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Spielname:
Hatsune Miku Project Diva f

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
29,99 €

Publisher:
Sega

Developer:
Crypton Future Media

Genre:
Musik

Release:
12.03.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Review: Hatsune Miku Project Diva f

Tjark Michael Wewetzer, 25.03.2014

4041°

11

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Wie sagt doch so schön ein Sprichwort: Unverhofft kommt oft. Da prüfte Sega vor einiger Zeit das West-Interesse der durch und durch japanischen Musikspielreihe Project Diva, nur um dann mit der ersten Lokalisierungsbestätigung Vita-Besitzern die kalte Schulter zu zeigen. Augenscheinlich gab es jedoch genug Gegenstimmen (und vielleicht auch Käufer der PS3-Portierung), die schlussendlich doch noch das hier ermöglicht haben: Hatsune Miku: Project Diva f im europäischen PSN-Store. Warum Fans von Musikspielen das japanische Vocaloid-Sternchen definitiv nicht ignorieren sollten, verraten wir euch in unserem Test.

Voca-was bitte?
Ah ja, vielleicht sollten wir zunächst einmal klären, was sich hinter der ganzen Vocaloid-Kiste verbirgt. Der Markenname setzt sich aus den Begriffen „Vocal“ und „Android“ zusammen und steht für eine Stimm-Synthesizer-Engine der Firma Yamaha, die von einer als Crypton Future Media bekannten Truppe verfeinert und um „Persönlichkeiten“ erweitert wurde. Im Prinzip also Microsoft Sam, nur eben auf Japanisch, niedlich und dank der Eigenschaften dieser Sprache um einiges flexibler. Die wohl bekannteste Stimme im Bunde ist dabei ohne Frage die digitale Dame mit den smaragdfarbenen Haaren, Hatsune Miku. Unter diesem Namen sind nicht nur zahlreiche Songs erschienen, auch ein Echtwelt-Konzert wurde abgehalten – inklusive einer Projektion der CGI-Sängerin. Und irgendwo im Zuge dieser Markterweiterung ist ein Videospiel-Deal zwischen Sega und Crypton herausgesprungen, welcher uns Japan-exklusive PSP-Spiele und diesen nun endlich nach Europa rübergeschwappten Vita-Titel bescherte. So weit, so die Hintergrundgeschichte.

Der Herzstück von Project Diva f ist dementsprechend der schlicht als „Rhythm Game“ titulierte Modus, bei dem ihr euch nach und nach durch die insgesamt 32 Songs des Spiels tippt. Anfängern im Genre sei vorher ein Blick in das separate Tutorial – komplett mit eigenem Song – geraten, welches euch die Grundzüge des Gameplays beibringt. Die Bildschirmtexte sind dabei leider komplett in englischer Sprache, das simple Spielprinzip lässt sich so aber trotzdem locker erlernen: Während der von euch ausgewählte Track läuft, tauchen Markierungen in Form der PlayStation-Aktionstasten auf dem Bildschirm auf. Erreichen die vom Bildrand heranschwebenden Symbole ihre Fassung im Zentrum, müsst ihr die entsprechende Taste betätigen. Taucht hingegen ein Stern auf, müsst ihr einmal kurz über den Touchscreen wischen. Bei Erfolg gibt’s je nachdem, wie zeitig ihr dies gemacht habt, Punkte, andernfalls schlägt sich das negativ auf eure Energieanzeige aus. Vergeigt ihr zu viele Noten, bricht das Spiel euren Versuch ab, stempelt eure Leistung mit der schlechtesten Bewertung ab und fordert von euch, erneut an das Lied heranzugehen.

Und das soll Spaß machen?!
Das klingt derartig trocken beschrieben natürlich extrem langweilig. Dass ihr dabei nicht einschlaft, verdankt ihr der Aufmachung des Spiels. Natürlich hackt ihr nicht blind auf den Tasten ein, sondern passend zur Melodie der Songs bzw. zur Stimme des singenden Vocaloids. Speziell auf den höheren Stufen lernt ihr dabei auch schnell, dass ihr möglichst nicht mit den Augen euer Timing anpassen solltet, sondern auf das Gehör umzuschalten habt. Was nämlich Project Diva von Genre-Kollegen unterscheidet, sind die extrem bunten und poppigen Musikvideos, die während der Rhythmustipperei laufen. Diese sehen ohne Frage klasse aus und sind abwechslungsreich wie kreativ. Allerdings demonstriert Sega hier ungewollt, warum viele Musikspiele auf eine derartig aufwendige Präsentation verzichten. Ohne ein gutes Auge verliert man in dem Farbgewusel schon mal die zu treffenden Noten aus dem Blick und versemmelt eine Kombo.

Wem das trotz allem nicht genug an Herausforderungen ist, kann zusätzliche Modifikatoren einschalten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Survival-Run, bei dem ihr keine Energie wiederherstellen könnt? Oder dem Perfektionisten-Modus, wo alles außer perfekt getroffenen Noten euch Energie abzwackt? Besteht ihr diese Hürden, belohnt euch das Spiel mit mehr Diva Points, auf die wir später noch einmal zurückkommen. Zugleich denkt Sega aber auch an die Einsteiger unter euch und bietet Hilfsoptionen an – etwa dass euer Saft beim Komplettverlust wieder regeneriert wird oder ihr bei der Tipperei nur auf eine Taste zurückgreifen müsst anstelle des ganzen Sets. Diese Hilfen wahrzunehmen schlägt sich allerdings negativ auf eure Endwertung aus, richtig gute Scores gibt es dementsprechend nur ohne Unterstützung. Da der Schwierigkeitsgrad stellenweise zu harschen Sprüngen ansetzen kann – vor allem beim Übergang von der Stufe Einfach auf Normal ist ein drastischer Anstieg spürbar – schadet es nicht, sich erst mit Stützrädern an die neuen Herausforderungen zu wagen und den Song sowie die Tastenabfolgen zu verinnerlichen.

Entspannung und Arbeit
Neben der großen Hauptattraktion bietet Project Diva f auch noch ein paar kleine Nebenbeschäftigungen. Zu den eher nett gemeinten Extras zählen dabei der Diva Room und die AR-Funktionen. Ersterer lässt euch die Vocaloids in ihren eigenen vier Wänden ausspionieren. Dabei könnt ihr das Zimmer mit diversen Gegenständen und Möbeln dekorieren, mit den Performern interagieren oder ihnen Geschenke machen. Gelegentlich fordern sie euch auch zu einem kurzen Minispiel heraus. Um an die Ausstattungsobjekte zu kommen, benötigt ihr allerdings im Rhythm Game erspielte Diva Points, die als Währung im Ingame-Shop fungieren. Im AR-Modus wiederum könnt ihr Miku direkt in eure Zimmer holen und singen lassen. Für dieses Feature benötigt ihr lediglich eine ausdruckbare AR-Karte, die sich auf Segas offizieller Homepage zum Spiel finden lässt. Diese Augmented-Reality-Spielerei funktioniert auch erstaunlich gut, bleibt aber eben genau das: eine nette Spielerei ohne große Substanz.

Wesentlich spannender ist da schon der Edit-Modus. Dieser erlaubt es euch nämlich, eigene Herausforderungen für das Rhythm Game zu erstellen. Dabei seid ihr nicht einmal auf die im Spiel enthaltenen Songs angewiesen, sondern könnt gleichermaßen eigene mp3-Dateien aus dem Speicher eurer PS Vita verwenden. Wer hier jedoch erwartet, schnell schöne neue Level basteln zu können, hat sich mächtig geschnitten. Das Bearbeitungsprogramm ist recht komplex und erfordert einiges an Einarbeitungszeit. Habt ihr alles aber erst einmal gerafft, lassen sich nette, kleine Videos erstellen. Außerdem könnt ihr eure Werke – oder zumindest die Spieldaten; Songdaten und mp3-Dateien werden nicht übermittelt – sowohl im lokalen Netzwerk als auch über das PlayStation Network mit anderen Nutzern teilen.

Please put on your headphones now
Okay, wir haben lang genug um den heißen Brei geredet: Wie sieht es nun mit dem Sound aus? Nun, die 32 ab Werk vorhandenen Songs bieten natürlich hochgradige J-Pop-Unterhaltung. Wenn das nicht euer Genre ist, seid ihr definitiv mit anderen Musikspielen besser beraten. Die Song-Qualität ist dafür gut, auch wenn zum vollen Genuss des Klangs dringlichst zu Kopfhörern geraten sei – die Lautsprecher der Vita tun dem Spiel nämlich keinen Gefallen. Bei Bedarf warten im PSN noch sechs Extra-Lieder als kostenpflichtiger DLC, die das Gesamtpaket weiter abrunden.

Die Technik von Project Diva hingegen ist ein zweischneidiges Schwert. Wir sind bereits darauf eingegangen, dass die aufwendigen Musikvideos gerade bei schwereren Stufen unnötig ablenkend ausfallen können. Dafür, und das kann man nicht oft genug betonen, machen diese auch richtig etwas her. So sehr, das gelegentliche Zuschauer schon allein mit den Filmchen ihren Spaß haben können. Was dann wieder negativ auffällt: Einige verwaschene Grafiken. Wenn ihr beim ersten Spielstart das Antlitz der – im optischen Sinne – unscharfen Miku erblickt, fragt ihr euch unweigerlich, ob ihr nicht etwas an den Augen habt. Kurioserweise betrifft dieser Effekt nur das Haupt- und Kostümmenü. Im Diva Room und bei den Musikvideos sieht alles wieder ansehnlich aus.



Fazit:
Tjark Michael Wewetzer
Nach all den Jahren schafft es das digitale Pop-Sternchen Miku endlich nach Europa. Hat sich das Warten gelohnt? Für Freunde des locker-flockigen J-Pops auf jeden Fall. Hatsune Miku: Project Diva f bietet mit seinen vier Schwierigkeitsgraden und 32 Songs (plus sechs weitere als DLC-Komplettpaket) genug Futter, um über Stunden hinweg an den Bildschirm zu fesseln. Die Stücke gehen sofort ins Ohr, die Rhythmus-Tipperei gleichermaßen ins Blut. Ebenfalls lobenswert ist, dass Sega bei der Präsentation nicht gespart hat und hübsche, einfallsreiche oder einfach nur lustige Musikvideos unter die Lieder gelegt hat. Leider sind diese zugleich auch eines der großen Mankos des Spiels, da die farbkräftigen Clips gelegentlich der Übersicht schaden. Die eingestreute Touchscreen-Wischerei, die bei einigen Noten fällig wird, fühlt sich leider auch alles andere als intuitiv an und kann stören. Wären diese Mängel nicht, wären Project Diva sicherlich höhere Wertungsregionen offen. Aber auch so ist Mikus europäische Vita-Premiere für Musikspiel-Fans und Genre-Einsteiger mit J-Pop-Affinität noch immer ein kurzweiliges und beinahe suchterregendes Vergnügen.

Nyanyanyanyanyanyan: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Denis Wewetzer
Ich muss es an dieser Stelle am besten gleich erwähnen: Rhytmus-Spiele sind für mich vermutlich mit das Größte (Neben Rollen- und Actionspielen). So ist es natürlich nicht verwunderlich wie sehr ich die Freude ergriffen hat, als Hatsune Miku auch hier erscheinen sollte. Und enttäuscht wurde ich nicht. Die Songs sind abwechlungsreich und fesselnd, der Schwierigkeitsgrad in den oberen Rängen knackig und es gibt einfach eine Fülle an Goodies freizuschalten. Noch kombiniert mit den Editor macht es ein durchaus schönes Komplett-Paket. Die Tatsache nun bestimmte Noten durch gezieltes Wischen zu betätigen ist zwar merkwürdig ungewohnt, aber lässt sich nach kurzer Einarbeitungszeit auch recht gut bewältigen. Wer sich nicht von J-Pop abschrecken lässt oder ohnehin bereits Geschmack an den Songs der Vocaloid-Berühmtheit hat, wird vollste Freude mit diesem Titel haben und auch über die kleineren Mankos hinwegsehen können, die sich so hier rein geschlichen haben.

Konnte nicht anders als den DLC runterzuladen: Denis Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Review-Codes!

Leserwertung:

Pflichtkauf
Deine Wertung:

-
Ein knallig buntes, fesselndes und durch und durch japanisches Vergnügen für J-Pop-Freunde und Musikspiel-Fans.

Wertung

SOUND:

9.0

ABWECHSLUNG:

9.0

TECHNIK:

7.0
8
von 10

Anfängerfreundlich…

…und doch fordernd

Abwechslungsreiche Tracklist

Stylische Musikvideos…

Umfassender Song-Editor

Viele freispielbare Extras

Wenige unschöne Sprünge im Härtegrad

Nervige Touch-Kommandos

Einige verwaschene Grafiken

…die vom Spielgeschehen ablenken

Wie werten wir?

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