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Spielname:
Soul Sacrifice Delta

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Sony

Developer:
Comcept

Genre:
Rollenspiel

Release:
14.05.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Review: Soul Sacrifice Delta

Denis Wewetzer, 04.06.2014

10k°

19

Test mögen: Weitersagen:

Erinnert ihr euch noch an Librom? Dieses komische Buch, das unserer Redaktion von diesem noch viel merkwürdigeren Vertreter angedreht wurde? Okay, zugegeben, wir sind auch recht zufrieden damit gewesen und konnten so einige Stunde Spaß daraus kitzeln, aber zwei sprechende Bücher in der Redaktion herumliegen zu haben, kann ganz schön nerven, vor allem, wenn diese einfach nicht die Klappe halten wollen. Jetzt kommt allerdings das Interessante: seit Kurzem scheint unser E-Mail Account einen Bug oder so bekommen zu haben und wird nun mit Spam der etwas anderes Sorte überfüllt. An Stelle der üblichen Penis-Vergrößerungen oder dem ach so günstigen Viagra wird hier nämlich eine Erweiterung von Librom angeboten, die das Anhängsel "Delta" trägt. Ein Erweiterung für ein Buch? Auf so etwas kann auch nur jemand kommen, der vermutlich zu der gleichen Sekte gehört wie der vorige Vertreter. Aber ich zeige euch einfach mal, was darin so steht:

E-Mail Nr. 1: Alles beim Alten – und irgendwie doch nicht!
Nachdem wir uns sicher sind, dass Sie bereit Unmengen an Spaß mit Librom hatten, (Anm. d. Red: Schaut euch dafür am besten das oben verlinkte Review zum ersten Teil an.) wollen wir Sie nicht damit zutexten, was es alles tatsächlich in Delta gibt, sondern gehen im Großen und Ganzen nur auf die Neuerungen ein, die Ihnen zeigen werden, dass es sich sehr wohl lohnt, sich Librom Delta anzuschaffen! Wie es sich für Erweiterungen gehört, ist die Hauptgeschichte allerdings wieder dieselbe, also ist es nicht einmal so schlimm, wenn die erste Version nicht gespielt worden ist. Sollte dies jedoch der Fall sein, ist das aber auch kein Problem, was im ersten Librom einmal erlebt worden ist, lässt sich vollständig auch in die verbesserte Variante übernehmen! (Mit ein paar Ausnahmen) Dennoch wurde die Geschichte natürlich erweitert und viele neue Zauberer werden angetroffen und diverse neue Monster laufen einem über dem Weg, die natürlich wieder alle mit ihrer eigenen Geschichte daher kommen.

E-Mail Nr. 2: Kämpfe waren noch nie so taktisch!
Wer bereits vorher gedacht hat, man hätte eine recht große Auswahl an Zaubern vor sich, wird in Delta sein blaues Wunder erleben! Nicht nur haben die meisten alten magischen Angriffe eine noch höhere Stufe erhalten, nein! Es sind auch Unmengen an neuen Sprüche hinzugekommen. Reichte Ihnen die Waffenauswahl nicht aus? Es gibt nun auch noch Speere! Die Angriffe der Monster haben Sie schon immer gelockt und es reichte Ihnen nicht aus, nur einen kleinen Abklatsch eben dieser zu erhalten? Nun haben sie die Chance genau diese Attacken selbst zu erhalten! Und das ist noch lange nicht alles: Während des Kampfes ist es nun auch noch möglich ein paar magische Angriffe zu kombinieren! Wenn man so zum Beispiel einen Zauber verwendet, um die eigene Ausweichbewegung zu verändern, lässt sich das mit einer Waffe verwenden, um schnellere Schläge auch aus der Bewegung heraus zu benutzen! So schnell ist man noch nie über das Schlachtfeld geflitzt und hat dabei auch noch eine Menge Schaden bei den Erzfeinden verursacht.

Und selbst das ist noch nicht alles: Die größte Neuerung ist das Fraktions-System. Obwohl der Zauberer des Buches eigentlich dem Avalon-Orden angehörte, wollten wir den Lesern die Freiheit geben selbst auszuwählen, zu welchem er nun gehören soll. Es gibt so nämlich nun DREI Orden. Neben Avalon, deren Magier sich dessen verschworen haben alle Monster zu opfern, gibt es auch noch Sanktuarium. Die Zauberer dieses Ordens machen es genau umgekehrt und retten jedes Monster. Als letzten Ausweg gibt es auch noch Grim. Diese neue Auswahl gibt zudem gleich eine weitere Entscheidung nach dem Besiegen der Monster auf. Neben dem finalen Retten oder Opfern des Monsters ist es nun möglich, es seinem Schicksal zu überlassen. Der Zufall entscheidet also, was mit der armen Kreatur geschieht. Keine Sorge, eine schlechte Auswirkung hat keine Entscheidung auf einen selbst, je nachdem welchem Orden man sich selbst zugehörig sieht, können die Auswahlen allerdings andere Effekte haben, also wählt weise!

E-Mail Nr. 3: Zusammen gegen das "Böse"!
Natürlich ist es Ihnen noch immer möglich, sich mit anderen Besitzern von Librom zu verbünden um die schwersten aller schweren Erinnerungen zu absolvieren. Dies sollte auch gemacht werden, denn obwohl wir daran gefeilt haben, es Einzelgängern ein wenig leichter zu machen, wollten wir die Herausforderung noch weiter anheben und haben einfach mal fünf Schwierigkeitsstufen hinzugefügt! Und gerade hier sollte man sich seiner Rolle genau bewusst sein, wenn man sich einer der Fraktionen angehörig fühlt. Avalon-Anhänger werden einen hohen Magie-Level besitzen und haben damit die höchste Angriffskraft. Das bedeutet aber nicht, dass sie an den Fronten hängen sollten, werden sie nämlich einmal getroffen, sind sie praktisch tot. Das Gegenteil ist bei Sanktuarium-Priestern der Fall. Mit einem hohem Lebenslevel ausgestattet sind sie klare Tanks und sollten Angriffe abfangen, wenn möglich. Außerdem sollte die Heilung der Kameraden klar an deren Tagesordnung stehen. Grims geben hingegen sind gute Allrounder, "Rotmagier", wie man in manchen Kreisen sagen würde. Da beide Level vermutlich ausgeglichen sind, können sie eher an speziellen Effekten feilen oder aber andere taktische Hilfsmittel vorbereiten, die letztlich für einen schnell erlegten Erzfeind sorgen.

E-Mail Nr. 4: Ich höre tote Menschen...!
Sie dachten echt, das wäre bereits alles? Ha! Eine weitere wichtige Erweiterung ist der "Markt". Während Sie früher durch das Erfüllen bestimmer oder einfach nur vieler Pakte neue Kleidung erhalten haben, werden Sie diese nun durch das Eintauschen mit Zaubern erhalten. Des Weiteren darf der Magier nun mit anderen Accessoires ausgestattet werden, als lediglich die einfache Kutte, die mit dem Gesamtoutfit daherkam. Zudem dürfen Sie auf dem Markt den neuesten Gerüchten lauschen, welche nach dem Aufhängen an der Gerüchtetafel für besondere Effekte während der Pakte sorgen. Last but not least ist noch das Ars Magica zu erwähnen. Ein glorreiches Buch in dem jeder einzelne Zauber aufgelistet wird, den man jemals gesehen hat. Und nicht nur das: Wenn man unbedingt einen erhalten will, wird einem hier sogar gezeigt wie man ihn erhält! Wenn das mal kein Service ist.

Also: Sie haben alles gelesen, was es zu wissen gibt im Vergleich zum alten, stinklangweiligen Librom. Worauf warten Sie noch? Bestellen sie noch heute ihren Librom Delta!

Denis: ...Okay, okay. Denke ich... Echt komisch solche Werbung, aber warum nicht? Kann ja nicht schlimmer werden. (Wer hätte gedacht, dass ich jemals Spam nachgeben würde...)

Das richtige Leseerlebnis
Okay, wir alle wissen ja, wie es im alten Teil so abging. Und im Großen und Ganzen hat sich hier tatsächlich nicht viel verändert – und das ist auch gut so. Es war vorher bereits recht geschmeidig und die schnellen Bewegungen gingen leicht von der Hand. Das durch die verschiedenen Fraktionen inzwischen allerdings um einiges mehr Taktik und auch Balancing dazugekommen ist, ist allerdings ein Segen für die Seele. So bekommt man als Anhänger von Sanktuarium neue Opfergaben durch das Retten der Monster. Man muss also nicht verzeifeln und von seinem Glauben abweichen nur um endlich wieder angreifen zu können. Auch die kleinen Feinheiten, die hinzugefügt worden sind, haben ihren Platz im Erlebnis verdient und lassen die Kämpfe noch wesentlich flotter von der Hand gehen.

Und wie sieht es NUN aus?
Wobei an allen anderen Punkten dermaßen geschraubt worden ist, gibt es einen, an dem sich eigentlich absolut gar nichts getan hat: Die visuelle Präsentation. Noch immer sind alle Texte in einem schönem Chaos zu lesen/anzuhören und die Felder, in denen man herumlaufen kann, geben sich generell wenig Blöße. Wenn etwas bereits schön aussieht, gibt es auch keinen Grund, Veränderungen vorzunehmen.

Jetzt mal Ehrlich: Wo zur Hölle kommt die Musik her?
Ähnlich wie beim visuellen Aspekt ist dies ein Punkt, an dem so gut wie gar nicht gearbeitet wurde. Besonders als Vorbesitzer des alten Librom wird einem schnell auffallen, dass noch immer dieselben Stücke verwendet werden und wenn man bereits mehrere Stunden an dem Buch gelesen hat, werden diese tatsächlich schnell alt. Und besonders da Delta nun einen so großen Inhalt besitzt, hilft das nicht, denn obwohl die Stücke sauber klingen und die Atmosphäre perfekt untermalen, braucht es leider mehr Variation.

Und was bekomme ich an Inhalt für mein Geld?
Viel. Wirklich, wirklich viel. Dies ist vermutlich genau der Aspekt, bei dem sich die Autoren am meisten übertrumpft haben. Obwohl als Vorbesitzer des alten Libroms die Hauptgeschichte weiterhin abgeschlossen bleibt, sind nun so viele neue Pakte hinzugekommen, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann, dass man dennoch etliche Stunden damit verbringen kann. Die Hinzufügung weiterer Charaktere mit eigenen Storys hilft dabei auch noch, dass man nicht nur von Mission zu Mission latscht und jeden einzelnen Erzfeind vernichtet, der einen auch nur schief anschaut. Und wo ich gerade dort bin: Da auch hier diverse neue hinzugekommen sind, dauert es wirklich recht lange, bis man mal einen alten "Freund" erneut trifft. Da ist definitiv viel Abwechslung gegeben und so schnell wird man sich wohl nicht mit jedem Gegner auseinander gesetzt haben. Dazu kommt immer noch, dass man die meisten Pakte mit Freunden oder Fremden über die magische Verbindung der Bücher bestreiten kann. Wie viel Taktik dort hinzugekommen ist, wurde in den Spam-Mails auch nicht übertrieben, es gibt tatsächlich viel zu beachten, besonders beim Schlachten eines hochstufigen Monsters.



Fazit:
Es ist schwer zu verbergen und ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn Erweiterungen von Spielen häufiger genau so aussehen würden, wäre mit der zweiter Erweiterung bestimmt ein perfektes Spiel in Sicht. Viele Kleinigkeiten, die noch im Vorgänger genervt haben, wurden ausgemerzt und das Balancing wurde noch einmal so stark überarbeitet, dass einen nun wirklich eine freie Wahl bleibt, wie man an einen schwierigen Kampf herangehen möchte. Besitzer vom normalen Librom werden allerdings das kleine Problem besitzen, wieder auf Stufe 2 zurückgesetzt worden zu sein und dementsprechend auch viele Pakte "erneut" spielen zu müssen. Also wieder das alte "von Mission zu Mission zu Mission". Tatsächlich ist dies der größte Negativpunkt am Gesamtpakt und der auch immernoch dermaßen stört, dass hierfür keine "perfekte" Wertung vergeben werden kann. Die Areale sind zu klein und es ist und bleibt auf lange Sicht hin zu monoton. Alles in Allem bleibt es dennoch ein spaßiges und gleichzeitig düsteres Hunting-Game, dass sich besonders Neulinge mal anschauen sollten, wenn sie mal viel Zeit in etwas hineinstecken wollen und sich nicht daran stören, ab und an nur von Pakt zu Pakt zu laufen.

Ist und bleibt Anhänger von Sanktuarium: Denis Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Sony für die freundliche Bereitstellung des Rezensionscodes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Etliche Verbesserungen und ein bleibender Makel, der der "Perfektion" einen Strich durch die Rechnung macht.

Wertung

STORY:

10

SPIELWELT:

6.0

GAMEPLAY:

10
9
von 10

Schöne Musikstücke...

Massig Inhalt...

Saubere Grafik und Effekte

Packender Erzählstil

Schnelles Gameplay

Viele taktische Elemente

Online-Multiplayer

...die auf Dauer zu wenig sind

...der Monotonie aufkommen lassen könnte

Wie werten wir?

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19 Kommentare