noch viel einfacher geht das im nach einmaligen Spielabschluss freigeschalteten Schul-Modus, bei dem ihr in einem Bonus-Szenario ganz ohne Mord-Druck mit euren Mitschülern interagieren könnt.

Thrills! Chills! Kills!
Trotz aller Bemühungen, ein friedliches Leben zu führen, wird jedoch unweigerlich der Zeitpunkt kommen, an dem einer eurer Kommilitonen die Nerven verliert und jemanden umlegt – meist durch einen kleinen, mentalen Schubser von Seiten Monokumas. Dann wechselt DanganRonpa in die kurze und leider auch extrem starre Ermittlungsphase, in der ihr wichtige Orte auf Hinweise untersucht und Beweise sammelt. Dank per Dreieck-Taste aufrufbarer Hotspot-Funktion verkommt die Sucherei wenigstens nicht zur Pixeljagd und auch trotz der eher eingeschränkten Handlungsfreiheit motiviert das Durchsuchen von Hope's Peak – nicht zuletzt weil man dabei schon gut selbst Theorien über den Tathergang aufstellen kann.

Sind alle Hinweise gefunden worden, ruft Monokuma zum Klassengericht auf, der dritten und spannendsten Phase des Spiels. Im Grunde genommen handelt es sich hier um eine einzige, mehrstündige Dialogkette, bei denen die überlebenden Schüler versuchen, den Mörder zu entlarven. Klingt nicht gerade berauschend? Das täuscht! Im Laufe der Verhandlung werdet ihr nämlich immer wieder mit kurzen Minispielen konfrontiert, die sowohl euer Geschick als auch eure grauen Zellen fordern. Bei der Nonstop-Debatte etwa gilt es, in einem Auszug der Diskussion einen Widerspruch aufzudecken – ähnlich wie zum Beispiel bei Zeugenaussagen in der Ace Attorney-Reihe. Habt ihr die richtige Schwachstelle gefunden, müsst ihr nur den passenden Beweis – stilecht „Wahrheitskugel“ genannt – auswählen und damit die Falschaussage im wahrsten Sinne des Wortes abknallen. Ein anderes Minispiel wiederum, Galgenmännchen-Manöver genannt, fordert von euch, aus heranschwirrenden Buchstaben einen Begriff zusammen zu setzen, der das Gespräch auf die richtige Bahn bringt.

Die Minispiele sind zwar größtenteils spaßig, allerdings auch nicht frei von ärgerlichen kleinen Schwächen. An wenigen Stellen sind zum Beispiel Lösungen undeutlich, sofern ihr nicht auf den selben Gedankenzug aufgesprungen seid wie die Story-Schreiber. Schlimmer ist es bei der eigentlich hervorragend inszenierten abschließenden Eröterung am Ende der Verhandlungen. Dabei wird von euch gefordert, einen lückenhaften Manga zu komplettieren und so den kompletten Tathergang zu beschreiben. Blöd nur, dass ihr dies mit Hilfe von unbeschrifteten Icons tun müsst und die Bilder schnell missverstanden werden können. Besonders ärgerlich ist das, weil DanganRonpa euch für jeden Fehler – sei es ein verfehlter Schuss oder eine falsche Lösung – Punkte abzieht. Zugegeben, eure Wertung bestimmt letzten Endes nur die Höhe des Monokuma-Münzen-Bonus' am Ende, doch nervig ist dies nichtsdestotrotz. Ebenfalls eine Lösung: Wer sich am Härtegrad der Puzzles und Minispiele stört, kann beide in je drei Stufen regeln. Das allerdings nicht während des laufenden Spiels, sondern nur ganz am Anfang oder in der Kapitelauswahl.

Der Tod sah noch nie so… bunt aus
Was DanganRonpa, abgesehen von der durchweg spannenden und wendungsreichen Story, zu etwas Besonderem macht, ist die stylische Aufmachung der Visual Novel. Schon beim ersten Erkundungstrip durch die Hallen von Hope's Peak fallen uns die knalligen Farben auf, die das bizarre Bild der Lehranstalt stützen. Blut beispielsweise ist in diesem Universum nicht rot gefärbt, sondern im schrillen Pink. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – sorgt dies alles für eine unheimliche Atmosphäre. Eure Mitschüler und viele Objekte in den Räumen des Spiels erscheinen auch nicht als 3D-Modelle, sondern in Form von 2D-Aufstellern. Dies fällt vor allem bei Kameraschwenks deutlich auf, passt aber ebenfalls zum ungewöhnlichen Gesamtbild des Spiels. Allerdings sticht dabei auch ins Auge, dass DanganRonpa ursprünglich von der PSP stammt. Auch wenn ein Großteil der Artworks an die Vita-Auflösung angepasst und gestochen scharf daherkommt, gibt es einige Objekte, die gerade im Zoom verwaschen dargestellt werden.

Die Klangkulisse hingegen bedurfte keinerlei Upgrades. Der Soundtrack aus der Feder von Masafumi Takada (No More Heroes, God Hand) kann unheimlich, aufbrausend oder einfach nur abgedreht sein – je nachdem, ob wir es gerade mit einer Leiche vor unseren Augen, dramatischen Wendungen oder dem alltäglichen Schabernack des Bösewichts Monokuma zu tun haben – ein Fest für die Ohren! Mit Einschränkungen gilt dies auch für die englische Sprachausgabe des Spiels, die in den Alltags- und Ermittlungsphasen nur bruchstückhaft zum Einsatz kommt, dann allerdings in den komplett vertonten Gerichtsverhandlungen ihre Muskeln spielen lässt. Die Leistungen der englischen Sprecher variieren dabei leider stark. Schnösel Byakuya Togami etwa klingt teils extrem unnatürlich, wohingegen zum Beispiel der abgedrehte Monokuma oder der Strippenzieher des diabolischen Spiels förmlich in ihrer Rolle brillieren. Man kann sich auch an die Defizite gewöhnen, wer sich darauf aber nicht einlassen möchte, findet alternativ auch den japanischen O-Ton auf dem Modul. Überlegt euch aber vorher gut, welche Version ihr hören wollt. Ihr könnt die Tonspur nämlich wie den Schwierigkeitsgrad nur in der Kapitelauswahl nachträglich ändern!



Fazit:
Es ist schon ein ungewöhnliches Kleinod, welches und NIS America hier präsentiert. Doch lasst euch vom poppigen und vielleicht auch etwas albern wirkenden Anime-Design nicht abschrecken: DanganRonpa: Trigger Happy Havoc fesselt von der ersten bis zur letzten Minute. Grund dafür sind die facettenreichen Charaktere, die man in der Hope's Peak Academy trifft, sowie die wendungsreiche Handlung, die zu Spekulationen einlädt und dann nicht selten gegen eure Erwartungen spielt. Schnell wird klar: Wer dieses tödliche Spiel überlebt und wer hier das Zeitliche segnet, lässt sich nur schwer abschätzen! Zwar ist auch diese Visual Novel nicht ganz frei von Fehlern – so zünden etwa nicht alle Minispiele gleichermaßen und selten ist auch die richtige Lösung eines Rätsels nicht ganz schlüssig – doch lasst euch gesagt sein: Der Schulausflug lohnt sich allemal und wer sich einmal von der Geschichte um Verrat, Verzweiflung und Hoffnung anstecken lässt, wird seine Vita erst wieder aus der Hand legen, sobald der Abspann über den Bildschirm flimmert. Ein hervorragendes Mystery-Abenteuer, das sich kein des Englischen mächtiger Vita-Besitzer entgehen lassen sollte!

Revolverheld: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Delasocial für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Pflichtkauf
Deine Wertung:

-
Schrille Farben, spannende Wendungen: Eine erfrischend andere Visual Novel, die man gespielt haben sollte!

Wertung

STORY:

9.0

RÄTSEL:

7.0

PRÄSENTATION:

9.0
9
von 10

Packende, schwer vorhersehbare Handlung

Sympathische Charaktere…

…mit interessanten Geschichten

Abwechslungsreicher Spielablauf

Mitreißend inszenierte Gerichtsverhandlungen

Einmaliger Stil

Stimmiger Soundtrack

Trotz gelegentlicher Auslaufphasen extrem linear

Manche Lösungen zu undeutlich

Wiederspielwert hält sich trotz Boni in Grenzen

Keine deutschen Texte

Nicht vollständig vertont

Kleine Grafikunstimmigkeiten

Wie werten wir?

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6 Kommentare