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Spielname:
Tales of Hearts R

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Namco Bandai

Developer:
Namco Bandai

Genre:
Rollenspiel

Release:
14.11.2014 (erschienen)

Multiplayer:
1 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Tales Of Hearts R

Lisa Spitzer, 23.11.2014

5334°

10

Test mögen: Weitersagen:

Das eigene Herz und all die Gefühle, die man empfinden kann – das ist etwas, mit dem sich jeder Mensch natürlicherweise beschäftigt. Bandai Namco nahm dieses wichtige Thema und verwandelte es mit Tales Of Hearts R in ein Videospiel! Zunächst auf dem DS und nun auf der Vita – und das sogar noch im Westen. Lohnt sich der Blick ins menschliche Herz mit diesem Spiel? Finden wir es heraus!

Wie stark ist dein Herz?
Kor Meteor erhält während des Trainings von seinem geliebten Großvater eine mächtige Waffe namens Soma– eine Waffe, die von der Kraft des eigenen Herzens abhängt. Damit wäre alles schön und gut, würde nicht kurz darauf im kleinen Dorf unseres Protagonisten alles drunter und drüber gehen. Zunächst findet er ein Mädchen namens Kohaku, die zusammen mit ihrem Bruder von einer Hexe verfolgt wurde und sich nur knapp retten konnte. Leider ist die Gefahr noch nicht vorbei, denn kurz darauf taucht besagte Hexe auf und infiziert die Spiria des Mädchens (also ihr Herz) mit Xerom, einer Art Krankheit, welches das eigene Herz verpestet und sich in Form bösartiger Monstern in der Spiria manifestiert. Nachdem die Hexe glücklicherweise verschwunden ist, versuchen Kor und Kohakus' Bruder Hisui, ihre Spiria zu retten – und machen alles noch viel schlimmer! Statt von den bösen Einflüssen befreit zu werden, zersplittert die Seele nämlich und alle Teile werden quer über's Land verteilt. Kohaku wird so zur seelenlosen Hülle. Nun machen sich unsere Helden natürlich auf, um alle Splitter wieder zusammenzufügen. Dabei treffen sie auf allerhand Feinde und Gegner, aber auch neue Verbündete – und müssen bald erkennen, dass es sich bei dieser Sache um etwas viel größeres handelt, als sie eigentlich vermutet hatten: Die Splitter mit den verschiedenen Gefühlen beeinflussen nämlich alle Menschen um sie herum und stürzen so ganze Gegenden ins Chaos. Und gleichzeitig bahnt sich ein Krieg zwischen Staat und Kirche an…

Reise in die menschliche Seele
Prinzipiell geht es nun also darum, durchs ganze Land zu reisen, während man der Geschichte folgt. Dabei gibt es verschiedene Aspekte: Einerseits muss man sich zwischen den Städten und Orten hin- und herbewegen, wozu man sich eine Figur aus der Gruppe aussuchen kann, mit der man herumläuft. Dabei tauchen aus dem Nichts immer wieder allerlei Gegner auf, denen man sich stellen muss. Außerdem muss man sich zuweilen einen Weg durch Minen oder Wälder suchen, wo ebenfalls viele Feinde warten. Nicht selten muss man dabei auch Rätsel lösen, um voran zu kommen, was das Gameplay auf nette Weise erweitert. Und wenn wir gerade von netten Nebenfeatures reden: Man kann übrigens auch kochen, um sich zu heilen oder bestimmte andere Effekte herbeizuführen. Ziemlich praktisch und sollte Kennern der Reihe bekannt vorkommen.

Hat man dann einen Ort – beispielsweise eine Stadt – erreicht, kann man die relativ großen Areale erkunden und mit unzähligen NPCs reden. So kann man der Hauptgeschichte folgen, aber oft auch allerhand Sidequests ausfindig machen, welche die Story noch erweitern. Oft findet man dann heraus, dass dies und das wegen dem Spiria-Splitter nicht in Ordnung ist, beispielsweise wird eine ganze Stadt von Verzweiflung geplagt oder ähnliches – diese „Krankheit“, bei der die Gefühle nicht im Einklang sind, nennt man dann Despir. Hat man dann den Menschen ermittelt, welcher den Splitter in sich trägt, muss man einen sogenannten Spiria-Link einleiten. Dies ist eine besondere Fähigkeit von Somatikern, die so in die Herzen anderer Menschen eindringen. Und auch hier muss man sich durch Labyrinthe in den Mittelpunkt der Herzen durchkämpfen, während diverse Monster auf dem Weg lauern. Hat man sich dann in den Mittelpunkt vorgekämpft, muss man sich dem größten Monster stellen, um dann hoffentlich den Spiria-Splitter zu erhalten.

Was hierbei auf jeden Fall erwähnt werden sollte, sind die verschiedenen Charaktere des Spiels. Von den anfänglichen Begleitern zu solchen, die erst im späteren Spielverlauf hinzukommen, überzeugen sie alle. Neben der Tatsache, dass sie sich im Kampf anders spielen und so für eine große Variation sorgen, sind sie allesamt einfach sehr detailreich, witzig und einzigartig, sodass jeder ein wichtiger Teil der Geschichte ist und dem Spieler automatisch ans Herz wächst. Da hätten wir beispielsweise Kor, der den großen Hang hat, den Helden zu spielen und jedem helfen will, Hisui, der alles für seine Schwester tun würde und vielleicht etwas zu streitsüchtig ist (geht da vielleicht doch etwas zwischen Kor und Kohaku?!) und viele mehr. Die – komplett deutschen! - Dialoge tragen viel zur lockeren Stimmung des Spiels bei, denn oft muss man einfach nur schmunzeln. Immer wieder sind Witze eingebaut und die doch eher durchgeknallten Charaktere zusammen agieren zu sehen macht immer wieder Spaß. Und auch wenn die Übersetzung manchmal merkwürdige Ausdrücke verwendet, die im Deutschen nicht so recht funktionieren, so ist sie dennoch gut gelungen.

Auf in den Kampf!
Wie ihr wohl schon mitbekommen habt: Es geht um Kämpfe, Kämpfe, Kämpfe. Ob inner- oder außerhalb der Spiria, überall und immer lauern Monster. Da ist es gut, wenn man viele Somatiker im Gepäck hat. Tauchen Gegner auf, öffnet sich ein 3D-Kampffeld, in dem man sich frei bewegen kann. Was die Angriffe angeht, so gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten: Zum einen kann man einen einfachen Angriff durchführen (was bei Kor beispielsweise einen Schlag mit dem Schwert bedeutet, bei Hisui einen Schuss mit der Armbrust und so weiter); zum anderen kann man auch Artes einsetzen. Bei diesen handelt es sich um besondere Fähigkeiten, von denen man immer mehr freischaltet, je höher die Level und je tiefer die Beziehungen zwischen den Charakteren werden (ja, das ist auch wichtig!). Bei diesen handelt es sich dann zum Beispiel um die Fähigkeit zu Heilen, aber auch stärkere Angriffe sind mit von der Partie. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass man diese nicht unendlich einsetzen kann. Sie verbrauchen nämlich TP, welche erst nach einer Weile wieder aufgeladen sind. Doch auch so kann man mit langen Kombos viel Schaden anrichten, um die vielen Gegner aus dem Weg zu räumen.

Und wird es dann einmal brenzlig, kann man noch den sogenannten Spir Drive aktivieren. Dieser wird, wie links auf dem Bildschirm ersichtlich, durch Aktionen aufgeladen. Er bietet diverse Möglichkeiten und hat ebenfalls verschiedene Stufen: So kann man teilweise unendlich TP haben oder sogar gegen die gegnerischen Angriffe immun sein – aber natürlich nur für kurze Zeit. Hat man dann aber so oder durch normale Kombos den Gegner einige Male getroffen, kann man ihm den Todesstoß geben. Dabei erscheint eine Markierung auf dem Gegner, und wenn man ihn dann angreift, wird er hoch in die Luft geschleudert, man kann ihm durch einen Tastendruck schnell nachhechten und dann einen kräftigen Schlag ausführen. Und man kann sogar teilweise einen Angriff mit einer anderen Person zusammen durchführen. Durch all diese Möglichkeiten erhöht sich das Tempo der Kämpfe erheblich.

Strategen aufgepasst
Was natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden sollte, sind die vielen Möglichkeiten, strategisch zu agieren. Zunächst einmal gibt es die Möglichkeit, die Somas seiner Charaktere zu verbessern: Jedes Mal, wenn ihr Level ansteigt, kriegen sie eine gewisse Anzahl an Punkte, die man für jeden Charakter für verschiedene Anlagen benutzen kann. So kann man beispielsweise den Mut verbessern, die Ausdauer und so weiter – diese Werte steigen dann auch im Level und verbessern natürlich die Stats erheblich. Und so kann man auch besondere Fähigkeiten freischalten, wie Artes oder andere Boni, beispielsweise, dass man schneller hintereinander Items verwenden kann. Die Attacken kann man dann übrigens auf verschiedene Tasten legen, und auch einstellen, welche Attacken die Mitkämpfer ausüben sollen. Zusätzlich kann man die Aufstellung im Kampf neu anordnen oder auch entscheiden, wie die Mitkämpfer agieren sollen: Ob sie nun eher Heilen sollen, offensiv oder defensiv kämpfen und so weiter. Man kann sogar einstellen, wie viele TP sie verwenden dürfen. Und natürlich kann man sie auch verschieden ausrüsten, wodurch man die Werte noch mehr beeinflussen kann. So hat man, obwohl man ja immer nur eine Person spielen kann, doch einen guten strategischen Einfluss auf die Allgemein-Situation.

Alte Grafik mit Charme
Was die Grafik des Spiels angeht, so ist diese tatsächlich etwas veraltet. Oft wirkt sie etwas matschig, und natürlich ist alles auch etwas zu kantig geraten. Immerhin die Charakter-Modelle wurden für die Vita-Version vollständig neu entwickelt. Dennoch basiert die Grafik auf der Engine, die für Tales Of Innocence verwendet wurde, welches ein DS-Spiel in 3D ist - und das merkt man nun einmal. Obwohl die Grafik nicht die Beste ist, hat sie aber doch ihren Charme, und obwohl die Qualität manchmal fehlt, sind alle Gegenden doch sehr liebevoll gestaltet. So vergisst man die kleinen Macken schnell und erfreut sich all der Ideen, die eingebracht wurden. Ein besonderer Leckerbissen sind zudem die teilweise eingebundenen Anime-Sequenzen, welche das Spiel sehr schön ergänzen und es noch lebendiger machen.

Zufriedenstellender Sound
Natürlich ist aber auch der Sound wichtig. Fangen wir hier einmal mit der japanischen Synchronisation an: Die Stimmen passen zu den Charakteren und wie man das von japanischen Synchronisationen nun einmal kennt, werden die Emotionen gut ausgedrückt. Die musikalische Untermalung passt ebenfalls gut zum Spiel und reicht von eher ruhigen, malerischen Tönen bis hin zu Schnellen und Actiongeladenen (im Kampf natürlich). Trotzdem – manchmal fehlt etwas Epik, und man schaltet die Dauerschleife doch etwas leiser.



Fazit:
Lisa Spitzer:
Alles in allem kann man sagen, wir können uns glücklich schätzen, dass dieses liebenswerte Rollenspiel es bis in unsere Gefilde geschafft hat: Die deutsche Übersetzung allein dürfte schon viele Spieler freuen; die Geschichte ist umfangreich und gleichzeitig witzig und tiefgründig. Das Kampfsystem ist schnell und bietet sehr viele Möglichkeiten, auch für Spieler, die gerne strategisch agieren. Aus vielen Elementen und Features setzt sich ein schönes, interessantes und lustiges Spiel zusammen, das auch nach einigen Stunden noch fasziniert.

Ergründet gerne die menschliche Seele: Lisa Spitzer für PlantVita.de

Tjark Michael Wewetzer:
Zugegeben, mein Ersteindruck war eher bescheiden. Mal ungeachtet dessen, dass die deutschen Untertitel selbst für meine ungeschulten Ohren deutlich bemerkbar von der japanischen Tonspur abweichen (was mich gar nicht mal so dermaßen stört - locker-flockige, freiere Übersetzungen, die den Sinn der Texte einfangen würde ich jederzeit der stocksteifen, wortwörlichen Übertragung vorziehen), wirkt die Lokalisierung streckenweise schlichtweg unnatürlich und nicht nur freiwillig komisch. In technischer Hinsicht darf sich Tales of Hearts R zudem eher leicht über Symphonia einordnen – und daran hat der Zahn der Zeit ziemlich genagt. Nach einigen Spielstunden ist mir das Rollenspiel aber dann doch ans Herz gewachsen. Klar wirken die Texte teils albern, vor allem wenn Hisui mal wieder den überfürsorglichen Bruder raushängen lässt oder Beryl ihre Sätze durcheinanderwürfelt, nur macht das die vielfältigen Charaktere nicht minder liebenswürdig – eine gewisse Toleranz gegenüber Anime-Stereotypen vorausgesetzt. Die Handlung gibt sich erfrischend locker und kommt von ein paar Stellen in der zweiten Hälfte abgesehen sogar erstaunlich schnell zur Sache. Nicht zuletzt ist das Kampfsystem mit seinem Kombo-Fokus dermaßen spaßig umgesetzt, dass auch die ständigen Zufallskämpfe selten langweilig werden. Auch wenn Tales of Hearts R einige Macken hat, ist es schlicht und ergreifend ein schönes Rollenspiel japanischer Machart, das sich nicht im starken Videospiel-Wintergeschäft verstecken braucht und ich Fans des Genres bedenkenlos ans Herz legen kann.

Wollte eigentlich noch mehr Herz-Wortspiele und -Floskeln unterbringen: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung des Review-Codes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ein liebenswertes, witziges Rollenspiel mit tiefgründiger Geschichte - und nun auch auf deutsch!

Wertung

STORY:

10

SPIELWELT:

8.0

GAMEPLAY:

8.0
8
von 10

tiefgründige Geschichte mit witzigen Dialogen

komplett deutsch

detailreiche, liebenswerte Charaktere

viele Möglichkeiten für Strategen

umfangreiches Kampfsystem

Rätsel erweitern das Gameplay

teilweise eingebaute Anime-Sequenzen

veraltete Grafik

ein paar Übersetzungspannen

mäßiger Sound

Wie werten wir?

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10 Kommentare