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Spielname:
Freedom Wars

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Sony

Developer:
Sony Japan

Genre:
Action

Release:
29.10.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1-8 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Freedom Wars

Lisa Spitzer, 08.11.2014

8770°

19

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Mit dem Action-Spiel Freedom Wars sollte noch einmal ein richtig großer Titel auf der Vita erscheinen. Von vielen wurde es deswegen sehnsüchtig erwartet. Doch schafft Sony es, mit diesem immensen Projekt zu überzeugen? Finden wir es heraus!

Dystopie vom Feinsten
Eigentlich könnte man sagen, ihr habt ziemlich Glück gehabt: Nachdem ihr in einem Kampf mit einem riesigen Monster beinahe draufgegangen seid, kommt ihr gerade noch einmal mit dem Leben davon. Und zwar, weil ihr in einer Art Zwischenwelt zwischen der wirklichen und der Totenwelt von einem mysteriösen Mädchen gerettet werdet, die euch beschwört, eine besondere „Sie“ zu retten. Wer ist da gemeint? Ihr habt nicht lange Zeit, darüber zu rätseln, denn kaum später erwacht ihr in einer Gefängniszelle und wäre das nicht schon schlimm genug, habt ihr euer Gedächtnis verloren. Wobei Zweiteres nicht gerade unschuldig an eurem Zustand zu sein scheint, denn wie euch ein Teddybär über einen riesigen Bildschirm erklärt, bekommt ihr für die „Mutwillige Amnesie“ nicht weniger als eine Millionen Jahre Haft aufgebrummt. Euch kommt das vielleicht übertrieben vor, aber für die Gesellschaft, in der ihr ganz augenscheinlich lebt, ist das ganz normal. Die Ressourcen der Welt sind knapp geworden, und so ist die bloße Existenz fast ein Verbrechen. Zwar gibt es ein paar ehrenvolle Bürger, welche als wertvolle Ressourcen angesehen werden, doch die meisten – so wie ihr – sind nichts als „Sünder“, welche alles daran legen sollten, ihre Strafe abzuarbeiten, indem sie etwas für ihr Panoptikum (das ist die Bezeichnung für die Gesellschaft) tun.

So kann man sich langsam zum Bürger hocharbeiten – sehr langsam, hat man doch in den meisten Fällen wie bei uns Millionen Jahre abzuarbeiten. Dabei solltet ihr besonders darauf achten, euch nicht noch mehr Jahre aufzubürden, was sich jedoch kaum verhindern lässt. Da ist das Spiel sehr konsequent: mehr als fünf Schritte gehen, ohne die Berechtigung (welche ihr euch später erkaufen könnt) – 10 Jahre für „Exzessives Bewegen“. Eine unproduktive Konversation bringt 20 Jahre – wobei wirklich viele Konversationen vom Entwickler her tatsächlich unproduktiv und etwas flach sind (aber das ist zu verschmerzen, immerhin habt ihr immer mal wieder die Möglichkeit, eine von verschiedenen Antworten zu wählen). Um euer Ziel der Freiheit zu erreichen, müsst ihr zahlreiche Einsätze absolvieren, um Ressourcen zu sammeln – womit besonders entführte Bürger gemeint sind. Diese werden nämlich häufig von sogenannten Entführern anderer Panoptiken entführt und müssen auf jeden Fall zurückgebracht werden. So müsst ihr mit anderen Sündern zusammen in den Kampf ziehen und gegen allerlei Maschinen kämpfen, oder sogar gegen Mitglieder anderer Panoptiken. Doch lasst euch davon nicht täuschen: Die Geschichte dreht sich um etwas viel größeres, als eurem Panoptikum zu dienen. Bald schon müsst ihr euch auf etwas anderes konzentrieren, was nicht weniger wichtig zu seien scheint.

Wir spielen Krieg
Die Einsätze sind zusammen mit den Zwischensequenzen und der charakterreichen Story ein Hauptelement des Spiels. So müsst ihr euch immer wieder für Einsätze melden, für die ihr meistens auch eure Mitstreiter aus bekannten Mit-Sündern auswählen könnt. Dazu kommen dann noch die Begleiter der jeweiligen Personen – Roboter, welche euch auf Schritt und Tritt folgen (natürlich darf man sich nicht mehr als 20 Meter von ihnen entfernen) und jede schändliche Tat sofort melden. Dafür sind sie aber auch sehr praktisch im Kampf. So kann man ihnen entweder Befehle geben oder sie frei kämpfen lassen. Genau so frei agieren die Mitstreiter, welche einer von drei Gruppen angehören: Angriff, Verteidigung oder Heiler. So kommt ein gutes Gefühl von Zusammenhalt auf, man fühlt sich als Teil der Gruppe, nicht als Einzelkämpfer. Alleine könnte man auch gar nicht überleben, handelt es sich bei den Gegnern doch oft um riesige Monster (oft auch um mehrere gleichzeitig), welche nicht selten über Kanonen und ähnliche Waffen verfügen. Diesen muss man die Bürger entreißen.

Der Kampf selbst läuft dann häufig wie folgt ab: Die Gruppe bewegt sich durch eine größere Map mit zahlreichen kleinen und großen Feinden zu den Entführern. Diese werden dann von allen angegriffen, wobei man selbst zwischen mehreren Waffen auswählen kann, welche man ausgerüstet hat. Dabei stehen einem Schwerter, Stangenwaffen und Pistolen beziehungsweise Kanonen zur Verfügung. Außerdem – welches ein besonders charakteristisches Merkmal des Spiels ist – verfügt man über eine besondere Fähigkeit. So besitzt man selbst – so wie die anderen Sünder – einen Dorn, den man vielfältig einsetzen kann. Zunächst einmal gibt es auch hier einen, mit dem man angreifen kann, einen zum heilen und einen zum verteidigen. Den Dorn zielt man auf Wände, um an ihnen hochzuschnellen, auf Feinde, um sie zu Fall zu bringen (was einige Zeit dauert, aber dann einen freien Angriff erlaubt) oder an ihnen hochzuhechten, oder auf Kameraden (beim Heildorn), um sie zu heilen.

So versucht man, den Feind nach und nach zu schwächen und ihm den Bürger abzunehmen, welcher sich in einer Kapsel befindet. Diese muss man dann zu einer Rückhol-Einheit bringen. Doch nicht nur das erwartet den Spieler im Laufe der Geschichte. Die Missionen unterscheiden sich häufig – manchmal muss man sich an Wachen vorbeischleichen, manchmal nur Ressourcen einsammeln, manchmal feindliche Sünder ausschalten. Dabei reicht die Dauer von wenigen Minuten auch mal bis zu einer halben Stunde. Das Kampfsystem ist kurzweilig und durch die frei handelnden Begleiter spontan und unterhaltsam. Die Kämpfe fordern mit der Zeit immer mehr, doch die Schwierigkeit steigert sich allmählich, sodass man sich an das System gut gewöhnen kann. Der größte Nachteil ist hier die Kamera, welche man mit dem rechten Stick bewegt. Oft klappt das ganze nicht so schnell, wie der Kampf es erfordert, und man schaut ins Nirgendwo statt dahin, wo man gerade sekundenschnell zuschlagen muss. Und was zusätzlich noch stört, ist die Tatsache, dass man nach einem Game Over immer den vorher abgelaufenen Teil der Story noch einmal wiederholen muss, bevor man den Einsatz wiederholen kann. Leider kann man diesen auch nicht vorspulen.

Individualisierbares Spiel
Ein riesiger Pluspunkt des Spiels ist die Grafik. Schon in der Anfangssequenz bekommt man einiges geboten und so bleibt es auch das Spiel über. Zwar muss man sagen, dass die Mundbewegungen der Charaktere wirklich schlecht zur japanischen Synchro passen und die Bewegungen teilweise recht hakelig aussehen, doch im Vergleich zu den positiven Aspekten ist das kein schwerer Verlust. So sind die Charaktere im großen und ganzen sehr liebevoll gestaltet und detailreich. Die eigene Person und den Begleiter kann man sogar anhand einer ganzen Palette von Optionen selbst gestalten – auch im Spielverlauf. Da kann man wirklich alles verändern, das Geschlecht, die Proportionen, die Gesichtszüge, Augenfarbe, Haare, Stimme (beim Begleiter eine Roboter-Stimme) und noch viel mehr. Und genau so werden die Charaktere gut in das Spiel übernommen und wirken nie fehl am Platz. Dabei ist auch die Spielumgebung mit Details gespickt und typisch post-apokalyptisch beziehungsweise dystopisch angehaucht. Das Ganze mischt sich mit futuristischen Elementen und sorgt so für ein interessantes Setting. Wobei man auch erwähnen muss, dass die Areale, in denen man sich bewegen kann, häufig sehr groß sind – So gibt es beispielsweise auch die Möglichkeit, sich innerhalb des Gefängnisses zu bewegen (mit einer höheren Code-Stufe - man beginnt mit Code-Stufe 1, was am wenigsten wert ist, und arbeitet sich dann durch die Einsätze zu höheren Code-Stufen mit mehr Befugnissen hoch). Auf den verschiedenen Ebenen des Gefängnisses trifft man zahlreiche andere Sünder und kann sich sehr frei (na ja, innerhalb der Regeln, wir erinnern uns an die 20 Meter vom Begleiter) bewegen. Mit das beste sind zudem dann noch die riesigen und eindrucksvollen Entführer, welche sich einem in den Weg stellen. Alles in allem top.

Von Action bis Epik hat die Musik einiges zu bieten
Für den Sound mischen sich die unterschiedlichsten, hauptsächlich actiongeladenen Musik-Themen. Da gibt es härtere Lieder mit Gitarren, welche sich besonders für die actionreichen Kämpfe eignen, oder auch episch angehauchte Lieder, die mit Chorparts punkten. Als Spieler kann man sich sogar selbst aussuchen, welche Musik man für die Kämpfe hören will, was man einfach per Menü aussuchen kann. Dazu kommt die japanische Synchronisation, welche gut zu den verschiedenen Charakteren passt. Für den Protagonisten kann man sogar eine von mehreren Stimmen aussuchen (obwohl man sie eh nicht so oft hört), und der Begleiter bekommt eine Computerstimme verpasst, welche zuerst etwas befremdlich wirkt, aber super mit dem futuristischen Setting harmoniert.

Funktionen über Funktionen und viel Spaß im Multiplayer
Im Allgemeinen kann man sagen, dass es sich bei diesem Action-Titel um ein sehr umfangreiches Spiel handelt, mit dem man nicht wenige Stunden verbringen kann. Zusätzlich zu den Haupteinsätzen gibt es immer wieder freiwillige Zusätze, die nicht weniger Spaß machen. Dazu kommen die zahlreichen Funktionen. Ein Beispiel wären die diversen Berichtigungen, die man sich durch erkämpfte Punkte leisten kann. Durch diese kann man nicht nur neue Kleidung und Accessoires freischalten, sondern auch seine Verbündeten stärken oder nur auch das Alltagsleben erleichtern, sodass man beispielsweise frei laufen darf und so weiter. Außerdem kann der Spieler natürlich verschiedene Waffen ausrüsten, aber auch in Anlagen (diese sind einfach übers Menü verfügbar) selber herstellen, verbessern und modifizieren. Außerdem kann man sich so auch Munition und Medizin herstellen. All das dauert ein paar Echtzeit-Minuten, die man warten muss. Und wer nicht gerne alleine kämpft, der kann natürlich auch online oder per Ad-hoc-Spiel mit anderen zusammen agieren, also beispielsweise in Duellen mit anderen gegen andere spielen, oder in Invasionseinsätzen gegnerische Panoptiken plündern. Das macht Spaß und läuft größtenteils flüssig. Problematisch ist jedoch das Verbinden mit den anderen Spielern, denn das dauert und wird oft abgebrochen. Auch gibt es vereinzelt Sprünge von Spielern während der Kämpfe, doch größtenteils läuft der Multiplayer überzeugend. Dazu gibt es noch die Panoptikum-Liga, wo die Leistungen der verschiedenen Panoptiken (man kann sich am Anfang für eines entscheiden) verglichen werden. Was hierbei nur schade ist, ist, dass es nur einen Speicherplatz gibt.



Fazit:
Dem aufmerksamen Leser dürfte es schon aufgefallen sein: Ich bin in der Tat ein großer Fan von Freedom Wars. Das futuristische und dystopische Setting ist interessant und wird konsequent durchgezogen (wir erinnern uns noch einmal an die zahlreichen Strafen, die man durchs bloße Gehen bekommen kann). Die Story wird durch viele verschiedene Charaktere ergänzt. Was die Kämpfe angeht, so machen sie außerordentlich viel Spaß, besonders durch die intelligent und hilfreich agierenden Mitkämpfer, durch die das Gameplay flüssig und spontan wird. Die Grafik ist außerdem ein Schmaus, obwohl die Charaktere sich zuweilen etwas hakelig bewegen und die Mundbewegungen eher grausam sind. Dennoch ist das Spiel eine Empfehlung auf jeden Fall wert und wird bestimmt vielen von euch Stunden voller Spaß und Action bringen.

Kämpft für das Allgemeinwohl: Lisa Spitzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Sony für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ein neuer großer Titel für die Vita, der in Setting, Gameplay und Grafik zu überzeugen weiß.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

9.0

TECHNIK:

8.0

SPIELWELT:

10
9
von 10

interessantes Setting

verschiedene, flüssige Multiplayer-Modi

individualisierbar

intelligente Mitkämpfer

überzeugende Grafik und Sound

abwechslungsreiche Einsätze

Kameraführung problematisch

Text muss nach Game Over wiederholt werden

Text kann nicht vorgespult werden

nur ein Speicherplatz

unpassende Mundbewegungen

allgemein teilweise hakelige Bewegungen

Wie werten wir?

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19 Kommentare