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Spielname:
Natural Doctrine

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Kadokawa Games

Genre:
Strategie

Release:
07.10.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Review: Natural Doctrine

Lisa Spitzer, 13.10.2014

3863°

2

Test mögen: Weitersagen:

Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit meinem Kollegen Denis, welcher gerade etwas über Kadokawa Games' Natural Doctrine gelesen hatte. 'Das scheint ein echt schweres Spiel zu sein.', erzählte er mir. Obwohl ich mich schon darauf gefreut hatte, bekam ich etwas Angst. Aber – mit meinen Strategie-Skills sollte das doch ein Klacks für mich sein, habe ich mir gedacht, und mich sogleich ans Review gesetzt …

Wenn die Story mal ins Rollen kommt
Sobald man das Spiel das erste Mal startet, muss man sich zwischen vier Schwierigkeitsgraden entscheiden, welche man jedoch zu jeder Zeit noch wechseln kann: einfach, normal, schwer, tödlich. Das macht Mut, dachte ich mir, begab mich jedoch fürs Erste in die einfacheren Bereiche. Geschichtlich wird man dann im Folgenden mitten ins Geschehen geworfen. Diese dreht sich um eine kleine Gruppe von Entdeckern, die sich sogleich in einer alten Ruine gegen ein paar Kobolde behaupten muss. Und schon fällt dem Spieler der erste kleine Makel auf. Und zwar verhält es sich in diesem Spiel nicht so wie in anderen, wo man jeden Dialog-Teil durch Betätigung einer Taste weiterführen muss. Stattdessen fließen die Dialoge vor sich her, was für einige, die nicht so viel mit der englischen Sprache anfangen können, eventuell zu Problemen führen kann, weil man nicht hinterher kommt mit lesen und verstehen. Ebenfalls ist es etwas merkwürdig, dass die Dialoge oft per Sprechblasen auf der Landkarte stattfinden, wobei hier immerhin die letzten Zeilen noch mal in einem Protokoll nachlesbar sind. Wenn man gerade jedoch in einer Mine ist, hat man immerhin die Möglichkeiten, zwischen verschiedenen Charakterdarstellungen zu wechseln: Anime, realistisch (bei beiden handelt es sich dann um kleine Bilder am unteren Rand) oder Vollbild (dann erscheint der Charakter ganzkörperlich am Rand, wenn er redet).

Am Anfang scheint die etwas unschöne Handhabung der Dialoge kein großes Problem zu sein, weil die Geschichte sich noch etwas zurückhält. Wenn man jedoch weiter spielt, dann merkt man, dass die Story – obwohl sie keine komplette Neuerfindung ist – doch ihren Soll tut und zur erwachsenen Stimmung des Spiels passt. Obgleich die Charaktere nämlich nicht sonderlich viel Tiefe gewinnen und es sich eigentlich um typische Rollenspiel-Charaktere handelt (ein junges, eher vorlautes Mädchen, den jungen starken Helden, den etwas älteren Veteran usw.), hat das Spiel doch ein interessantes Setting. So geht es um eine Menschheit, die sich im Kampf mit Orks, Kobolden und anderen Monstern eher schlecht als recht schlägt und es deswegen eigentlich nur noch eine große Stadt namens Feste gibt. Der einzige Grund, dass ihr Überleben überhaupt noch gesichert ist, ist das Material Pluton, welches sie in die Lage versetzt, Magie zu verwenden, um sich zu verteidigen. Dieses muss jedoch von sogenannten Bergmen in Höhlen und Minen beschafft werden, denn nur Kobolde können Pluton herstellen. Und ebensolche Bergmen sind auch unsere Helden, nur dass sich im Laufe des Spiels nicht nur die Pluton-Suche im Vordergrund befindet, sondern auch diverse andere Probleme. So finden sie nämlich eine neue Monster-Art, welche eine große Bedrohung darzustellen scheint, doch stoßen auf taube Ohren bei dem Volk von Feste; außerdem müssen sie sich gegen Orks behaupten und, und, und. Dabei ist es sehr wichtg, dass man gut darauf achtet, was gerade gesagt und vom Spieler gefordert wird, denn oft muss man Höhlen nicht so weit erforschen, wie man könnte (und das sollte man dann auch tunlichst unterlassen, weil weiter hinten meist sehr fiese, überstarke Gegner warten). Man sollte einfach genau tun, wozu man aufgefordert wurde.

Schon wieder Game Over …?!
Wenn man dann einmal in den Minen, Ruinen oder anderen Kampf-Schauplätzen ist, kommen die Strategie-Elemente ins Spiel. Und die hauen wirklich rein! Das Spiel ist, wie vom Entwickler beabsichtigt, sehr schwer. Das rührt daher, dass man immer nur eine kleine Gruppe von Personen für die eigene Party zur Verfügung hat (beispielsweise drei oder vier), und sobald eine einzige Person stirbt, erhält man ein Game Over. Glücklicherweise gibt es viele Checkpoints, sodass man oft nicht von ganz vorne anfangen muss, jedoch ist vor allem am Anfang, wenn man noch nicht so viel Übung hat, viel Wiederholen angesagt.

Das Kämpfen läuft dann wie folgt ab: Es gibt die eigene Gruppe und die der Gegner. Jede Partei hat einen bestimmten Wirkungskreis, den man durch voranschreiten oder Erledigen der darin befindlichen Gegner nach vorne bringen kann. Runden- und initiativebasiert kann dann jeder Beteiligte eine Aktion ausführen. In den eigenen Reihen gibt es Personen, die den Nahkampf beherrschen, diese müssen dann ins Feld vor den Feinden gebracht werden, damit sie angreifen können. Gunner können derweil von zwei Feldern Entfernung angreifen. Magier verbrauchen zwar Pluton, haben aber besonders starke Attacken, die man ebenfalls aus größerer Entfernung einsetzen kann. So hat jede Person besondere Vorteile, welche man geschickt einsetzen muss. Dabei spielt nicht nur die Aktionswahl (es gibt ja auch noch Spezial-Attacken, Verteidigung und Co.) eine Rolle, sondern auch die Platzierung. Denn man kann mehrere Personen durch Link Attacks zusammen angreifen lassen, und je weiter sie sich voneinander entfernt befinden, desto größer ist der Effekt. Diesen Vorteil hat jedoch auch der Gegner, und da dem Spieler nur zu oft Massen um Massen von Monstern auf einmal entgegentreten (deren Aktionen man sich übrigens allesamt ansehen muss, was das Spieltempo erheblich vermindert, aber durch die Kreis-Taste wenigstens etwas schneller geht), verliert man schneller HP als einem lieb ist. Dann gibt es zum Glück noch Heiltränke, die ein Verbündeter einsetzen kann, doch oftmals kommt man gar nicht hinterher mit heilen, weil es einfach unglaublich viele Feinde sind, deren Aktionen ewig zu dauern scheinen. Dann bleibt nach dem erneuten Game Over nur die Frage: Warum bin ich dieses Mal gestorben und was kann ich beim nächsten Mal besser machen?

Überzeugendes Skill-System
Neben diesen direkten Kampf-Elementen ist für das Weiterkommen jedoch noch etwas anderes wichtig: das Skill-System. Dieses ist individuell gestaltet, da jeder Charakter bei einem Level-Anstieg ein paar Skill-Punkte erhält. Mit diesen kann man in einer Art Skill-Tree seine Fähigkeiten weiterentwickeln und so durch das eigene Urteil den Charakter in verschiedene Richtungen entwickeln. Was natürlich ebenfalls nicht fehlen darf, sind die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände (also Waffen, Schilde, den Status verändernde Ringe), welche man in Höhlen oder Minen finden kann, und die natürlich ebenfalls eine Auswirkung auf die Stats der jeweiligen Person haben.

Eher westliche Aufmachung
Zur Steuerung kann gesagt werden, dass sie während der Kämpfe ganz gut funktioniert. Die Grafik des Spiels ist zudem zwar recht ansehnlich, jedoch auch kein herausragendes Merkmal. Die Monster selbst sind wirklich interessant gestaltet, die Charaktere ebenfalls, jedoch wirken letztere puppenartig und steif. Lediglich durch die gute englische Vertonung wird ihnen Leben eingehaucht. Außerdem ist die Umgebung oft in sehr dunklen Tönen gehalten, was an sich ja zum Setting passt, jedoch mit der Zeit – beispielsweise in den vielen Mienen – sehr eintönig wird. Was zudem auffällt, ist die eher westliche Gestaltung: Setting wie auch Charaktere (übrigens auch deren Namen) sind eher am westlichen Stil orientiert, was für den ein oder anderen vielleicht mal eine schöne Abwechslung bei der doch eher japanisch fixierten Vita ist. Was die Musik angeht, so ist diese orchestral gehalten, mit größtenteils eher sanften Tönen wie Geigen oder Gitarren. Erkundet man Minen, so ist die musikalische Untermalung oft eher leise, bis man dann auf eine Falle oder einen Kampf stößt, dann kommen auch härtere Töne, wie beispielsweise härtere Gitarren, hinzu, wobei die Musik jedoch trotzdem melodisch bleibt.

Multiplayer
Während sich der Singleplayer-Modus nur auf die Strategie-Elemente fokussiert, greift der Multiplayer-Modus mehrere Ansätze auf. So kommt hier der Aspekt eines Trading-Card-Systems hinzu. Leider wird anfangs eigentlich keine Hilfestellung gegeben, sondern nur Tipps in den Ladebildschirmen. Durch Klicken findet man allerdings schnell heraus, dass man sowohl online als auch ad hoc spielen kann, und zwar versus oder co-op; man kann entweder ein Quick Match machen; oder man eröffnet einen Raum beziehungsweise tritt einem bei. Dann kann man auch nach einem bestimmten Niveau suchen. Zusätzlich kann man Einladungen an Freunde schicken. Hier stehen dann verschiedene Maps zur Verfügung, doch viel wichtiger sind natürlich die Karten selbst, welche sich von den Stats her sehr unterschiedlich verhalten. Diese kann man durch Card Points erwerben, welche man durch Kämpfe erhält (man muss nicht unbedingt gewinnen) oder schon alleine durchs Einloggen in den Multiplayer-Modus. Durch diese kann man dann Card Packs verschiedener Grade (Bronze, Silber, Gold) kaufen und die Karten dann in verschiedenen Decks einsetzen. Insgesamt kann ein Deck acht Karten haben, worauf auf die Größe der Karte Rücksicht genommen werden muss (eine stärkere Karte verbraucht mehr „Platz“, weil das Monster größer ist). So muss man sich langsam immer stärkere Karten zulegen, um sich gegen die anderen Spieler behaupten zu können. Anders als im Singleplayer-Modus hat man dann auch die Möglichkeit, mit Soldaten wie auch mit diversen Monstern zu spielen. Außerdem ist die Runde nicht direkt vorbei, wenn eine Person stirbt. Stattdessen muss man die gesamte Einheit des anderen auslöschen. An sich macht das viel Spaß, ist jedoch anfangs etwas kompliziert.



Fazit:
Bei Natural Doctrine handelt es sich in der Tat um eine wirklich harte Nuss. Schon in den einfacheren Schwierigkeitsgraden muss man sich darauf einstellen, des Öfteren den Kürzeren ziehen zu müssen. Das erfordert natürlich viel Geduld. Für alle, die Strategie-Spiele gerne mögen und nicht vor einer Herausforderung zurückschrecken, könnte dieses Spiel aber eine gute Wahl sein, denn trotz kleinerer Makel überzeugen vor allem die Strategie-Anteile sowie der Multiplayer-Modus!

Kämpft sich mehr schlecht als recht durch: Lisa Spitzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Kadokawa Games für die freundliche Bereitstellung des Rezensionscodes.



Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ein wirklich hartes Spiel, das Strategen mit ein wenig Geduld jedoch viel Spaß machen kann!

Wertung

KOMPLEXITÄT:

8.0

ÜBERSICHT:

7.0

SCHWIERIGKEIT:

7.0
7
von 10

interessante Monster-Designs

erwachsene Atmosphäre

westliche Aufmachung

gute, komplexe Strategie-Elemente

individuelles Skill-System

Multiplayer besticht mit Trading-Card-System

englischer Text an manchen Stellen sehr schnell

puppenartige Charaktermodelle

keine tiefgehenden Persönlichkeiten

viel Geduld nötig

Steuerung in der Landkarte ruckelig

Wie werten wir?

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2 Kommentare