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Spielname:
Code Realize: Guardian of Rebirth

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
34,99 €

Publisher:
Aksys Games

Developer:
Design Factory

Genre:
Sonstiges

Release:
21.10.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Ohne Alterseinstufung

Screenshots:
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Code Realize: Guardian of Rebirth

Review: Code Realize: Guardian of Rebirth

Tjark Michael Wewetzer, 09.02.2016

3146°

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Ein Mensch ist keine Insel. Er braucht andere Menschen in seinem Leben. Sei es, weil sie ihn mit Dingen versorgen, die er selbst nicht produzieren kann, oder weil er eine emotionale Stütze braucht. Daher ist das Schicksal von Cardia, der Protagonistin von Code Realize: Guardian of Rebirth umso tragischer. Sie verbrachte nämlich die letzten zwei Jahre vor dem Startzeitpunkt der Visual Novel in absoluter Einsamkeit, völlig abgeschottet vom Rest der Welt. Ein Schicksal, das sich jedoch eines Tages ändern sollte. Und eines, das sich auf jeden Fall zu verfolgen lohnt.

Die Schönen und das Biest
Jetzt wäre es natürlich langweilig, der Heldin den lieben langen Tag beim Herumhocken in ihrem in Dunkelheit getauchten Zimmer zu beobachten. Diese Ruhe wird daher schnell durch den Einmarsch der Truppen der Königin Englands unterbrochen und Cardia abgeführt – zumindest war das der Plan, denn der charmante Dieb Arsène Lupin fängt den Transport ab und entführt unsere Protagonistin kurzerhand. Im Zuge des kompakten Prologs erfahren wir schnell, was alles Sache ist: Cardia lebt nicht ohne Grund in absoluter Isolation, in ihren Adern fließt ein furchtbar starkes Gift, das alles, was mit ihrer Haut in Berührung kommt, schlagartig zersetzt. Dadurch fing sie sich auch einen Ruf als „gefährliches Monster“ ein, das in einem verfluchten Hause lebe. Ferner ist in ihrer Brust ein mysteriöser Kristall eingelassen, der noch mehr Fragen aufwirft. Die Antworten darauf soll ihr Vater kennen, der sie eigentlich irgendwann abholen wollte, jedoch bislang nie erschien. Für Gentleman Lupin und seinen Schrauber-Kumpel Impey Barbicane ist die Sache klar: Sie wollen der jungen Dame bei der Suche nach ihrem Vater helfen, eine Lösung für das Gift-Problem finden und herausfinden, was es mit dem Klunker auf sich hat.

Die Reise führt den Trupp nach London, wo sich auch recht schnell die anderen Hauptcharaktere zeigen. Der geheimnisvolle Graf Saint-Germain bietet Lupin und seiner Gang einen geeigneten – und äußerst edlen – Unterschlupf. Victor Frankenstein, seines Zeichens begabter Alchemist und gesuchter Terrorist, will Cardias giftigem Geheimnis auf den Grund gehen. Der Söldner Abraham Van Helsing wiederum hat es zunächst auf unsere Heldin abgesehen, schließt sich der bunten Truppe jedoch recht schnell an. Wem die Namen dezent bekannt vorkommen: Jepp, Code Realize bedient sich großzügig bei historischen Romanfiguren und sammelt sie alle in einer Steampunk-Version des viktorianischen Londons – auch ein gewisser Herlock Sholmes treibt sich hier herum.

Zunächst erzählt die Visual Novel ihre Geschichte fast schon im klassischen Episoden-Stil mit kleinen Kurzgeschichten, die das Setting näher beleuchten und weitere Züge der Charaktere zur Schau stellen. So erfahren wir etwa, warum die Königin Englands es auf Dr. Frankenstein abgesehen hat und wie Van Helsing sich so als Kopfgeldjäger schlägt. Die einführenden Kapitel lesen sich äußerst gut und reißen einen geradezu mit – den gut geschriebenen Dialogen und Erzähltexten sei Dank. Für bestimmte Begriffe bietet euch Code Realize auch eine erläuternde Ingame-Enzyklopädie an, sogleich diese in vielen Fällen für Leute mit rudimentären Englischkenntnissen eher überflüssig ist und nur in seltenen Fällen als Erinnerungsstütze für spielinterne Fachbegriffe dient.

Die Qual der Wahl
Ganz nach klassischer Visual-Novel-Manier, dürft ihr natürlich auch an bestimmten Stellen selbst bestimmen, wie es weitergehen soll. Wenn beispielsweise die eingangs erwähnten Herren der noch weltunerfahrenen und naiven Cardia erst korrekte Umgangsformen, das Layout Londons und die Kunst der Selbstverteidigung beibringen wollen, dürft ihr entscheiden, bei wem sie in die Lehre gehen soll. Eure Entscheidungen beeinflussen zunächst nur einige kurze Szenen direkt im Anschluss, später teilt sich dann der Weg in einen von fünf spezifischen Pfaden auf – einen für jeden der fünf potentiellen Partner. Und diese Finalkapitel haben es in sich: Sie erzählen unheimlich spannende Einzelgeschichten, welche die letzten Geheimnisse der Truppe lüften und tragische wie herzerwärmende Geschehnisse schildern.

Äußerst zuvorkommend hierbei: Wenn ihr einfach unkompliziert alle Pfade mit den bestmöglichen Enden sehen wollt – was mitunter auch für die Freischaltung der fünften und letzten Geschichte notwendig ist – seid ihr nicht auf blindes Ausprobieren aller Antworten oder Lösungswege aus dem Internet angewesen. In der Path of Genesis getauften Kapitelauswahl könnt ihr nämlich auf Wunsch kurzerhand festlegen, welchen Endteil ihr freischaltet und in besagtem Endteil die Zuneigung eures Partners aufs Maximum setzen. Auf diese Weise können selbst ungeduldigere Naturen die Visual Novel im vollen Umfang genießen.

„Wer spielt das denn bitte schon so weit?“
In technischer Hinsicht präsentiert sich Code Realize mehr als ansehnlich. Die Hintergründe sind detailverliebt gezeichnet, die Charaktere verspielt und doch der Steampunkt-Ära entsprechend passend designt. Kernwendepunkt der Handlung werden durch gelungene Standbilder gestärkt. Man verliert sich recht schnell in diesem faszinierenden Szenario, wobei auch die Soundkulisse ihren Beitrag leistet. Sowohl die gelungene musikalische Untermalung, als auch die japanische Sprachausgabe sorgen für Leben. Die Qualität der (leider lediglich englischen) Texte haben wir ja schon weiter oben angesprochen, allerdings müssen wir an dieser Stelle noch erwähnen, dass diese gen Ende einige Tipp- und Formatierungsfehler aufweisen. Gerade die letzte Route leidet teilweise ziemlich stark darunter. Schade drum!



Fazit:
Code Realize: Guardian of Rebirth mag zwar auf dem Papier ein Otome-Spiel sein und sich damit primär an ein weibliches Publikum richten – was nicht zuletzt an den fünf attraktiven Herren liegt, mit denen sich Cardia anbändeln kann – doch lasst euch davon nicht täuschen. Selbst ohne die süße, romantische Komponente könnte die Visual Novel problemlos bestehen. Die in sich abgeschlossen wirkenden Einstiegskapitel machen euch gekonnt mit der Spielwelt und ihren liebenswerten Bewohnern bekannt und deuten bereits an, dass hier mehr hintersteckt, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Keine der Episoden wirkt unnötig langgestreckt oder langweilig, nichts ist wirklich überflüssig – so muss das sein! Und sobald ihr dann in die charakterspezifischen Kapitel übergeht und ihr die tiefer liegenden Geheimnisse ergründet, lässt euch das Spiel nicht mehr so schnell los. Schade ist lediglich, dass gerade zu besagten Endteilen hin die Qualitätskontrolle der englischen Lokalisierung deutlich nachgelassen hat und sich daher einige Formatierungs- und Textfehler bemerkbar machen. Doch das ändert nichts daran, dass Freunde guten Lesestoffs sich unbedingt Code Realize vormerken sollten.

Happily Ever After mit Victor: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Spannende, romantische Erzählungen aus Steampunk-London, die man sich auch als Mann zutrauen darf.

Wertung

STORY:

8.0

CHARAKTERE:

8.0

TEXTE:

7.0
8
von 10

Kurzweiliger Einstieg

Gelungen aufgezogene Kapitel

Gut ausgearbeitete Charaktere

Spannende Geschichten

Kein wildes Ausprobieren zum Erreichen aller Routen notwendig

Gelungene Präsentation

Bemerkbare Textfehler gegen Ende

Beinahe redundante Enzyklopädie

Keine deutschen Texte

Wie werten wir?

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