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Spielname:
Deception IV: Blood Ties

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Tecmo Koei Europe

Developer:
Tecmo Koei

Genre:
Strategie

Release:
26.03.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Review: Deception IV: Blood Ties

Lisa Spitzer, 27.03.2014

6172°

2

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Heutzutage werden Dämonen und andere übernatürliche Wesen immer beliebter. Während die Menschen vor ein paar Hundert Jahren noch ihre Toten weggesperrt oder aufgespießt haben, damit sie nicht als Untote zurückkehren, schauen wir uns mittlerweile Blade, Underworld und andere Filme dieser Art gerne an. Und auch in der Spielewelt sind Vampire, Zombies oder eben auch Dämonen immer häufiger ein Thema. So auch in Tecmo Koeis Deception IV: Blood Ties, auf das wir in diesem Test einen genaueren Blick werfen!

Darf ich Ihnen vorstellen, die Tochter des Teufels!
In Deception IV schlüpft der Spieler in die Rolle von Laegrinna, der buchstäblichen Tochter des Teufels. Nachdem dieser nämlich im Kampf gegen die sogenannten zwölf Heiligen gefallen ist, sinnt er doch 3000 Jahre später immer noch auf Rache und sucht seinen Weg zurück in die Welt. Zu diesem Zweck hat er Laegrinna aus einem Teil seiner Seele erschaffen, damit sie auf Erden seine Rückkehr vorbereitet. Dazu ist es nötig, in den Besitz der Heiligen Verse zu gelangen, mit denen damals der Teufel gebannt wurde. Diese sind mittlerweile in zwölf Relikte geteilt worden, deren Laegrinna sich bemächtigen muss. Sie ist dabei jedoch nicht auf sich allein gestellt, sondern hat als Unterstützung drei mehr oder minder bekleidete Dämoninnen: Caela, den Dämon der Raffinesse; Veruza, den Dämon des Sadismus und Lilia, den Dämon der Blamage.

Vom Amateur-Fallenleger zum Profi-Abmetzler
Eine Frage bleibt: wie genau kommt man denn nun in den Besitz der Relikte, die der Teufel so gerne möchte? Nun, bei der Sache ist es recht praktisch, dass alle möglichen Leute, die im Besitz eines Reliktes sind, wie von selbst ihren Weg zum Unterschlupf unserer Dämonen finden. Sind es jetzt Soldaten oder sogar Vertreter der Kirche, alle werden angelockt wie die Motten vom Licht. Sind sie einmal da, liegt es nun daran, Fallen auszulegen, in die sie hinein tappen sollen. Anfangs ist nur das Legen vor vier Fallen gleichzeitig aus einer eher spärlichen Liste möglich, später werden es jedoch mehr, die man freischalten kann, sowie neue Fähigkeiten oder sogar neue Kostüme. Und ganz im Sinne der drei Begleiterinnen gibt es raffinierte, sadistische und blamable Fallen. Zu nennen wäre da zum Beispiel ein gigantischer Stein, den man die Treppen herunter rollen lassen kann, eine schwingende Axt oder auch ein Kürbis, den man auf den Kopf des Feindes fallen lassen kann. Dabei muss man aufpassen, dass man nicht selber in die Fallen tappt, oder in geschmolzenes Metall fällt. Denn auch als Tochter des Teufels ist man nicht unsterblich und muss im Zweifelsfall einen Kampf erneut anfangen.

Aller Anfang ist schwer
Besonders am Anfang, wenn man mit dem Gameplay noch nicht so vertraut ist, landet man nur allzu oft in der eigenen Falle oder wird sonst wie getötet. Erst wenn man es einmal heraus hat, fängt das Spiel an, in voller Breite zu überzeugen, auch wenn es doch immer vom Prinzip her immer das Gleiche ist – Fallen aufstellen, Opfer hinein locken. Bis man jedoch überhaupt soweit ist, muss man sich zunächst durch den Anfang schleppen. Deswegen ist es klug, zunächst die verschiedenen Einführungen zu spielen. Bei diesen kann man nach jeder Einheit, also ca. alle zwei Minuten speichern. Im Spiel ist das leider nicht so. Denn hier wird immer am Ende eines Kapitels, also eines Levelblocks gespeichert. Verliert man währenddessen einmal, muss man das jeweilige Level neu starten, doch wenn man dann statt weiterzuspielen wieder ins Hauptmenü geht, muss man das Kapitel ganz von vorne anfangen. Zumindest ich war am Anfang so verwirrt, wann ich denn endlich speichern könnte, dass ich plötzlich von ganz vorne anfangen musste, weil ich ins Hauptmenü gegangen bin, weil dort „Speichern“ als Option war … also mein Tipp, nicht einfach mitten im Kapitel aufhören. So ist man leider gezwungen, immer ein ganzes Kapitel zu spielen, auch wenn diese jeweils schon etwas dauern. Am Anfang ist es deswegen ebenfalls nützlich, dass man von seinen Begleiterinnen alles erklärt bekommt. Dann muss man jedoch jedes Level praktisch zwei Mal absolvieren, einmal mit und einmal ohne Hilfe, was den Anfang etwas zieht, jedoch gut ins Gameplay einführt.

3, 2, 1 … und los geht die Axt!
Das Grundprinzip ist klar: man muss also Fallen aufstellen und seine Opfer hinein locken. Zu diesem Zweck werden sowohl die Tasten als auch die Analog-Sticks verwendet. So kann man zunächst mit der Kreistaste ein besonderes Menü aufrufen, in dem man den jeweiligen Raum in einer Art Raster betrachten und dann die Fallen gezielt setzen kann. Mit den anderen Tasten wählt man dann die jeweilige Falle aus einer Liste aus und platziert sie nach Belieben. Die Position ist dabei besonders wichtig, da man zum Beispiel Kombos erzielen kann, oder generell darauf achten muss, dass man den Gegner gut in die Falle locken kann. Diese Aufstellung kann man auch jederzeit verändern sowie den Raum wechseln. Denn trotz allem ist man die ganze Laegrinna, die in den relativ großen Arealen herumlaufen kann, zum Beispiel einer Ruine oder später einer alten Fabrik. Das passiert dann mit den Sticks, durch die man sie zum einen bewegen und zum anderen die Kameraperspektive ändern kann. Hat man dann den Gegner, wo man ihn möchte, muss man mit relativ exaktem Timing die X-Taste drücken, sodass die Falle auslöst, weshalb auch schnelle Reflexe ein Vorteil für dieses Spiel sind.

Komplimente an den Geschmack des Teufels
Eines muss man zugeben: die Grafik von Deception IV ist wirklich schön. Die Hauptcharaktere sind gut ausgearbeitet und haben einen ganz besonderes Zeichenstil, wenn sie in Dialogen gezeigt werden. Doch auch besonders die Anime-Sequenzen können überzeugen, da sie zum einen die düstere Stimmung des Spiels herüber bringen, aber auch die Charaktere sehr schön animiert sind. Auch die Gegner haben ein unterschiedliches Aussehen, doch merkwürdigerweise werden sie in Kämpfen spezifisch dargestellt, in Dialogen sind sie jedoch teilweise ganz schwarz, nur Silhouetten. Für das Spiel ist dies jedoch unwichtig, da man sich so noch mehr auf die ausgearbeiteten wichtigen Charaktere, beispielsweise auch die Hauptgegner konzentrieren kann wie einen Minister oder sogar eine wahnsinnige Nonne. Und auch wenn dadurch die Charaktere teilweise grafisch nicht gänzlich ausgearbeitet sind, so kann man sich doch Geschichten aller Personen kurz durchlesen. So erfährt man beispielsweise, dass für den einen Soldaten seine Mutter das Wichtigste überhaupt ist oder dass ein Mädchen nur durch Zufall im Kampf landete, weil sie ihrem heimlichen Schwarm nachgelaufen ist. In letzterem Fall musste ich mir wirklich überwinden, aber Gnade kann man leider nicht walten lassen …

Die Musik der Hölle?
Doch nicht nur die Grafik kann überzeugen, sondern auch die Musikuntermalung. Diese ist für die düstere, unheilvolle Stimmung des Spiels geradezu perfekt. So schallt dem Spieler im Hauptmenü eine unaufdringliche und doch charakteristische Melodie entgegen, die an zumindest mich an altertümliche Schlösser erinnert hat. In den Levels selbst setzt sich der Sound aus den Geräuschen der Umgebung (zum Beispiel der Fabrik), den Sound-Effekten der Charaktere – ja, auch Schreie – und Melodien zusammen. Und auch während der Dialoge wird Musik eingeblendet, sowie die japanische Vertonung – und das bei durchgängig deutschem Text! Was besonders beeindruckt ist hier die Verwendung von Pausen. Spricht beispielsweise Laegrinna, erstirbt die Musik, was ihr eine besondere Badass-Atmosphäre verleiht und ihre Macht verdeutlicht.

Was wünschen Sie heute, My Lady?
Neben dem Story-Modus gibt es auch noch die Möglichkeit, freie Kämpfe zu führen, in denen man dann beispielsweise seine Fertigkeiten trainieren kann. Und wem das noch nicht reicht, für den gibt es dann noch zahlreiche Missionen, in denen man bestimmte Ziele erfüllen muss, zum Beispiel nicht selber Schaden erleiden darf oder bestimmte Fallen verwenden soll. Doch diese weiterführenden Spiel-Möglichkeiten sind noch nicht alles, was es bei Deception praktisch noch als Bonus gibt. Beispielsweise hätten wir da noch das „Museum“, in dem man sich seine Errungenschaften, sprich Bestwerte und seine Opfer ansehen kann sowie gespeicherte Replays und allgemeine Ranglisten.



Fazit:
Alles in allem kann man sagen, dass Deception IV: Blood Ties durch seine besondere Geschichte, seine Aufmachung und das generell außergewöhnliche Prinzip des Fallenlegens überzeugen kann – auch wenn ich mich die ganze Zeit unwillkürlich gefragt habe, warum die Tochter des Teufels denn nun ein riesiges Yo-Yo herbeizaubern, aber niemanden direkt angreifen kann. Nichtsdestotrotz, das Gameplay macht Spaß – bis man mitten im Kapitel gerne aufhören würde und das dann nicht klappt, weil man erst am Kapitel-Ende speichern kann. Für ein Handheld-Spiel meiner Meinung nach ein klares Minus. Dennoch, die positiven Punkte überwiegen und auch die durchweg deutschen Texte überzeugen. Auch wenn man an manchen Punkten Gewissensbisse bekommt, weil man einen Zivilisten abschlachten muss, der vor einem davonläuft – ich kann Deception IV guten Gewissens weiterempfehlen, besonders an die Strategen unter euch.

Trauert dem armen Mädchen hinterher, dass sie umlegen musste: Lisa Spitzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Tecmo Koei für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Blutiges Strategie-Spiel, das trotz kleiner Mängel (und teilweise Gewissensbissen) überzeugen kann.

Wertung

KOMPLEXITÄT:

8.0

ÜBERSICHT:

7.0

LEVELDESIGN:

9.0
8
von 10

deutsche Texte

Grafik und Sound unterstützen die Stimmung des Spiels

anspruchsvolle Levels

interessante Story und ausgefallenes Gameplay

viele zusätzliche Spielmöglichkeiten, z.B. Missionen

gut ausgearbeitete Charaktere

Speichern nur am Ende eines Levelblocks möglich

Anfang schwerfällig

Gameplay repetitiv

Wie werten wir?

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2 Kommentare