PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Mind Zero

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Acquire

Developer:
Acquire

Genre:
Rollenspiel

Release:
28.05.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Ohne Alterseinstufung

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:

Review: Mind Zero

Lisa Spitzer, 03.06.2014

8577°

10

Test mögen: Weitersagen:

Es ist unbestreitbar, dass es vorherrschend japanische Spiele für die Vita gibt – vor allem RPGs. Auch dass das manchen bitter aufstößt, ist eine Tatsache, die man nicht leugnen kann. Doch einige japanische RPGs haben es einfach geschafft und auch im Westen Rekorde eingeholt, ein Beispiel wäre da Persona. Und nun wurde ein Spiel veröffentlicht, das auch schon im Vorfeld einige Parallelen zu Persona aufzuweisen schien: Mind Zero. Ob das Spiel der anderen Reihe wirklich so ähnlich ist und ob es auf eigenen Beinen stehen kann, werden wir in diesem Test herausfinden.

Geheimnisse über Geheimnisse
Am Anfang der Geschichte steht ein Gerücht – das kennen wir tatsächlich schon aus Persona. Anstatt eines verrückt gewordenen Fernsehprogramms tuscheln die Schüler hier jedoch über eine mysteriöse Tür. Diese soll – je nachdem von wem man es gerade hört – entweder an einen unbekannten Ort führen oder sogar einen mit einer Axt bewaffneten Mörder freilassen, der jeden, der die Tür geöffnet hat, umbringt. Und eine ebensolche Tür sieht auch unser Protagonist Kei Takanashi, in dessen Rolle wir dieses Mal nicht direkt schlüpfen, den wir jedoch dauerhaft begleiten. Plötzlich sieht er sich in einem geheimnisvollen Laden wieder und wird genötigt, einen Vertrag mit einem sogenannten Mind einzugehen, oder er wird sterben! Ist Mind also doch nicht einfach eine Droge, wie die Polizei behauptet? Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, macht sich Kei mit seinen Freunden, die sein Schicksal teilen, auf den Weg ins 'Inner Realm'. Dies ist eine Art Schattenwelt, die mit unserer verknüpft ist und Minds – dämonische Monster – beherbergt. Doch je mehr er herausfindet, desto mehr neue Fragen kommen hinzu – und die Geschichte wird immer mysteriöser. Was genau sind Minds, was ist das Inner Realm? Und warum tauchen immer mehr 'Jungian Tunnels', d.h. Türen in die Welt der Minds auf?

Visual Novel trifft Dungeon Crawler
Viel Eingewöhnungszeit hat der Spieler in diesem Fall nicht – das Spiel beginnt ohne lange Einleitung, man ist stattdessen direkt im Geschehen. Besonders interessant, weil man anfangs noch gar nicht richtig versteht, worum es eigentlich geht. Doch nach und nach versteht man immer mehr – man lernt zeitgleich mit den Protagonisten. Diese verfolgt man nicht, indem man ihre Rolle einnimmt. Stattdessen wird die Geschichte selbst in einer Art Visual Novel erzählt. Anders als in anderen VS ist es aber so, dass man keine Entscheidungen treffen kann. Deswegen fallen auch die direkt beeinflussbaren Social Links weg. Dennoch wachsen die Charaktere mehr und mehr zusammen, was auch ohne Eingreifen interessant ist. Man kann nämlich selbst entscheiden, wann man mehr über einen Charakter erfahren will. Es ist nämlich so, dass man – anstatt eine Person direkt zu steuern – auf einer Karte aussuchen kann, welchen Ort man denn aufsuchen will. So werden einerseits immer mehr praktische Orte freigeschaltet, zum Beispiel der Supermarkt oder der Waffenladen. Andererseits werden jedoch auch immer wieder Stellen angezeigt, zu denen man gehen kann, um eine Szene mit einem bestimmten Charakter verfolgen zu können. Dann will vielleicht Keis Kindheitsfreundin Shizuku mit ihm in die Stadt gehen – man wählt das Ereignis aus und kann verfolgen, wie sich ihre Beziehung entwickelt. Das ist jedoch linear gehalten, man kann nicht selbst in eine Beziehung eingreifen. Dazu sollte ebenfalls gesagt werden, dass man schnell merkt, dass einige Charaktere schon Parallelen zu Persona aufweisen – ein Mädchen ist beispielsweise beinahe genau so wie Chie, und auch der beste Freund unseres Protagonisten hat viel von Yosuke. Aber dennoch unterscheiden sie sich! Ein großes Beispiel wäre so unser Hauptcharakter, der nicht stumm, sondern ebenfalls gut und klar – wie alle Charaktere – ausgearbeitet ist. Und selbst wenn man nicht so viel Lust auf diese Personen-Szenen hat, dann lässt man sie einfach weg und konzentriert sich auf die Hauptgeschichte, d.h. die Dungeons.

Und ab ins Inner Realm!
Diese Dungeons sind zwar nicht zufallsgeneriert wie in anderen Dungeon Crawlern, aber dennoch äußerst interessant! So sind sie alle sehr unterschiedlich gestaltet und aufgebaut, was auch bei längerem Spielen Langeweile vorbeugt. So hat ein Dungeon beispielsweise Schiebeplatten, die den Spieler immer wieder aus dem Konzept bringen. Ein anderer Dungeon ist aufgebaut wie ein Labyrinth und erzeugt durch seine Enge fast eine Art Klaustrophobie, während er mit einem Märchen-Design beeindruckt. Ein wieder anderer Dungeon zwingt den Spieler dazu, durch zahlreiche Zugabteile seinen Weg zu suchen. Unterstützt wird man dabei durch eine Karte, mit der man auch herausfinden kann, wie viel Prozent des derzeitigen Stockwerks man bereits erkundet hat. Und in jedem Dungeon gibt es so einige Ebenen, die teilweise auch durcheinander gemischt sind. So hat man nicht das Gefühl von Eintönigkeit, selbst wenn man noch einmal durch eine Ebene muss, die man bereits durchforstet hat. Das macht auch die anfangs ungewohnte und umständlich erscheinende Bedienung wieder wett, denn man huscht praktisch schrittweise durch die Gänge – entweder mit dem linken Stick oder den Pfeiltasten.

Zahlreiche Feinde
Dem entgegen ist das Kampfsystem wie gewohnt – rundenweise wählt man für jeden seiner drei momentan ausgewählten Mitstreiter (man kann seine Party außerhalb von Kämpfen neu sortieren) eine Aktion aus. Dabei können die Personen selbst angreifen oder ihre Minds vorschicken. Man kann Items einsetzen, physisch angreifen oder Skills benutzen. Sein eigenes Mind kann man nämlich nicht austauschen, jedoch können die Skills gewechselt, verbunden und hochgelevelt werden. Wenn man diese einsetzt, muss man allerdings darauf achten, dass jede Attacke MP (Mind Points), TP (Technical Points) und LP (Life Points) aufbraucht. Wird man angegriffen, werden ebenfalls zunächst MP abgezogen, und wenn man keine mehr hat, ist das Mind dieser Person blockiert und sie wird direkt verletzt. An sich kann man zu den Kämpfen sagen, dass das bewährte System auch hier gut funktioniert. Die Gegner sind tatsächlich ähnlich denen in Persona monströs bis dämonisch angehaucht. Dabei sind die Kämpfe, wenn man zum ersten Mal einen neuen Dungeon betritt, schon anspruchsvoll – der Schwierigkeitsgrad ist jedoch anpassbar, von einfach bis schwer in drei Stufen, die man auch im Spiel noch wechseln kann. Und besonders die Boss-Kämpfe haben es teilweise in sich – da muss man manchmal seine Charaktere noch trainieren, um sie zu schaffen. Da ist es gut, dass man außerhalb von Kämpfen immer speichern kann.

Grafik
Was die Grafik angeht, muss man die Entwickler für die Liebe zum Detail loben. Die Geschichte wird in gewohnter Dialog-Darstellung von VS dargestellt, wobei die Personen gut gezeichnet sind. Immer mal wieder werden extra Bilder eingeblendet, wenn etwas besonders Wichtiges passiert. Diese sind vor allem wegen dem Zeichenstil und den intensiv wirkenden Farben wunderschön. Und auch wenn die Grafik in den Dungeons nicht total scharf ist, sind auch diese jeder für sich sehr interessant gestaltet (wie ich oben schon erwähnte). Die Grafik in den Kämpfen ist solide und erinnert an andere Spiele aus dieser Sparte, lediglich die 3D-Grafiken der Personen haben mir oft nicht allzu gut gefallen, weil die Charaktere in diesen relativ plump aussahen. An sich kann die Grafik jedoch überzeugen!

Sound und Vertonung
Für alle, die sich Sorgen wegen der Vertonung gemacht haben: keine Panik. Wie immer können die japanischen Synchronstimmen überzeugen, aber auch die englischen Stimmen passen gut zu den Charakteren. Bei den englischen Stimmen ist es so, dass sie vom Tempo nicht immer mit dem Texttempo übereinstimmen, aber das ist meines Erachtens nach nicht so tragisch. Super ist zudem, dass man mit jedem Öffnen des Spiels erneut auswählen kann, welche Vertonung man nun dieses Mal haben will. Was die Musik betrifft, erinnert auch sie stellenweise an schon dagewesenes, passt aber gut zur Stimmung des Spiels und ist abwechslungsreich. So sind beispielsweise die Kampf-Melodien von härteren Zügen geprägt, während man innerhalb eines Dungeons leichte, fast leise Melodien hört, die eine unheimliche Stimmung erzeugen.



Fazit:
Trotz Parallelen mit Persona ist Mind Zero ein eigenständig gutes Spiel. Obwohl die Steuerung in den Dungeons etwas schwerfällig ist, können diese mit Ideenreichtum überzeugen. Und obwohl man keine Social Links hat, sind die Personen vielfältig und einprägsam. Das Spiel überrascht immer wieder, denn wenn man denkt, man hätte etwas verstanden, passiert etwas, womit man gar nicht gerechnet hat. Es ist liebevoll gestaltet und auch die englische Vertonung kann überzeugen. Kurzum: mit diesem RPG kann man lange Spaß haben. Für seine 29,99€ kann ich das Spiel weiterempfehlen an Leute, die japanische RPGs mögen (beispielsweise Persona, wer hätte das gedacht), und auch für solche, die eine Mischung aus Visual Novel und Dungeon Crawler interessant finden.

Irrt weiter durchs Inner Realm: Lisa Spitzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Acquire für die freundliche Bereitstellung des Rezensionscodes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Parallelen zu Persona sind vorhanden, doch dieses Spiel überzeugt auch selbstständig!

Wertung

STORY:

8.0

SPIELWELT:

9.0

GAMEPLAY:

7.0
8
von 10

interessant gestaltete Dungeons

immer wieder überraschende Wendungen

spannend gestaltet durch mysteriöse Geschichte

immer frei wählbare Schwierigkeit und Vertonung

Persona sehr ähnlich, z.B. die Personen ähneln sich

komplett auf Englisch

umständliche Steuerung in den Dungeons

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

10 Kommentare