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Spielname:
Xblaze Code: Embryo

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Funbox Media

Developer:
Arc System Works

Genre:
Sonstiges

Release:
18.09.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Review: Xblaze Code: Embryo

Tjark Michael Wewetzer, 28.10.2015

2338°

1

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Schon seit Anbeginn der Reihe war BlazBlue ja eigentlich nicht „nur“ ein Prügelspiel. Die komplexe Handlung der Spiele wurde nämlich seit jeher im Visual-Novel-Format erzählt, in die man gelegentliche Kämpfe einstreute, bei denen der Spieler aktiv eingreifen darf. Von daher ist der Schritt zur richtigen Visual Novel eigentlich nur eine logische Folge. Xblaze Code: Embryo erzählt allerdings eine Handlung, die auf den ersten Blick nur recht wenig mit BlazBlue zu tun hat, obwohl das Spiel 150 Jahre vor den Ereignissen von Calamity Trigger angesiedelt ist. Ob die Erzählung auch etwas taugt, verraten wir euch in unserem Test.

Das ist doch nicht mehr normal hier!
Womit beginnt praktisch jede gute Geschichte? Natürlich: Mit einem ganz normalen Schüler, dem eines Tages etwas unglaubliches passiert. In diesem Fall hat ein gewisser Touya Kagari das große Los gezogen und stolpert in einem Sperrgebiet über ein zombiehaftes Wesen, das von einem Mädchen im blauen Kleid niedergestreckt wird. Bei der Kreatur handelt es sich um einen sogenannten Union, das Mädel namens Es gehört einer Spezialeinheit an, die diese Biester jagt – und Touya, so merkt der Kommandant von Es, verfügt selbst über Fähigkeiten, die er sich nicht so ganz erklären kann. Der Jüngling ist nämlich in der Lage, Unions zu orten.

Wer gut aufgepasst hat: Ja, die Verbindungen zum BlazBlue-Universum scheinen in dieser Kurzzusammenfassung absolut nicht durch. Es gibt sie aber: Waffen wie der Speer Izayoi tauchen auf, die mysteriöse Substanz Seithr wird als Energielieferant genutzt und auch die schwarze Bestie, welche die Welt von BlazBlue nachhaltig prägte, findet Erwähnung. Wie genau diese Verbindungen aussehen, verrät Xblaze aber nur zaghaft und erzählt damit weitestgehend eine eigenständige, isolierte Story. Kenntnisse des dazugehörigen Prügelspiels sind keineswegs Pflicht und dienen höchstens netten, kleinen Anspielungen.

TOi Story
Ganz nach Visual-Novel-Muster klickt ihr euch hier selbstverständlich pirmär durch Text. Ihr dürft aber auch im gewissen Rahmen Einfluss auf die Handlung nehmen und so eines von vier vollständigen Enden sowie eine Hand voll schlechter Enden ansteuern. Das geschieht dank einer Datenbank namens TOi, die euch an bestimmten Punkten des Spiels mit unscheinbaren Info-Texten versorgt. Viele davon dienen schlichtweg der Atmosphäre von Xblaze und erklären, was in der Welt so läuft – inklusive Kommentarkultur, denn ein paar NPC-Reaktionen auf die jeweiligen Artikel dürft ihr ebenfalls lesen. Gewisse Beiträge bringen Touya jedoch auf neue Ideen und schalten so neue Dialoge oder komplett andere Pfade frei. Dennoch bleiben die Lösungswege für die Pfade äußerst simpel, sodass man mit ein wenig Experimentierfreude, einem guten Auge und natürlich der großzügigen Nutzung aller verfügbaren Speicherslots auch ohne Guide das Schicksal schnell in die Bahn lenken kann, in der man es möchte.

Dabei präsentiert sich Xblaze zudem äußerst ansprechend. Statt auf Standard-Standbilddialoge mit statischen Sprites zu setzen, versucht das Spiel, die 2D-Figuren geschickt in die Hintergründe einzubetten. Dank kleiner Kamerafahrten wirkt der Titel dadurch fast schon animehaft und ziemlich lebendig. Lediglich Kleinigkeiten wie Touyas ständig verängstigter Gesichtsausdruck brechen diese Illusion hier und da. Auch verzichtet Xblaze abseits der TOi-Artikel gänzlich auf Erzähltexte, die gesamte Handlung wird komplett in Dialogform erzählt – mit englischen Texten zur japanischen Sprachausgabe.

Leider ist die Geschichte an sich eher mäßig. Zwar baut sie in gewisser Weise gute Spannungsbögen auf und verschwendet nicht allzu viel Zeit mit unnötigem Füllmaterial – weswegen ein Spieldurchlauf auch nach verhältnismäßig wenigen Stunden bereits vorbei sein kann –, allerdings ist sie in vielen Teilen auch ziemlich klischeebehaftet und vorhersehbar. Die Persönlichkeiten der Charaktere bieten ebenfalls nur Standardkost: Der ängstliche Held, der nur widerwillig mitmacht, sich aber im entscheidenden Moment zusammenreißen kann und mit anpackt. Das mysteriöse und wortkarge Mädchen, das durch außergewöhnliche Fähigkeiten auffällt. Die stets gut gelaunte Kindheitsfreundin des Helden, die von dem Ernst der Lage nichts mitzubekommen scheint. Alles irgendwie schon einmal dagewesen und Xblaze macht aus den Charakter-Archetypen auch nichts besonderes. Schade um das potentiell interessante Setting.



Fazit:
So unterhaltsam die komplexe Hintergrundgeschichte von BlazBlue auch sein mag, bei Xblaze Code: Embryo scheinen sich die Schreiber fast schon zurückgehalten zu haben. Das Setting ist interessant und es macht durchaus Spaß, die vielen Verbindungen zur Welt des bekannten 2D-Prüglers aufzuspüren, die Story an sich verliert sich allerdings in einer eher schwachen Gesamterzählung, der es an nennenswerten Highlights mangelt. Das ist vor allem deswegen bedrückend, weil sich die Macher trotz allem deutlich Mühe gegeben haben – gerade in Sachen Präsentation. Die Art der Darstellung lässt andere Visual Novels fast schon leblos herüberkommen, dank des TOis erhaltet ihr zudem auf organische Art und Weise Einblicke in die Welt, die sich hier vor euch entfaltet. Und dabei beeinflusst ihr auch gerne mal, wie sich die weitere Handlung entwickelt. Doch wenn die Geschichte dahinter leider an fesselnden Momenten vermissen lässt, hilft das leider recht wenig. Von daher ist Xblaze eher Hardcode-Fans von BlazBlue, die Lust auf eine kleine Sidestory haben, oder Spielern, die eine nette aber keineswegs überragende Einsteiger-Visual-Novel suchen, zu empfehlen.

Ausgebrannt: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Nette Vorgeschichte aus dem BlazBlue-Universum, der es leider an Höhepunkten mangelt.

Wertung

STORY:

5.0

SPIELFLUSS:

8.0

ATMOSPHÄRE:

7.0
6
von 10

Intuitives TOi-System

Faszinierendes Worldbuilding

Gelungene Präsentation

Anspielungen für BlazBlue-Fans

08/15-Story

Recht kurz

Keine deutschen Texte

Wie werten wir?

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1 Kommentar