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Spielname:
Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Spike Chunsoft

Genre:
Shooter

Release:
04.09.2015 (erschienen)

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls

Review: Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls

Denis Wewetzer, 04.09.2015

4851°

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Bereits im letzten Jahr wurden wir an den Rand der Verweiflung getrieben: Sowohl der erste, als auch der zweite Teil von Danganronpa sind hierzulande für die Vita veröffentlicht worden, nachdem es die PSP-Originale bereits seit längerer Zeit in Japan gab. Die spannenden Geschichten konnten uns da bereits überzeugen, allerdings handelte es sich hierbei auch um „reinere“ Visual Novels. Mit Danganronpa Another Episode: Ultra Despair Girls sieht es allerdings anders aus, hier haben wir es nämlich mit einem Third-Person-Shooter zu tun. Funktioniert das vorher etablierte Konzept auch in dieser Form oder hätten die Entwickler lieber bei der Visual Novel bleiben sollen? Wir haben uns erneut der Verzweiflung entgegengestellt, um das herauszufinden!

Bevor es losgeht aber noch eine Anmerkung: Es handelt sich trotz des Genres um ein Spiel, das von seiner Story lebt. Wer sich hierzu also nichts vorwegnehmen lassen möchte, sollte die nächsten zwei Absätze besser nicht lesen. Da dieser Titel Ereignisse aus den beiden anderen Spielen anspricht, werden hier weiterhin Spoiler zu eben diesen Vorgänger enthalten sein. Etwas Vorsicht sollte also geboten sein.

Pure. Verweiflung
Die Geschichte dieses Titels dreht sich um Komaru Naegi, Schwester des aus den ersten Teil bekannten Makoto Naegi. Diese befindet sich seit 1 1/2 Jahren in Gefangenschaft innerhalb einer kleinen Wohnung. Sie weiß nicht wieso, sie weiß nicht, was draußen passiert. Doch eines Tages kommt sie frei und trifft hier auf Byakuya Togami – muss allerdings auch feststellen, dass die gesamte Welt seit eines bestimmten Ereignisses in Verweiflung gestürzt wurde. Genau genommen haben Kinder angefangen, alle Erwachsenen umzubringen und Monokuma-Roboter laufen durch die Straßen und attackieren alles, was über 12 Jahre alt erscheint und keinen Monokuma-Helm trägt. (Hierbei sei auch angemerkt: Die Original-Spiele waren schon nicht zimperlich, Ultra Despair Girls ist durchweg brutal – und das trotz des „Danganronpa-Filters“ und des comichaften Aussehens. Es ist also nichts für schwache Nerven.)

Um gegen diese Kämpfen zu können, erhält Komaru von Byakuya ein als Megafon getarntes Hacking-Gerät, mit dem sich die Monokuma-Roboter bekämpfen lassen. Doch es überschlagen sich immer mehr Ereignisse, in denen sie immer näher an den Rand der Verweiflung gerät, die sie trotz ihres normalen Daseins als Schülerin bekämpfen muss. Hierbei ist sie allerdings nicht alleine, sehr schnell trifft sie auf Toko Fukawa, mit der sie im Verlaufe des Spiels immer weiterkämpft, um endlich aus dem Albtraum verschwinden zu können. Weitere Erklärungen lasse ich hier besser aus, das muss man einfach selbst erlebt haben!

Die Monokuma-Armee
Wie vorher bereits angemerkt, bewegt man durch das Spiel in Third-Person-Perspektive und mit dem angesprochenen Hacking-Gerät ist Komaru in der Lage, Befehle zu verschießen, die die Monokumas angreifen können. Mit dem Befehl „Breakdown“ wird zum Beispiel eine „Kugel“ verschossen, die Monkumas nach mehrfachen Beschuss zerstört – gezielte Schüsse auf den Schwachpunkt sparen dabei Munition. Im Verlaufe des Spiels kommen hier noch weitere Kugeln hinzu, die alle verschiedene Effekte haben. Mit „Dance“ werden die Bären zum Tanzen verlockt, wodurch sie ein leichtes Ziel darstellen. Die „Burn“-Kugel ähnelt mit ihrer Schussfrequenz einer Maschinenpistole und mit „Link“ wird ein Gegner vollständig gehackt, sodass man die Kontrolle über sie übernehmen kann.

Jede dieser Kugeln hat weiterhin den Vorteil, gegen bestimmte Arten der Bärchen effektiv zu sein. Wird der „Alarm-Monokuma“ zum Beispiel zum Tanzen gebracht, werden alle umstehenden Gegner zu ihn gelockt, wodurch sie wieder leichte Beute werden. Bevor man den „Schild-Monokuma“ bekämpfen kann, sollte man ihn erstmal mit der „Knockback“-Kugel treffen, damit er eben diesen Schild verliert und so weiter. Die Kugeln lassen einen damit ein wenig Spielraum für verschiedene Strategien, sodass sich jeder ein wenig austoben kann. Möchte man mal nicht weiter rumschießen, kann man auf Knopfdurck mit Toko wechseln – oder besser gesagt mit ihrer anderen Persönlichkeit, Genocide Jack. In diesem Modus ist man unverwundbar und kann sich in purer Hack-'n'-Slay-Manier durch die Gegner schnetzeln. Allerdings kann dieser Modus lediglich für eine bestimmte Zeit gebraucht werden, anders wäre die Spiel-Balance ja vollkommen dahin… Wie ein bestimmter Charakter vermutlich sagen würde.

„Ich, die Rätsel-Königin!“ -Komaru Naegi
Weil einfaches Geballer auf Dauer echt langweilig wäre, wird man hin und wieder auf bestimmte Räume treffen, die ein „Rätsel“ beinhalten. In diesen lautet (meistens) der Auftrag, dass alle Gegner ausgeschaltet werden müssen – allerdings auf eine bestimmte Art und Weise, die für jeden Raum unterschiedlich ist. Schafft man dies, erhält man am Ende jedes Kapitels eine bessere Wertung. Hat man keine Lust auf den Kram, kann man sich auch einfach durchschlagen. Ganz normale Rätsel, für die man seine Birne mal ein wenig anstrengen muss, sind allerdings auch enthalten – und die sind nicht von schlechten Eltern… Zumindest teilweise. Die späteren Rätsel haben es schon ordentlich in sich, anfangs fühlt man sich aber stark unterfordert.

Level Up!
Mit jedem besiegten Gegner bekommt man Erfahrungspunkte, wodurch man nach einer bestimmten Anzahl an Gegner auch im Level steigt. Dieses bringt an sich erstmal nichts, allerdings bekommt man auf diese Art Skillpunkte, mit denen wiederum neue Fähigkeiten ausgerüstet werden können. Diese variieren stark. Sie können die Lebenskraft von Komaru lediglich erhöhen, das Laufen während des Zielens ermöglichen oder bewirken, dass mehr Gegenstände fallengelassen werden. Eine weitere Art, stärker zu werden, sind die so genannten Bling-Bullets. Diese werden mit den normalen „Truth-Bullets“ (so der Name der eigenen Geschosse) verknüpft, um ihre Effektivität zu erhöhen, also mehr Schaden zu verursachen, mehr Platz im Magazin zu haben etc. Anders als Fähigkeiten, die genaue wie andere Schriftstücke, Bücher und diverse Collectables einfach so in den Arealen gefunden werden können, müssen Bling-Bullets für Mono-Coins gekauft werden, die man durch das Besiegen von Monokumas erhält.

Gameplay
Manch einer mag sich nun fragen, wie sich das Gesamte überhaupt spielt. Diese kann ich beruhigen: Es funktioniert wirklich gut. Die Shooter-Elemente gehen flüssig von der Hand und man hat eigentlich immer eine gute Übersicht darüber, was gerade geschieht. Anfänglich wird man es vermutlich als etwas merkwürdig empfinden, dass man andauernd durch Zwischensequenzen oder anderen Kleinigkeiten davon unterbrochen wird, weiter durch die Straßen von Towa City zu laufen, allerdings ist dies wenig verwunderlich in Anbetracht der Visual-Novel-Wurzeln. Außerdem bekommt man hierbei unzählige Informationen zugesteckt, die die Story noch besser machen und insgesamt eine wunderbare Ergänzung zu den anderen beiden Teilen darstellt, obwohl die Geschichte rund um Komaru Naegi und die Krieger der Hoffnung auch auf den eigenen beiden stehen kann. Gerade durch viele unerwartete Wendungen und dem immernoch obskuren Setting wird man unfassbar schnell in den Bann der Story gezogen, ohne sich durch die Shooter-Elemente in dieser gestört zu fühlen. Es sei hier aber noch einmal erwähnt: Spielt vorher unbedingt die ersten beiden Spiele durch, wenn ihr euch von diesen nichts vorwegnehmen lassen möchtet.

Grafik
Im Gegensatz zu den Visual-Novel-Ablegern wird man in diesem Spiel etwas sehr häufig sehen, was man davor eher nicht kannte: 3D-Modelle. Und diese können sich durchaus sehen lassen, auch wenn das Spiel ohnehin in einer eher Cartoon-ähnlichen Grafik dargestellt wird. Hier und da werden allerdings weiterhin die Papier-Modelle für bestimmte Effekte verwendet, die ein herrlich surreales Ganzes ergeben. Einzig und allein eine kleine Tatsache stört dann aber doch: Es gibt Framerate-Einbrüche, sollten Areale mit zu vielen 3D-Modellen oder anderen Effekten geladen werden müssen. Diese sind absolut nicht von großer Bedeutung, fallen allerdings doch auf, was einfach nur schade ist, da die Gesamtpräsentation ansonsten wirklich schön ist. Auch sieht man manche Orte häufiger, da ab und an Backtracking angesagt ist. Allerdings schafft es das Spiel, die Wege doch noch verschieden genug zu gestalten, um es nicht so auffällig zu machen.

Sound
Wer mit den anderen Titeln vertraut ist, wird sich in Sachen Musik sehr schnell heimisch fühlen. Diverse Songs wurden übernommen oder nochmal ein wenig umgestaltet, um die Atmosphäre auch musikalisch zu untermalen. Und dies ist überaus gelungen. Seien es die alten Songs, die einem in bestimmten Sequenzen der anderen Teile bereits die Gänsehaut beschert haben oder aber vollständig neue Kompositionen, die das Geschehen nun mit neuen Melodien darstellen, alles fließt perfekt zusammen und baut weiter eine herrlich surreale Atmosphäre auf, die die Verweiflung in allen möglichen Arten darstellt. Zudem sind fast alle Dialoge von den englischen Sprechern vertont worden, die ihren Job sehr gut machen.

Features und Besonderheiten
Von alldem, was ich bisher erwähnt habe, habe ich eine Sache bisher noch ausgelassen: Die Tatsache, dass es drei verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt. Wer sich einfach nur an der Geschichte erfreuen möchte, kann im Genocide-Modus quasi durch die Monokumas fliegen und muss sich um das Kampfgeschehen keine großen Sorgen mehr machen. Wer allerdings in Sachen des Shooters auch mal gefordert werden möchte, kann sich am Despair-Modus versuchen. Außerdem habe ich es vorher bereits einmal erwähnt, allerdings gibt es wirklich, wirklich viele Kleinigkeiten zum Sammeln. Im Grunde genommen handelt es sich bei allen Collectables nur um Flavour-Text, allerdings möchte man diesen eigentlich nicht verpassen, da dieser auch wertvolle Hintergrundinformationen preisgibt, die die Geschichte noch runder werden lassen. Zudem sind sie auch Stein des Anstoßes weiterer Interaktionen zwischen Toko und Komaru, wodurch auch besimmte Charakterentwicklungen dargestellt werden – auch wenn das Auslösen mancher Sequenzen an bestimmten Stellen befremdlicher wirken kann, als die Situation selbst. Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass das Spiel komplett auf Englisch ist, sowohl der Text, als auch die Sprachausgabe. Wer sich lieber an den Original-Stimmen erfreut, kann diese als kostenfreien DLC aus dem PSN-Store herunterladen.



Fazit:
Ich kann jede Skepsis durchaus verstehen wenn man sich fragt, ob sich Third-Person-Shooter und Visual Novel tatsächlich gut mischen. Die Sorge ist aber unbegründet: Danganronpa schafft es, genau diesen schmalen Grat zu gehen und in beide Elemente ein gewisses Gefühl einzubringen, wodurch sich weder der eine, noch der andere unterrepräsentiert fühlen muss. Allerdings muss gesagt werden, dass durchaus ein etwas größerer Fokus auf die Story gelegt worden ist, die dementsprechend auch von vorne bis hinten gelungen ist. Insgesamt fallen lediglich kleine, technische Macken auf, die dem Gesamtspielspaß kaum einen Abbrecher machen, allerdings das insgesamt fantastische Bild doch etwas besudeln. Gerade die Tatsache, dass manchmal Backtracking vorhanden ist, ist schade, aber selbst diese Passagen durchaus mit Mühe gemacht worden sind, damit es nicht so sehr auffällt. Wer ohnehin Fan der Danganronpa-Spiele ist, kann auch beruhigt hier zugreifen, da viele nette Hintergrundinformationen übermittelt werden, die die Story der anderen Spiele auch noch runder macht. Auch Freunde einer allgemein guten Story sollten zugreifen, da diese auch ohne den Zusammenhang durchaus gelungen ist. Wer jedoch lieber ein „reineres“ Spiel sucht, also einen Third-Person-Shooter oder eine Visual Novel, sollte sich woanders umsehen, den für diesen wird hier leider zu wenig geboten.

Hätte auch gerne ein Hacking-Megaphon: Denis Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an NIS America für die freundlichen Bereitstellung des Rezensionscodes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Eine wunderschöne Mischung aus Third-Person-Shooter und Visual Novel. Wer hätt's gedacht?

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

9.0

STORY:

10

RÄTSEL:

9.0
9
von 10

(Teils) gut durchdachte Rätsel...

Fantastische, wendungsreiche Story

Herrliche Atmosphäre

Interessante Genre-Kombination

Spaßige Shooter-Elemente

Gelungener Soundtrack

Schöner Grafik-Stil

...mit manchmal sehr obskuren Lösungen

Ein paar Framerate-Einbrüche

(Weniges) Backtracking

Wie werten wir?

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