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Spielname:
Valkyrie Drive: Bhikkhuni

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
PQube

Developer:
Meteorise

Genre:
Action

Release:
30.09.2016 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Ohne Alterseinstufung

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Review: Valkyrie Drive: Bhikkhuni

Tjark Michael Wewetzer, 16.10.2016

952°

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„Weaponised women powered by pleasure“ - das ist mal eine Ansage, die sich da auf der Verpackungsrückseite von Valkyrie Drive: Bhikkhuni befindet. Das neue Franchise von Senran Kagura-Schöpfer Kenichiro Takaki hält sich zumindest im Marketing nicht mit dem offensichtlichen Reiz des Spiels zurück. Doch wie wir ja alle wissen, macht der (in diesem Fall wohl hauptsächlich männliche Spieler ansprechende) optische Reiz allein noch lange kein gutes Spiel und auch wenn die Senran Kagura-Titel allesamt spaßige Brawler sind, blieb stets einiges an Luft nach oben. Wie schlägt sich also nun Valkyrie Drive? Wir sind mit dem Spielchen auf Tuchfühlung gegangen, um der Frage nachzugehen.

Die etwas andere Therapie
Der umfangreiche Story-Modus – dessen Geschichte lediglich mit englischen Untertiteln erzählt wird – gibt bereits im Intro schnell die Marschrichtung an: In der Welt von Valkyrie Drive leiden diverse Mädchen unter einem mysteriösen Virus, das ihnen die Möglichkeit verleiht, sich entweder in eine Waffe zu verwandeln oder diese Waffen im Kampf zu führen. Blöderweise steigert diese Infektion auch die Aggression der Patientinnen, weswegen sie zur Behandlung auf künstlich erschaffenen Inseln untergebracht werden. Eine davon ist das titelgebende Eiland Bhikkhuni, das neben zahlreichen normalen Kandidatinnen auch eine kleine Gruppe Sonderlinge umfasst, die beide Virusstränge in sich tragen und somit als Extar – also lebende Waffen – oder Liberator – die Waffenträger – fungieren können. Tja, und wie kriegt man die Aggressionsimpulse unter Kontrolle? Mit Kämpfen. Vielen, vielen Kämpfen.

Auch wenn die Handlung des Spiels in zahlreichen ausschweifenden Dialogsequenzen erzählt wird, lässt sich knapp die Hälfte davon auf den obigen Absatz herunterbrechen. Sie wirkt viel mehr wie eine Ausrede dafür, die insgesamt sieben spielbaren Charaktere aufeinander und auf ihre jeweiligen Lehrer und Beschützer loszulassen – ziemlich mau. Gegen Ende gewinnt der Plot zwar an Fahrt, wenn es um die Geheimnisse der Insel geht, doch bis dahin mag man womöglich schon hoffnungslos abgeschaltet haben, weil auch die Charaktere allesamt platt und langweilig wirken. Wo Senran Kagura noch reichlich Witz und Charme in die Dialoge mischte, fühlt sich Valkyrie Drive entgegen der Oberweiten der Protagonistinnen irgendwie einfach flach an. Schade, gerade weil gegen Ende einige starke Punkte angesprochen werden.

Ritt der Walküren
Aber gut, ihr habt mit Sicherheit nicht der dramatischen Handlung wegen euer Auge auf dieses Spiel geworfen. Nein, das Gameplay zählt natürlich deutlich mehr und macht einen deutlich durchdachteren Eindruck als das übermäßig simpel gestrickte Schwesterspiel mit den Ninjamädchen. Viele der Missionen schicken euch in umfangreiche Gebiete, die nach klassischer Brawler-Manier durchlaufen werden. Soll heißen: Ihr bewegt euch durch hübsche 3D-Areale, werdet gelegentlich in einem Gebiet eingeschlossen und könnt erst dann weiter, wenn ihr alles verdroschen habt, was sich daraufhin in eure Nähe teleportiert. Die Kombos der Charaktere sind dabei anfangs noch simpel, was der Drive-Mechanik verschuldet ist. In insgesamt vier Stufen könnt ihr mit einem ausreichend gefüllten Synchro-Balken, der sich durch einfache Hiebe aufladen lässt, einen Gang hochschalten und so euer gesamtes Kampfpotential entfalten – einzige Voraussetzung dafür ist, dass der Extar-Level eures Partners hoch genug ist, was ihr wiederum über durch gewonnene Erfahrungspunkte erwirkt.

Bis dahin haltet ihr euch mit den so genannten Phantom-Moves auf Trab, über die ihr mit Hochgeschwindigkeitssprints eure Gegner durch die Luft wirbelt und auf diese Weise euren Angriffskraft-Multiplikator erhöht, der auf dem Niveau so lange bestehen bleibt, wie ihr eure Kombo halten könnt. Da sich diese Phantom-Techniken äußerst wuchtig anfühlen, sorgt das für ein ziemlich befriedigendes und auch taktischeres Spielerlebnis. Im fortschreitenden Spiel merkten wir jedoch schnell, dass der ganze Terz ziemlich überflüssig ist – ein halbwegs aufgelevelter Liberator kann bereits durch die Drive-Boni, die ebenfalls eure Angriffskraft erhöhen, mühelos durch die Gegnerhorden fegen. Bei Bosskämpfen mit den anderen Mädels und den in Riesenrobotern auftretenden Lehrern der Insel sind diese Techniken sogar praktisch nutzlos, da sie sich nur schwer oder gar nicht davon erfassen lassen. Damit verkommen späte Gefechte schnell zu simplen Matches, bei denen ihr möglichst schnell euren Drive-Level hochtreibt und dann alles, was euch im Weg steht, durch simples Button-Gehämmere wegfegt.

Erwartungsgemäß viel fürs Auge
Was wiederum gefällt: Statt euch einfach im Sauseschritt durch die Level marschieren zu lassen, animiert Valkyrie Drive in vielen Stufen dazu, die Umgebung genauestens zu erkunden. Nur zu gerne verstecken die Macher nämlich Medaillenstücke, Herausforderungsmissionen und Bonuskammern, die allesamt eine Art Belohnung enthalten – neue Kleidungsstücke! Gut, der Lohn mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch tatsächlich zeigen die vielen versteckten Gegenden, wie durchdacht die Areale gestaltet sind. Hinzu kommt, dass ihr selbst in Missionen, die euch in bereits bekannte Gebiete schicken, nicht unbedingt die selben Pfade nehmt, sondern teils komplett neue Ecken erkundet. Das verleiht dem Spiel etwas mehr Charakter als eine simple Aneinanderreihung von Kämpfen und sorgt für angenehme Ruhemomente zwischen den Actionpassagen. Wer hingegen einfach nur sein Können unter Beweis stellen möchte, kann sich im freischaltbaren Survival- und Challenge-Modus austoben, wo euch Ausdauerkämpfe und Missionen mit bestimmten Bedingungen erwarten.

Stichwort Gestaltung: Die Optik von Valkyrie Drive: Bhikkhuni kann sich im Wesentlichen sehen lassen. Der Glanzpunkt des Spiels sind selbstverständlich die großzügig und detailliert modellierten Charaktermodelle, die – anders als bei den Senran Kagura-Titeln – sogar nicht über verwaschen texturierte Unterwäsche verfügen (wir hätten nie gedacht, so einen Satz mal zu schreiben…). Doch wie schon zuvor angemerkt, sind auch die Umgebungen zumindest stilistisch hübsch und geben nur in der Nahaufnahme preis, dass diverse Objekte sehr grob modelliert oder stark verpixelt auftreten. Das alles geht leider teils sehr zu Kosten der Bildrate, die in wilden Momenten oder bei den Kämpfen mit den Riesenbossen gerne mal den ein oder anderen Knick erleidet. Trotz allem bleibt Valkyrie Drive äußerst gut spielbar.

Über Bugs sind wir dennoch gestolpert, die von „kosmetisch“ bis „nervig“ reichen. Noch verzeihbarerer Natur, wenn auch ungemütlich häufig, sind die zahlreichen Tipp- und Formatfehler bei den englischen Untertiteln. Hier und da sind Buchstaben vertauscht, an anderer Stelle ragen Textteile aus dem Bildschirm, wieder anderorts warten Zahlenkombinationen statt der eigentlichen Dialogzeilen. Ärgerlich, aber kein absoluter Beinbruch. Wirklich störend ist hingegen, dass unter bestimmten Bedingungen Gegner nicht ordnungsgemäß ins Spiel geladen werden und ihr quasi gegen „Luft“ kämpfen müsst – nur dass eure Schläge keine Wirkung zeigen und der Feind euch nach Lust und Laune vertrimmen kann. Geschieht durch ausgelöste Spezialmanöver beim Auftauchen von Gegnern, lässt sich durch den kurzen Aufruf des Pausemenüs beheben (worauf man auch erst einmal kommen muss). Und was wirklich nicht sein sollte: Uns ist das Spiel einige Male in der Kantine komplett abgestürzt. Da ihr nur dort die Beziehungen der Mädels stärken könnt und diese für einige Extras wichtig sind, ist das extrem nervig. Aktiviert also unbedingt die Auto-Save-Funktion, wenn ihr Fortschrittsverluste verhindern wollt!



Fazit:
Valkyrie Drive: Bhikkhuni mag zwar nicht zur Senran Kagura-Reihe gehören, setzt den Trend der Spiele jedoch konsequent fort. Damit meinen wir nicht unbedingt die unbeschwerliche Brawler-Kost, die man uns hier auftischt, auch wenn das definitiv auch zutrifft. Vielmehr sprechen wir darüber, dass das Spiel in Sachen Gameplay abermals einen Schritt nach vorne vornimmt und mit seinem komplexeren Kampfsystem gefällt – man bräuchte lediglich ein paar Gegner, die jetzt auch darauf abgestimmt sind, damit man daraus etwas machen kann. Die weitläufigeren Gebiete mit ihren verborgenen Ecken sind ebenfalls eine nette Neuerung. Leider erweist sich das Spiel auf Dauer als ebenso anspruchslos wie die Schwesterserie, speziell die Bosskämpfe verkommen entweder zu Ausdauermatches oder simplen Spezialmanöver-Showdowns, die in wenigen Schlägen entschieden sind. Die Rahmenhandlung fällt ebenfalls deutlich langweiliger aus als bei der humorvollen Senran Kagura-Reihe und die Bugs, mit denen wir in unserer Testphase zu tun hatten, sorgten auch nicht gerade für Spaß. Trotz allem: Wenn ihr mit den Ninja-Mädels Freude hattet, ist auch Valkyrie Drive einen Blick wert, denn so simpel das alles auch ist, die unbeschwerliche Action macht mit den neuen, wuchtigen Manövern immer noch Laune.

Bergsteiger: Tjark Michael Wewetzer für PlanetVita.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Flotte Action, wuchtige Moves, weitläufige Gebiete – leider enttäuschen Anspruch, Handlung und einige Bugs.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

5.0

TECHNIK:

7.0

TIEFGANG:

7.0
6
von 10

Taktisches Kampfsystem…

Reichlich Missionen

Viele verborgene Extras

Geschmeidig animierte Charaktre

Stimmiges Umgebungs-Design

…das nie richtig genutzt werden muss

Größtenteils langweilige Story

Schwache Bosskämpfe

Ruckelt bei reichlich Bildeffekten gerne ein wenig

Ein paar nervige Bugs

Texte nur auf Englisch…

…und mit vielen Flüchtigkeitsfehlern

Wie werten wir?

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