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Spielname:
Dynasty Warriors 8: Empires

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
39,99 €

Publisher:
Koei Tecmo

Developer:
Omega Force

Genre:
Action

Release:
25.11.2015 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Review: Dynasty Warriors 8: Empires

Tjark Michael Wewetzer, 02.12.2015

1792°

1

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Die zweite Jahreshälfte brachte uns so einige Spiele der Warriors-Reihe von Omega-Force ein. Ob Samurai Warriors Chronicles 3, One Piece: Pirate Warriors 3 oder Samurai Warriors 4-2, es gab einen stetigen Nachschub an Soldaten und Kämpfern, die sich massenweise vom Bildschirm pusten ließen. Den Abschluss des laufenden Jahres bildet eine Rückkehr zu der Marke, mit der alles angefangen hat: Dynasty Warriors. Allerdings ist Dynasty Warriors 8 Empires ein klein wenig anders. Statt reinem Schlachtengemetzel verspricht diese Subserie einen höheren Strategieanteil, immerhin sollt ihr das zersplitterte China einen – wenn nötig mit Gewalt. Ob der nachträgliche Port des bereits seit geraumer Zeit für HD-Heimkonsolen und PC erhältlichen Titels auch die Mühe wert war, erfahrt ihr in unserem Test.

Herrscher über Himmel und Erde
Das Herzstück des Spiels ist der sogenannte Empire-Modus, der euch eine Hand voll Kampagnen zu diversen Abschnitten der historischen Geschichte der drei Reiche bietet. Die erste dreht sich beispielsweise um die Rebellion der gelben Turbane, eine andere spielt zu der Zeit der Schlacht um Chibi. Wenn ihr hier allerdings der Story halber hier seid, werdet ihr enttäuscht: Das historische Zeitfenster bestimmt lediglich grob die anfängliche Aufteilung des Landes und welche Charaktere sich dort herumtreiben, danach liegt es an euch, es zu einen – großartige Handlungsereignisse, die die Geschichte vorantreiben, glänzen durch Abwesenheit. Dadurch wirken die immerhin doch recht umfangreichen Szenarios leider extrem austauschbar. Die schlicht als „Versammlung der Helden“ betitelte Kampagne schert sich sogar gar nicht erst um den geschichtlichen Kontext und wirft einfach eine bunte Schar namhafter Feldherren in den Ring. Immerhin verpasst ihr so nichts von der Handlung, wenn ihr über keine Englischkenntnisse verfügt. Deutsche Texte gibt es hier nämlich keine.

Euer Englisch sollte dennoch nicht allzu eingerostet sein, denn wenn ihr euch das erste Mal in den Empire-Modus wagt und für einen zu spielenden Charakter – neben Offizieren von Rang und Namen könnt ihr hier auch selbsterstellte Helden oder gar generische Einheiten mit eigenem Namen wählen – entschieden habt, werdet ihr sogleich von einer ganzen Staffel Tutorial-Texte begrüßt. Mag abschreckend wirken, im Grunde genommen ist das Spielprinzip jedoch erstaunlich simpel: In der Management-Phase dürft ihr, abhängig von eurem aktuell bekleideten Amt, Spielmonat für Spielmonat eure Aktionen planen. Das können beispielsweise Baufträge für Einrichtungen sein, die euch mehr Geld oder Material in die Kasse spülen, oder auch diplomatische Handlungen, um Allianzen mit anderen Herrschern zu schmieden und neue Rekruten anzuwerben. Dabei sollte man stets bedacht sein, mit seinen Ressourcen nicht allzu verschwenderisch umzugehen, zumindest auf normalem Schwierigkeitsgrad kann man sich aber auch relativ gefahrlos experimentell durchklicken.

Überhaupt lässt euch das Spiel viel Handlungsfreiheit in eurer Laufbahn. Es ist möglich, unter der Regentschaft eines Herrschers militärisch im Rang aufzusteigen und dadurch zunehmend mehr Befehlsgewalt zu erhalten oder gar selbst auf den Thron steigen. Es ist euch genauso gut offen, das Vertrauen eures Regenten zu erschleichen und ihn hinterrücks zu stürzen. Oder ihr sagt euch komplett los und sucht als freier Offizier das große Glück. Ihr könnt euren Weg also durchaus interessant gestalten und verschiedene Situationen durchleben, die mit einer Vielzahl an werteverbessernden Titeln geadelt werden. Da ihr die Kampagne aber eben nur durch die Einigung Chinas gewinnen könnt, reduziert sich euer Handlungsspielraum gen Ende in der Regel auf einfache Überfälle auf andere Regionen, bis schlussendlich alles unter eurer Schirmherrschaft steht. Schade eigentlich, denn mit verschiedenen Szenario-Zielen hätte der Management-Anteil definitiv glänzen können. So verschenkt er nur eine gewaltige Schippe Potential.

Und bist du nicht willig…
Gut, Strategie ist eher zweitrangig, ist denn wenigstens die kämpferische Front gelungen? An diese werdet ihr geschickt, wenn ihr entweder als einfacher Soldat Quests annehmt, die aus kurzen Sonderaufträgen wie dem Erledigen bestimmter Feinde oder dem Schutz hilfsbedürftiger Einheiten bestehen können, oder ihr an Raubzügen und Eroberungen teilnehmt. Letztere sind dabei die richtig großen Zeitfresser und erinnern in ihrer Ausführung an reguläre Dynasty Warriors-Schlachten. Ihr bewegt euch über ein Feld von respektabler Größe und nietet scharenweise Feindvolk um, bis ihr dem feindlichen Kommandanten eins auf die Mütze gegeben oder das gegnerische Hauptlager erobert habt – je nachdem, was gerade ansteht. Dabei steht euch das aus dem regulären Dynasty Warriors 8 bekannte Spielsystem zur Verfügung, über das ihr mit einfachen Tastenkombinationen verheerende Angriffe entfesselt und mit der R-Taste zwischen euren beiden Waffen wechseln könnt. Letzteres ist vor allem beim Kampf gegen gegnerische Offiziere wichtig, denn je nach elementarer Ausrichtung eures Spielzeugs seid ihr entweder im Nachteil gegen gewisse andere Waffen oder könnt mit ein bisschen Blut und Schweiß zum Sturmangriff ausholen, der noch einmal mächtig aufräumt.

Empires ergänzt dieses Schlachtengetümmel um Kriegslisten, die in Kartenform auf der rechten Seite des Bildschirms Platz finden. Dabei handelt es sich um besondere Manöver oder Stärkungen, die euch im entscheidenden Moment zum Sieg führen können – oder auch einfach am Leben halten. So lassen sich etwa in Windeseile Geschütze aufbauen, nahe Alliierte moralisch stärken oder gar große Ereignisse wie Flutwellen und Pfeilhagel auslösen, die allerdings ein klein wenig Vorbereitungszeit benötigen und daher vom Feind unterbrochen werden können. Dank der Listen könnt ihr euren Spielstil ein wenig verfeinern, wirklich großartig auflockern können sie das eintönige Gameplay jedoch nicht.

Das liegt hauptsächlich daran, dass die Eroberungen furchtbar langweilig aufgezogen sind. Wollt ihr siegreich aus der Schlacht hervorgehen, müsst ihr nämlich den feindlichen Feldherren erst einmal hervorlocken. Das geschieht durch die Übernahme feindlicher Basen. Und DAS wiederum setzt voraus, dass ihr erst einmal innerhalb eines begrenzten Gebietes so lange Gegner umboxt, bis die Kampfkraft der Position auf Null gesunken ist. Haben wir erwähnt, dass besagte Kampfkraft gerne mal bei 200 anfängt und einfache Soldaten gerade mal einen Punkt wert sind? Die immer wieder nachkommenden Kommandanten – zehn Punkte pro Kopf – beschleunigen die Sache zwar ein wenig, trotzdem verbringt ihr hier beunruhigend viel Zeit mit dem stupiden Wegfegen von Fußsoldaten an ein- und derselben Stelle. Gerade wenn euer Empire-Feldzug sich dem Ende zuneigt und nur noch die starken Gegner übrig bleiben, ziehen sich diese Gefechte unheimlich in die Länge. Wirklich Spaß kommt da nach einiger Zeit nicht mehr auf.

Dynasty Slide Show
Das war es tatsächlich auch schon in Sachen Spielumfang. Abseits des Empire-Modus' gibt es lediglich noch den Freien Modus, bei dem ihr gezielt kleinere Schlachten ausfechten könnt. Dieser ist auch das Hauptaugenmerk der kostenlos runterladbaren Free Alliances-Version von Dynasty Warriors 8 Empires, was das kostenlose Spielvergnügen extrem unbefriedigend macht. Immerhin könnt ihr euch auch optional in eine Empire-Partie eines Besitzers der Vollversion einklinken und ihm so bei seinen Gefechten helfen. Oder ihr treibt euch im Edit-Modus herum, wo ihr Charktere, Banner und – das wiederum in der Vollversion – komplette, eigene Szenarien für den Empire-Modus erstellen könnt. Klingt vielversprechend, allerdings bestimmt ihr hier auch nur lediglich, wie das Startmuster aussieht und wer sich auf der Karte herumtreibt. Tiefgreifende Änderungen am Spielablauf könnt ihr hier nicht vornehmen – dafür aber immerhin eure Ideen online teilen.

Wo wir schon bei Enttäuschungen sind: Die Vita-Umsetzung ist leider auch eher halbgar ausgefallen. Zwar steuert sich das Spiel beeindruckend gut und der Touchscreen wurde gelungen eingebunden – durch Wischbewegungen löst ihr beispielsweise eure Kriegslisten aus und spielt sie quasi wie richtige Karten aus –, doch die technische Seite lässt sehr zu wünschen übrig. Die Bildrate ist, um es freundlich auszudrücken, äußerst flexibel und tendiert bei wirklich hohem Gegneraufkommen schon mal zu bedrohlichen Stotteranfällen. Da Dynasty Warriors 8 Empires über ordentlich Feindvolk auf dem Bildschirm verfügt, kommt das leider verdammt häufig vor. Schlimmer wird es, wenn ihr in den Rage-Modus schaltet, denn dann wird die Dia-Show praktisch unspielbar.



Fazit:
Dass Koei Tecmo erst so spät eine Vita-Umsetzung von Dynasty Warriors 8 Empires nachreicht, hätte einen ja eigentlich schon stutzig machen sollen. Immerhin sind die Mobilumsetzungen aller anderen Warriors-Titel pünktlich mit den großen Gegenstücken erschienen. Schnell merkt man hier auch, warum gezögert wurde: Das Schlachtengetümmel läuft einfach nicht wirklich rund, dank der an sich löblichen Gegnerdichte verkommt das Spiel gerne mal zur reinsten Ruckelorgie – erst recht, wenn man dann auch noch mit Lichteffekten um sich schmeißt. Das Spiel an sich ist allerdings auch kein allzu großes Vergnügen. Die sechs Szenarien können zwar gut und gerne mehrere Stunden beanspruchen, unterscheiden sich aber nur oberflächlich. Die Entscheidungsmöglichkeiten im Empire-Modus gaukeln euch großen Variantenreichtum in eurer Spielweise vor, scheitert jedoch daran, dass es schlussendlich nur eine Methode zum Sieg gibt: Die Einigung Chinas. Und die sonst recht kurzweiligen Massenschlachten à la Dynasty Warriors werden durch unheimlich dröge Knotenpunkteroberungen gestreckt, bei denen ihr mehrere Minuten lang in einem begrenzten Gebiet auf die immer gleichen, nachrückenden Fußsoldaten einhackt und es nur gelegentlich mal mit einem Offizier zu tun kriegt. Wenn ihr trotz dieser warnenden Worte mal einen Blick ins Spiel werfen wollt, gebt ruhig der kostenlosen Free-Alliances-Edition eine Chance, die euch immerhin eine Hand voll freier Gefechte zur Verfügung stellt und es euch ermöglicht, in die Empire-Partie eines Besitzers der Vollversion einzusteigen. Ernsthafte Strategen oder Leute, die einfach mal im Musou-Stil auf den Putz hauen wollen, sollten sich jedoch andere Titel ansehen.

Hat eine Katze auf dem Kopf: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Halbgarer Mix aus Strategie und Musou-Massenschlacht, der viel Potential verschenkt und unnötig gestreckt wirkt.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

5.0

TECHNIK:

3.0

TIEFGANG:

4.0
3
von 10

Sechs umfangreiche Kampagnen…

Reichlich Entscheidungsmöglichkeiten

Großes Kämpferfeld

Vielzahl an Editoren

…die sich nur kosmetisch unterscheiden

Nur ein Spielziel

Langwierige Eroberungskämpfe

Ruckelt wie die Seuche

Keine deutschen Texte

Wie werten wir?

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1 Kommentar