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Spielname:
Steins;Gate

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
PQube

Developer:
5pb

Genre:
Sonstiges

Release:
05.06.2015 (erschienen)

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Steins;Gate

Denis Wewetzer, 08.06.2015

4994°

1

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Es ist zwar schwer vorstellbar, aber einige Entwickler schaffen es heutzutage immer häufiger, auch richtige Nischentitel hierher zu bringen. RICHTIGE Nischentitel. Oder möchte jemand behaupten, dass sich Visual Novels schon immer einen festen Platz im Herzen deutscher Spieler besessen haben? Um diese Liebe weiter zu schüren, ist auch Steins;Gate zu uns rübergeschwappt und hofft, mit einer Geschichte von Zeireisen überzeugen zu können. Doch fesselt sie tatsächlich? Das haben wir uns mal genauer angesehen.

Kleine Warnung zwischendurch: Da Visual Novels SEHR von der Geschichte abhängig sind, wird der nächste Absatz unweigerlich nicht um ein paar kleinere Spoiler aus der Anfangsphase herumkommen. Wer sich also nichts vorwegnehmen lassen möchte, sollte diesen besser auslassen.

Darf ich vorstellen: Kyouma Hououin, verrückter Wissenschaftler
Manche Menschen verbringen ihre Sommerferien damit, an den Strand zu gehen oder sich mit Freunden zu treffen. Nicht so Kyouma Hououin, oder wie ihn seine Eltern eigentlich getauft haben: Rintaro Okabe. Er tut sich lieber mit seinen Freunden zusammen, um neue Entwicklungen zu erforschen – dabei ist er natürlich nicht von der Idee von Zeitreisen abgeneigt. Als ihm nach einer Präsentation über das Thema selbst so einige merkwürdige Dinge passieren, stellt er selbst Nachforschungen an und gelangt dabei auf die Spur einer Verschwörung – und einer tatsächlich funktionieren Zeitmaschine, die er ganz zufällig mit seinem Kumpel Daru zusammen entwickelt hat. Wirkliche Zeitreisen bleiben ihm allerdings noch verwehrt, denn mit seiner umgebauten Mikrowelle kann er lediglich E-Mails in die Vergangenheit schicken. Doch das reicht bereits, um die Geschichte drastisch zu verändern und möglicherweise auch eine persönliche Katastrophe zu verhindern.

Genug der Spoiler. Jetzt wird entschieden!
Wir wollen euch ja nicht zu viel vorwegnehmen, also belassen wir es dabei. Viel wichtiger ist schließlich, wie sich das ganze spielt… oder eher liest. Ganz in der generellen Praxis einer Visual Novel geht es hier nämlich nicht darum, von A nach B zu rennen, zu hüpfen, zu kämpfen oder sonst etwas in der Art zu machen. Es wird fast ausschließlich die Geschichte gelesen, die einem präsentiert wird. Untermalt wird diese natürlich von diversen Hintergrund- und Charakterbildern und ein wenig Musik, damit es nicht allzu leer wirkt.

Wie es aber ebenfalls in diesem Genre üblich ist, wird die Geschichte auch durch die eigenen Entscheidungen, die man treffen kann, beeinflüsst. Wie genau das geschieht, muss allerdings von einem selbst herausgefunden werden, genau gesagt wird es einem nämlich nicht. Das wichtigste und eigentlich auch einzige Utensil zum Verändern der Geschichte ist das Handy von Okarin (wie ihn seine Kindheitsfreundin, Mayuri, liebevoll getauft hat). An bestimmten Punkten in der Erzählung, die übrigens aus der Perspektive des Protagonisten geschieht, bekommt man E-Mails, Anrufe oder auch andere Entscheidungsmöglichkeiten, selbst wenn sie nicht immer so ersichtlich sind. Auf diese kann geantwortet werden – oder man ignoriert sie. Dies sind tatsächlich nur Kleinigkeiten, die keinen großen Einfluss auf die Geschichte nehmen, haben allerdings die Möglichkeit, mehr über die Charaktere im Spiel zu enthüllen oder sogar neue Funktionen für das Mobiltelefon freizuschalten. Hierbei handelt es sich allerdings nur um neue Hintergrundbilder oder Klingeltöne.

Chuuni... Was für ein Zeug?!
Jetzt kommen wir zu einer kleinen Krux im Spiel: Die Verständlichkeit. Zuerst sollte gesagt werden, dass das Spiel auf Englisch ist und über eine japanische Sprachausgabe verfügt. Damit aber noch nicht alles: Es ist nicht gerade ein einsteigerfreundliches Englisch. Wenn man die Geschichte also tatsächlich verstehen möchte, sollte man bereits einen recht großen Wortschatz aufgebaut haben. Und selbst dann kommt ein weiteres Problem in die Runde: Physik. Das Spiel wirft mit speziellen Fachtermini um sich und erklärt komplexe physikalische Strukturen so, dass Leute, die diese bereits kennen, sie verstehen können. Jemand, der sich weder für Physik bzw. Englisch interessiert oder aber „nur“ auf dem Schulniveau der 10. Klasse ist, könnte schnell Probleme kriegen. Im Spiel selbst ist zwar eine Art Enzyklopädie enthalten, die entweder fiktionale oder aber komplexere Geschehnisse etwas breiter erklärt, insgesamt aber „Unwissenden“ eher wenig weiterhelfen wird.

Ich möchte niemanden davon abhalten, eventuell mit Wörter- und Physikfachbuch vor dem Bildschirm zu sitzen, aber darum soll es in einer Visual Novel ja eigentlich nicht gehen. Diverse Erklärungen, die im Spiel an die etwas abwesend wirkende Mayuri gerichtet sind, helfen dabei, einige komplexe Angelegenheit anhand beispielhafter Erklärungen zu verbildlichen. Das machen sie halt nur nicht immer.

Gameplay
Wie vorher schon beschrieben, ist es um das Gameplay nicht weit hergeholt. Es geht wirklich eigentlich nur darum, der Geschichte zu folgen und anschließend hin und wieder mal ein paar Entscheidungen zu treffen. Was hierbei allerdings wirklich anzumerken ist, dass diese Entscheidungen teilweise auf sehr subtile Art und Weise angedeutet werden. Es ist nicht immer offensichtlich, dass man genau in einem bestimmten Moment sein Handy rausholen und anschließend auf bestimmte Art und Weise interagieren kann. Zudem kommt noch der Reiz, dass alle Entscheidungen andere Szenen auslösen, sodass man erst nach vielen Ausprobieren die gesamte Geschichte erzählt bekommt.

Ein kleines Problem wird einem jedoch was die Formatierung des Textes angeht auffallen: Besonders bei den E-Mails werden Wörter gerne mal beim Zeilenumbruch zweigeteilt. Ein kleines Hindernis, das den Gesamtspaß nicht gerade mindert, allerdings irritierend wirken kann.

Grafik
Wie man es sich denken kann, setzt ein Paradebeispiel einer Visual Novel nicht auf großartig inszenierte Animationen oder sonstige Effekte. Stattdessen wird es klassisch gehalten und wir bekommen 2D-Charaktermodelle vor 2D-Hintergründen präsentiert. Ein Vorteil dieser Aufmachung ist seither auch schon, dass alles unglaublich detailreich dargestellt ist und die Liebe, die die Designer hineingesteckt haben, deutlich spürbar ist. Dazu kommen diverse Illustrationen, die man im Spiel direkt freischalten und auch optional immer wieder ansehen kann. Obwohl also fast gar keine richtige Animationen zu sehen sind, ist das visuelle Erlebnis trotzdem immer wieder einen Blick wert.

Sound
Um die passende Stimmung im richtigen Moment zu wecken, bedarf es nicht nur guter, grafischer Darstellung, sondern auch der passenden Musikuntermalung. Und genau dies macht Steins;Gate absolut richtig. Es mögen nicht unbedingt viele Songs sein, aber sie schaffen es doch, jeden Moment im Spiel richtig zu untermalen und damit die durch den Text hervorgebrachten Gefühle noch weiter zu verstärken. Was anderes möchte man doch eigentlich nicht, oder? Aber damit haben sich die Komponisten wohl nicht abgefunden und prompt ein paar richtig schöne Musikstücke zusammengezimmert, die auch zum Zeitpunkt des Reviewschreibens bei mir im Hintergrund dudeln. Hier wurde alles richtig gemacht!

Tutturu
Je nachdem, wie man sich entscheidet, kann Steins;Gate überraschend kurz oder aber ganz im Gegenteil plötzlich ziemlich lang werden. Die Aussicht auf verschiedene Enden – sechs in der Zahl – reizt dabei enorm. Einen kleinen Nachteil hat das Spiel: Der Anfang fühlt sich ziemlich langgezogen an und es dauert ein wenig, bis die Geschehnisse richtig ins Rollen geraten. Sobald dies allerdings erst einmal geschehen ist, ist die Story nicht mehr zu stoppen und man selbst schnell im Bann des Spiels. Man möchte die Vita eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen, bevor man seinen Wissensdurst gestillt und erfahren hat, wie die Geschichte ausgeht.



Fazit:
Eine Visual Novel steht und fällt mit seiner Story. Sobald man den etwas langsamen Anfang hinter sich gebracht hat, ist Steins;Gate eine aufregende Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Charaktere sind unglaublich gut inszeniert (und dabei teilweise bewusst überspitzt dargestellt), die Geschichte fesselt ungemein und die kleinen Entscheidungsspielereien laden zum Ausprobieren ein. Der fantastische Soundtrack untermalt alles nochmal perfekt und sorgt in den richtigen Momenten für die passende Stimmung. Auch die Charakterporträts, so starr sie sein mögen, helfen mit ihren verschiedenen Ausdrücken von Emotionen bei dem Untermalen der Geschehnisse. Einzige Hürde hierbei sind die schweren englischen Texte sowie bevorzugt ein Basis-Verständnis über Physik. Auch wenn die USK dem Spiel eine Freigabe ab 12 gegeben hat, kann ich dieses Spiel nur für Menschen mit einer etwas erwachseneren Denkweise empfehlen. Zudem darf man sich nicht davor scheuen, unglaublich viel Text zu lesen – schließlich handelt es sich hierbei um eine reine Visual Novel! Wer diese Voraussetzungen mitbringt, wird allerdings schnell in den Bann des verrückten Wissenschaftlers Kyouma Hououin gezogen.

Wünschte, er wäre so sorgenfrei wie Mayushii: Denis Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an PQube für die freundliche Bereitstellung des Rezensionscodes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Eine fantastisch erzählte Geschichte, die lediglich ein wenig braucht, um ins Rollen zu kommen.

Wertung

STORY:

10

SPIELFLUSS:

7.0

SOUNDTRACK:

10
9
von 10

Viele Entscheidungsmöglichkeiten...

Außergewöhnliche Story

Liebenswerte Charaktere

Schöner Soundtrack

Detailreiches Artdesign

Verschiedene Enden

Etwas langsamer Anfang

...von denen einige unwichtig sind

Erfordert gute Englischkenntnisse

Fragwürdige Textformatierung

Wie werten wir?

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1 Kommentar