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Spielname:
Warriors Orochi 3 Ultimate

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Koei Tecmo

Developer:
Omega-Force

Genre:
Action

Release:
05.09.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Warriors Orochi 3 Ultimate

Tjark Michael Wewetzer, 02.11.2014

2852°

4

Test mögen: Weitersagen:

Man nehme die größten Krieger der chinesischen Geschichte, die bekanntesten Gesichter der japanischen Sengoku-Ära und garniere das Gemisch mit ein paar Videospielhelden aus dem digitalen Frankreich, Troja oder gar Arland und schon ist es fertig: Der gewaltige Charakter-Cocktail namens Warriors Orochi 3 Ultimate. Mit der mittlerweile dritten Version des Warriors-Spinoffs aus dem Hause Omega-Force möchten die Macher die endgültige und definitive Version der effektvollen Metzelei zustande bringen und dabei auch die Action unter das zockende Vita-Volk bringen. Ob das allerdings wirklich eine gute Idee war? Finden wir es heraus. Auf ins Schlachtengetümmel!

Helden in Not
Die Story von Warriors Orochi 3 spielt in einer fremden Dimension, in der Raum und Zeit im Chaos versunken sind. Anders wäre es auch ein wenig schwierig, die Streiter aus Dynasty Warriors und Samurai Warriors unter einen Hut zu kriegen, wo zwischen ihren Lebzeiten doch mehr als 1000 Jahre liegen. Grund für die Unruhen im Gefüge ist die achtköpfige Hydra, ein mächtiges Monster, das auch bereits einen Großteil der Generäle Chinas und Japans auf dem Gewissen hat. Genauer gesagt sind ALLE bis auf Ma Chao, Sima Zhao und Takenaka Hanbei ausradiert worden und ihr müsst ums nackte Überleben kämpfen – kein schlechter Einstieg, was? Bevor jedoch auch die drei vor die Hunde gehen, mischt sich eine mysteriöse Frau namens Kaguya ein. Sie bietet den Verbleibenden an, in die Vergangenheit zu reisen, die vorzeitigen Tode ihrer Kameraden zu verhindern und eine Armee aufzustellen, mit der sie die Hydra erlegen und wieder für Ruhe und Ordnung sorgen können. Klare Sache, dass sich das Trio da nicht zweimal bitten lässt!

Anders als bei den beiden anderen großen Warriors-Serien gibt es hier übrigens keine unterschiedlichen Story-Stränge, sondern nur diesen einen. Das heißt aber nicht, dass es dem Spiel an Content mangelt. Im Gegenteil: Allein mit den vier klassischen Story-Kapiteln und ihren zahlreichen Neben-Missionen könnt ihr gut und gerne um die 40 Stunden verschleudern – und in diese Rechnung sind die vier Ultimate-exklusiven Erweiterungs-Kapitel noch gar nicht mit einbezogen! Natürlich ist diese große Masse nicht immer mit Klasse gleichzusetzen. Manche Stages – in der Regel solche, die euch die Schlacht aus einer anderen Perpektive zeigen sollen – laufen bis auf klitzekleine Detailunterschiede praktisch identisch ab und einige Schlachtfelder werden fleißig mehrfach verwendet. Gelegentlich gibt es zumindest für letzteres einen guten Grund, doch dazu später mehr.

Ein starkes Trio
Im eigentlichen Kampf läuft grob betrachtet alles so ab, wie man es von Omega-Forces großer Action-Marke kennt: Ihr bewegt euren Kämpfer über ein recht großes Schlachtfeld, erfüllt kleinere Missionen, die euch im Kampfverlauf von den anwesenden Offizieren zugebrüllt werden, und nietet dabei alles um, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die Steuerung fällt dabei auf den ersten Blick extrem simpel aus, erlaubt aber kleine Nuancen: Mit Quadrat verkettet ihr einfache Angriffe, während ihr per Dreiecks-Taste kräftigere Kombo-Abschlüsse aus dem Hut zaubert. Ist eure Musou-Leiste, mit der ihr Spezialaktionen speist, ausreichend gefüllt, könnt ihr per R-Taste Sonderaktionen ausführen – ob es sich dabei um einen starken Angriff oder etwa einen praktischen Buff handelt, hängt von eurem gewählten Charakter ab. Und natürlich gibt es noch den klassischen Musou-Angriff, ein mächtiges Spezialmanöver, mit dem ihr im Handumdrehen eine Horde Gegner vom Bildschirm putzen könnt.

Was das Kampfsystem aber noch um einiges interessanter macht: Ihr seid nicht mit einem einzigen Kämpfer unterwegs, sondern packt gleich drei ein. Den aktiven Kämpfer könnt ihr dabei entweder über das Rückseiten-Touchpad – was wir allerdings eher unangenehm empfanden – oder per Touch-Befehl auswechseln. Anders als in den bisherigen Versionen von Warriors Orochi 3 sind eure Verstärkungen auch bei Inaktivität nicht an die Ersatzbank gefesselt. Ein einfacher Druck auf das Steuerkreuz ruft die Kollegen in die Schlacht. Das macht gerade die teils etwas heiklen Gefechte mit den zahlreichen Offizieren um einiges angenehmer. Die haben nämlich die unangenehme Eigenschaft, euch selbst auf normalem Schwierigkeitsgrad gerne mal mit einer einzigen, unglücklichen Musou-Kombo das Lebenslicht auszublasen. Wenn das kurz vor dem Ende einer zehnminütigen Schlacht passiert, kann das durchaus schon mal frustrierend sein. Glücklicherweise kann man jederzeit einen Zwischenspeicherstand anlegen und so der Entmutigung entgegenwirken – wenn man denn mal in der Hitze des Gefechts an die Funktion denkt.

Dass ihr mit bis zu drei Streitern gleichzeitig losziehen könnt, hat übrigens noch einen anderen Vorteil. Auf diese Weise könnt ihr nämlich gut vom absurd großen Charakter-Kontingent des Spiels Gebrauch machen. Die über 140 Kämpfer wollen allerdings erst einmal freigeschaltet werden, was teils normal im Story-Verlauf und teils in den zahlreichen Neben-Missionen geschieht. Um manchem legendären Krieger die Haut zu retten, ist jedoch etwas mehr Einfallsreichtum gefragt. In der Schlacht um den Honnouji-Tempel bricht mitten im Kampf ein gewaltiges Feuer im Schießpulver-Reservoir aus, was Mitsuhide Akechi das Leben kostet. Die Lösung? In einer dann freigeschalteten Zusatz-Mission sorgt ihr dafür, dass es im Tempel einfach kein Schießpulver mehr gibt. Das legt eine sogenannte Redux-Version der Honnouji-Stage frei, über die ihr dann Mitsuhide retten und für eure Sache rekrutieren könnt.

Das Vita-Handicap
Dieses stetige Freischalten von Charakteren sorgt für einen gehörigen Schuss Motivation, den das Hack & Slay aber auch gut gebrauchen kann. Denn wie leider ebenso für die Serie üblich hinkt es stellenweise schon mal an der Abwechslung – hier vor allem bei euren Gegnern und in der Optik. Ganz dem Ende-der-Welt-Szenario entsprechend sind die Umgebungen größtenteils eher düster und dämonisch gehalten, sind dafür aber auch entsprechend farbarm und eintönig. Kleine Wachmacher wie eine Arena aus Dead or Alive oder eine Ansammlung von modernen Wolkenkratzern sichtet man eher selten. Außerdem verfügt die Dämonen-Armee, mit der ihr hier hauptsächlich streitet, über nicht gerade viele führende Köpfe. Gerade den alten Kiyomori Taira müsst ihr derartig häufig umhauen, dass man sich mit der Zeit fragt, wie der überhaupt noch stehen kann.

Vor allem aber auf technischer Ebene hat das Spiel zu kämpfen – gerade auf der Vita. Dass die Areale und Figuren etwas gröber ausfallen, als auf den „großen“ Systemen, kann man noch verschmerzen. Die teils mächtigen Framerate-Einbrüche und das plötzliche Aufploppen von Umgebungsobjekten und Einheiten wiegt hingegen schwer. Insbesondere letzteres nervt einfach: Nicht selten haben wir es erlebt, dass uns zwar auf der Minimap ein feindlicher Offizier angezeigt wurde, dieser aber schlichtweg nicht sichtbar war und wir mehrfach an ihm vorbeigerannt sind, bis sich das Spiel endlich dazu entschloss, ihn uns widerwillig zu präsentieren. Auch der neue Gauntlet-Modus der Ultimate-Version leidet darunter. Eigentlich handelt es sich dabei um einen recht spaßigen Endgame-Herausforderungsmodus, bei dem ihr mit einem Fünfer-Trupp bekannte Schlachtfelder nach Drachenportalen absucht und mit einer nie enden wollenden Flut an Gegnern kämpft, deren Stärke über Zeit und durch verursachte K.O.s zunimmt. Dank der starken Begrenzung an gleichzeitig sichtbaren Soldaten könnt ihr aber auf der Karte in einem Meer von roten Punkten stehen und trotzdem nur eine Hand voll Kämpfer sehen. Mehr als ärgerlich.

Und wo wir schon bei Ärgernissen sind: Auch hat es Koei Tecmo abermals versäumt, das Spiel ins Deutsche zu übersetzen. Sämtliche Texte sind in englischer Sprache, die Vertonung gibt es sogar nur auf Japanisch. Klar, den Freund des O-Tons wird das freuen, doch wenn man sich gerade ins chaotische Gefecht stürzt, wird es beizeiten etwas schwierig, Schlachtfeld-Konversationen per Texteinblendung zu folgen. Nicht selten enden Ablenkungen dieser Art tödlich.



Fazit:
Eigentlich zählt Warriors Orochi 3 – besonders in der rundum erweiterten und verbesserten Ultimate-Version – zu den stärkeren Titeln im Warriors-Stall. Es gibt massig Stages, auch wenn sich einige wiederholen und man häufig gegen die selben Offiziere vorgeht, eine Fülle von Charakteren, die allesamt mit ihren eigenen Waffen und Movesets daherkommen und in motivierender Weise freigeschaltet werden müssen, und den Gauntlet-Modus, bei dem sich erfahrene Kämpfer in hektischen Großschlachten austoben dürfen. Hinzu kommen der Stage Editor und der Fighting-Game-ähnliche Versus-Modus, die eher nett gemeint als gut durchdacht sind und entweder an Balance oder Feineinstellungen vermissen lassen und doch für zwischendurch nett sind. Leider stören einige technische Patzer das Gesamtbild stark. Zu spät ins Bild ladende Objekte und Einheiten sind auch den Heimkonsolen-Versionen nicht unbedingt fremd, in der Vita-Version fallen sie jedoch extrem auf. Gerade der Gauntlet-Modus leidet ein wenig unter der geringeren Einheitenzahl auf dem Bildschirm. Und trotz dieser Einsparungen kann die Framerate teils beträchtlich sinken. So wirklich schön ist das nicht. Fans der Warriors-Spiele und vielleicht auch für solche, die einen guten Einstiegspunkt suchen und über die technischen Patzer und üblichen Serien-Mäkel hinwegsehen können, können dennoch einen Blick riskieren. Spaß macht die Klopperei trotz der Macken nämlich irgendwo doch.

Geht mit Sterk auf Schlangenjagd: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Eines der besten Warriors-Spiele in einem wahrlich unschönen Aufzug. Ärgerlich!

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

7.0

TECHNIK:

4.0

UMFANG:

9.0
6
von 10

Umfangreicher Story-Modus

Über 140 Charaktere zur Auswahl…

…die man auf motivierende Art freischaltet

Spaßiger Gauntlet-Modus

Viele erfreuliche Detailverbesserungen

Stages etwas abwechslungsarm

Wenig Variation bei den Dämonen-Bossen

Gegner werden gerne mal willkürlich ein- und ausgeblendet

Manche Umgebungsobjekte werden zu spät eingeblendet

Spürbares technisches Downgrade

Gelegentliche Framerate-Probleme

Keine deutsche Übersetzung

Jap. Tonspur erschwert das Verfolgen von Kampf-Konversationen

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4 Kommentare