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Spielname:
Norn9: Var Commons

Typ:
PSN Spiel

PSN Preis:
34,99 €

Publisher:
Aksys Games

Developer:
Idea Factory

Genre:
Sonstiges

Release:
04.11.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Ohne Alterseinstufung

Screenshots:
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Review: Norn9: Var Commons

Tjark Michael Wewetzer, 11.02.2016

2003°

0

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Schulausflüge sind ätzend. Zumindest dann, wenn man im Grundschulalter schon in irgendeinen Kongresssaal gezerrt wird, um dort etwas zu lernen. Das ist auch die Ausgangssituation, mit der sich Sorata Suzuhara aus Norn9: Var Commons konfrontiert sieht. Doch wie heißt es so schön: Erstens kommt immer alles anders und zweitens als man denkt. Plötzlich hört Sorata – und nur Sorata – ein seltsames Lied, schläft ein und findet sich nach dem Erwachen im Japan des frühen 20. Jahrhunderts wieder, einige Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Klingt interessant? Dann finden wir doch heraus, was Norn9 aus dieser Prämisse macht.

Zu neuen Ufern
Um den befremdlichen Ereignissen noch eins draufzusetzen, macht Sorata schon bald mit einem pinkhaarigem Mädchen Bekanntschaft, das sich selbst an praktisch nichts erinnern kann, wohl aber zu wissen glaubt, bald von jemandem abgeholt zu werden. Die junge Dame verspricht, dem in der Vergangenheit gestrandeten Grundschüler zu helfen – und dieser staunt nicht schlecht, als sie ihn zu einem gewaltigen Luftschiff führt, das zwei weitere Mädchen und acht Jungs beherbergt. Sie alle befinden sich auf einer Reise, die von einem mysteriösen Wesen namens The World veranlasst wurde, und bis auf Sorata beherrschen die Passagiere zudem allesamt eine übersinnliche Fähigkeit. Diese müssen sie auch sehr bald zur Geltung bringen, denn plötzlich wird das Schiff von einem bewaffneten Eindringling überfallen, der sich zwar schnell zurückzieht, wohl aber eine spürbare Bedrohung für die Besatzung darstellt.

An dieser Stelle zeigt Norn9 bereits seine Besonderheit in der Erzählstruktur: Statt euch erst über diverse Auswahlmöglichkeiten für eine der diversen Routen – neun in der Zahl – zu entscheiden, sucht ihr euch an dem oben genannten Wendepunkt der Geschichte eine der drei Heldinnen aus, mit der ihr die folgenden Ereignisse erleben wollt, und dürft am Ende des folgenden Kapitels auch sogleich euren Wunsch-Partner auswählen. Der geistig abwesend wirkenden Koharu, der strengen Mikoto und der stillen Nanami stehen dabei jeweils drei der neun Herren zur Auswahl, wobei einer davon zunächst durch den Abschluss anderer Pfade freigeschaltet werden muss. Unentschlossene Naturen können übrigens auch auf die Empfehlungen des Spiels zurückgreifen und die Geschichten in einer vorgeschlagenen Reihenfolge erleben.

Was ist bloß los in dieser Welt?
Das ist recht praktisch, da ihr in dem recht kompakten Einführungskapitel noch ziemlich wenig über die zahlenmäßig große Crew erfahrt. Der Fokus der Routen liegt damit eingangs auch auf der Ausarbeitung der Charaktere – der mysteriöse Eindringling vom Ende des Prologs ist bei einigen Story-Strängen zunächst praktisch komplett vergessen, stattdessen erfahrt ihr mehr über die Eigenheiten der mal mehr, mal weniger sympathisch wirkenden Herren. Dabei werdet ihr gelegentlich vor kleine Entscheidungsmöglichkeiten gestellt, bei denen ihr häufig lediglich die nächsten paar Dialogzeilen beeinflusst. Manche davon steigern jedoch auch die Zuneigung zu eurer gewählten Heldin, die euch auf eines von durchschnittlich zwei Enden pro Route zusteuern lässt – optional könnt ihr euch sogar anzeigen lassen, ob eure Wahl tatsächlich zum gewünschten Ergebnis geführt hat und bei Nichtgefallen kurzerhand zurückspulen. Das dämmt den Frust und die Versuchung, nach einem Lösungsweg zu greifen, ungemein ein, wenn man einfach nur gut durch die Visual Novel kommen möchte. Natürlich steht es euch genausogut frei, die Hilfen abzuschalten.

Leider bleibt von der Handlung von Norn9 relativ wenig hängen. Die gelegentlichen Mysterien wie zum Beispiel der Sinn und Zweck der Reise oder was es mit dem rätselhaften Fremden auf sich hat, der eingangs das Schiff überfällt, werden beinahe nebensächlich geklärt. Dadurch fühlt sich auch der Komplettabschluss des Spiels irgendwie unbefriedigend an – enttäuschend. Auf der anderen Seite ist zumindest der romantische Part dieses Otome-Spiels gelungen. Alle Charaktere verfügen über verschiedene, bunte Persönlichkeiten, die äußerst gut zusammenspielen. Euch wird zwar nicht unbedingt jeder einhundertprozentig ans Herz wachsen, aber bei einer Auswahl von neun Herren ist sowas praktisch zu erwarten.

Such pain. Very hurt.
Was leider eher nicht zu erwarten war, ist die teils eher mäßige (englische) Lokalisierung des Spiels. Klar, die Texte sind größtenteils schlüssig und verständlich, doch immer wieder sind wir über kleinere oder größere Fehler und auch die ein oder andere unsinnige Anspielung auf die Internetkultur gestoßen. Letzteres wirkt angesichts des Szenarios schon irgendwie unpassend. Auf der anderen Seite verwöhnt euch der Titel mit anständigen Zeichnungen, schöner Musik, japanischer Sprachausgabe und – dank der neun Story-Pfade – reichlich Umfang. Kleine Boni in Form von Kurzgeschichten und einem Minispiel namens NornQuest gibt es ebenfalls, wobei letzteres von euch kaum mehr als Dauergehämmer auf die X-Taste fordert, um Zufallsereignisse im RPG-Stil automatisch durchzuspielen. So wirklich notwendig ist das ohnehin nicht, da ihr auf diese Weise lediglich Punkte für den mit den erwähnten Kurzgeschichten und anderen Nettigkeiten ausstaffierten Ingame-Shop einsackt und ihr zum Leerkaufen des Ladens keine furchtbar große Anzahl von Punkten braucht.



Fazit:
Norn9: Var Commons ist beileibe keine uninteressante oder gar schlechte Visual Novel. Die Struktur des Spiels erspart euch beim Austüfteln der Story-Stränge viel Herumprobiererei, wählt ihr doch praktisch in den ersten beiden Kapiteln direkt, mit welcher der drei Protagonistinnen ihr euch mit welchem der neun hübschen Jungs anbändelt. Danach sorgt ihr über weitestgehend einfach durchschaubare Auswahlmöglichkeiten dafür, dass eure Zuneigung für das beste Ende steigt. Doch die Geschichte, die alles zusammenkittet, will nicht so ganz zünden. Soratas Schicksal zum Beispiel? Wird fast das ganze Spiel über praktisch gar nicht beleuchtet, er selbst verschwindet nämlich so ziemlich von der Bildfläche. Die Handlung wirkt dadurch beinahe wie schmückendes Beiwerk für die Romanzen, die hier eindeutig im Vordergrund stehen. Das ist für ein Otome-Spiel jetzt natürlich nicht unbedingt verkehrt und die Beziehungen sind auch gut erzählt, nur verschenkt Norn9 damit ziemlich viel vom eigentlich interessanten Setting. Der gelegentliche Qualitätsschluckauf, unter dem die englische Spielversion leidet, drückt zudem ebenfalls den Gesamteindruck. Dennoch können liebesbedürftige Lesefreunde gerne einen Blick in das Luftschiff werfen, denn trotz aller Stolpersteine bereitet die Reise unterm Strich immer noch Freude.

Leidet unter tierischer Flugangst: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Die Rahmenhandlung lässt zwar etwas zu wünschen übrig, die Charaktere machen es aber gekonnt wieder wett.

Wertung

STORY:

6.0

CHARAKTERE:

8.0

TEXTE:

6.0
7
von 10

Vielfältige Charaktere

Interessante Story-Aufteilung…

…mit teils beträchtlich unterschiedlichen Routen

Angenehme Musik

Kerngeschichte beinahe nebensächlich

Verschenkt viel vom Setting

Lokalisierung mit Fehlern

Keine deutschen Texte

Wie werten wir?

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