PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Mary Skelter: Nightmares

Typ:
PSVita-Spiel

Publisher:
Idea Factory

Developer:
Compile Heart

Genre:
Rollenspiel

Release:
22.09.2017 (erschienen)

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:

Review: Mary Skelter: Nightmares

Denis Wewetzer, 03.10.2017

1256°

0

Test mögen: Weitersagen:

Mit der Menge an Fortsetzungen, die wir heutzutage so zu Gesicht bekommen, freut man sich doch immer wieder, wenn mal etwas neues auf den Markt kommt. Und Idea Factory war so freundlich, genau dieses Neue auch nach Europa zu bringen. Hierbei sprechen wir von Mary Skelter: Nightmares, das schon seit geraumer Zeit in Japan erhältlich ist, nun aber auch seinen Weg in unsere Gefilde gefunden hat. Die Entwickler erfinden das Rad dabei allerdings nicht komplett neu und bedienen sich der klassischen Dungeon-Crawler-Mechaniken, um mit ein paar Eigenheiten in genau diesem System zu punkten. Aber ist ihnen das auch gelungen oder haben wir hier ein albtraummäßiges Spiel bekommen? Um das herauszufinden, haben wir uns die Hände sehr, sehr schmutzig gemacht.

Wo die Märchen regieren
In dem Spiel übernehmen wir die Rolle von Jack, seinerseits Gefangener im lebendigen Gefängnis mit dem einprägsamen Namen Jail. Hier werden er sowie alle anderen Gefangenen auch tagein tagaus von den so genannten Märchen, böse Kreaturen, die innerhalb des Jail Wache schieben, gefoltert oder einfach nur in ihrem miserablen Zustand zur Schau gestellt. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem er und seine Zellenkameradin Alice durch die Hilfe eines mysteriösen Mädchen fliehen können und zum Stützpunkt des Widerstandes, der sich Dawn nennt, gebracht wird.

Hier stellt sich heraus, dass es sich bei Alice sowie ihrer Retterin Rotkäppchen und noch ein paar anderen auserkorenen Damen um so genannten Blood Maidens handelt, die in der Lage sind, sich gegen die Märchen zu wehren. Mit der Hoffnung, eines Tages wieder die Sonne sehen zu können, schließen sich die beiden Zellengenossen dem Widerstand an und finden dabei heraus, um was es sich genau bei dem lebendigen Gefängnis handelt. Allerdings müssen sie auch in Erfahrung bringen, dass die Personen des Widerstandes nicht alle so gut sind, wie sie ursprünglich den Anschein machten. Die Geschichte ist dabei sehr eindrucksvoll im Visual Novel-Stil erzählt und gibt gut die Gefühle der Charaktere wieder. Durch diverse kleine Events werden auch die unterschiedlichen Personen gut beleuchtet, sodass man ein Verständnis für die Persönlichkeiten hintern ihnen bekommt. Zum Verständnis sollte allerdings die englische Sprache beherrscht werden, da der Text lediglich in dieser Form daherkommt.

Auf Streife durch das Gefängnis
Was darf man sich nun eigentlich unter einem „lebendigen“ Gefängnis vorstellen? An sich ist es recht einfach: Es handelt sich um einen lebenden Organismus, der Mimikry beherrscht und so in seinem Innern unterschiedliche Objekte nachahmt, allerdings auch menschliches bzw. tierisches Verhalten aufweißt. So handelt es sich bei den Orten, die man auf seiner Reise in üblicher Ego-Perspektive erkundet, um ganz unterschiedliche Areale. Zuerst betritt man beispielsweise recht einfache Straßen, allerdings befinden sich unter den Gebieten auch ein Tempel, der samt Garten voller Bambus daherkommt, oder auch so etwas wie ein Schülerheim. So kommt wenigstens in Bezug auf die Umgebung alle paar Stunden wieder ein wenig Abwechlsung auf.

Die Wege sind dabei ziemlich verzweigt und wenn man nach dem vollständigen Erkunden sich mal die Karte ansieht, wird einem die Größe sehr schnell ins Auge stechen. Die anfänglichen Gebiete sind so noch recht übersichtlich, im Verlaufe des Spiels bekommt man es jedoch auch gerne mal mit Ebenen zu tun, die einem Labyrinth in nichts nachstehen. Dazu kommt, dass diese zum Teil auch mit ein paar Wegsperren daherkommen und man dazu gezwungen wird, sich weiter umzusehen, weil man etwa einen Schalter zum Öffnen einer Tür braucht. Allerdings helfen einem hier die Fähigkeiten der einzelnen Charaktere weiter. Dörnröschen ist zum Beispiel in der Lage einen Pfeil abzuschießen, mit dem sich Schalter von der Ferne aktivieren lassen. Cinderella hingegen beschleunigt das Gehtempo für kurze Zeit beträchtlich. Jeder Charakter, der mit der Zeit mit ins Team kommt, bringt einem eine weitere nützliche Fähigkeiten. So werden auch etwas langwierigere Erkundungen erträglich. Doch wir hätten es hier nicht mit einem Dungeon Crawler zu tun, wenn zwischendurch nicht auch der ein oder andere Kampf auf uns warten würde!

Blut! Ich brauche mehr Blut!
Die grundsätzlichen Züge im Kampfsystem sind die eines jeden anderen rundenbasierten RPGs dieser Art auch. Jede Figur darf eine Aktion ausführen, sobald sie am Zug ist. Dies können einfache Angriffe oder besondere Fähigkeiten sein oder man verteidigt sich. Gegner haben alle unterschiedliche elementare Schwachstellen, durch deren treffen man mehr Schaden anrichtet. Außerdem werden sowohl die eigene Gruppe, als auch die gegnerische in vordere und hintere Reihen aufgeteilt. Charaktere in der vorderen Reihe können mehr Schaden austeilen, stecken dafür aber auch mehr ein – umgekehrt gilt für die in der hinteren Reihe, dass sie weniger Schaden einstecken, sie dafür aber auch weniger austeilen (was jedoch durch Fernkampfwaffen oder Zauber ausgeglichen werden kann).

Besonders wird es mit dem Blut-System. Trifft man den Schwachpunkt eines Feindes, tötet diesen mit einer besonders starken Attacke (Overkill) oder mit besonderen Angriffen, dann spritzt das (rosafarbene) Blut nur so herum und füllt so die Blutanzeige der Charaktere. Hat sich dann die Blutleiste vollständig gefüllt, geht der entsprechende Charakter in den Massaker-Modus über, in dem dieser über erhöhte Statuswerte verfügt und spezielle, besonders starke Angriffe ausführen kann. Allerdings muss man hiermit ein wenig vorsichtig umgehen: Stecken die Maidens zu viel Schaden ein, färbt sich die Blutleiste dunkler und es besteht die Gefahr, in den Skelter-Modus zu gehen. In diesem Fall verliert man die Kontrolle über den Charakter und dieser greift wahllos sowohl Feind als auch Freund an – und das mit noch wesentlich stärkeren Statuswerten als schon im Massaker-Modus. Hier kommt allerdings Jack ins Spiel, der in den Kämpfen ebenfalls Züge spendiert bekommt. Er ist nämlich in der Lage, die Korrumpierung der Blutleiste zurück zu setzen – auf Kosten seines eigenen Blutes, von dem er logischerweise nicht unbegrenzt zur Verfügung hat. Das Managen der Blutleiste alleine ergibt allerdings bereits einen netten taktischen Aspekt, der in Kämpfen gerne über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.

Über Albträume und das Klassenverständnis
Einfache Märchen sind allerdings nicht das einzige Unheil, das einem in den Dungeons auflauert. Jedes Areal hat nämlich auch einen Nightmare – sehr mächtige, als unsterblich geltende Gegner, die frei herumlaufen. Um sie herum befindet sich nur Dunkelheit, sodass es immer leicht zu erkennen ist, sollte sich einer in der Nähe befinden. Wird man aber dennoch einmal erwischt, beginnt die Jagd. In dieser verfolgt einem der Nightmare in Echtzeit, sodass tatsächlich Geschwindigkeit in der Navigation gefragt ist. Wird man einmal eingeholt, geht es zum direkten Kampf gegen den Supergegner vor. Man kann sich hier aber auch dadurch retten, dass man den Nightmare ausknockt und dann Fersengeld gibt. Im Verlaufe der Geschichte bekommt man außerdem die Möglichkeit, die Albträume ein für alle Mal auszuschalten, sodass man sich anschließend nicht mehr um diese Sorgen muss.

Sollte man allerdings irgendwie mal in Bedrängnis kommen, könnte es helfen die unterschiedlichen Einrichtungen im Hauptquartier von Dawn zu nutzen. In diesen ist es nämlich nicht nur möglich neue Ausrüstung oder Heilgegenstände zu erwerben, erhaltene Ausrüstung kann auch gestärkt werden und - viel wichtiger - den Charakteren können unterschiedliche Klassen zugewiesen werden. Jede der Damen besitzt insgesamt fünf unterschiedliche Klassen, die alle mit ihren eigenen Besonderheiten daherkommen. Alice beginnt zum Beispiel in der Kämpfer-Klasse und ist damit recht vielseitig, allerdings mehr auf das Austeilen von Schaden bedacht. Sie kann jedoch auch zum Paladin wechseln, der mehr zum Schutz der eigenen Reihen da ist und dementsprechend auch andere Fähigkeiten besitzt. Sobald ein Charakter allerdings einmal eine Klasse freigeschaltet hat, kann er in jedem anderen Job auch auf die Fähigkeiten des nun nicht mehr ausgewählten Berufs zurückgreifen. Daher kann es sich bereits lohnen manche Jobs freizuschalten, auch wenn man nicht unbedingt in diesen bleiben möchte.

Grafik
Passend zu dem nicht zu weiter in der Vergangenheit zurückliegenden Testbericht von Danganronpa haben wir hier einen weiteren Titel, der eher bizarr wirkt und auf diverse obskure Darstellungen setzt. Diese sind allerdings alle recht schön in Szene gesetzt. Die Charaktermodelle der eigenen Reihe werden dabei immer lediglich in 2D-Bildern angezeigt, diese sind dafür aber äußerst schön anzusehen. Alle Feinde habe 3D-Modelle spendiert bekommen, diese sind dafür leider nicht so detailliert, wie es die Charakterportraits unserer Hauptfiguren sind. Die Umgebungen sind alle recht schön anzusehen und weisen keine großen Schnitzer auf, sodass sie definitiv ihr Soll erfüllen. Durch die unterschiedlichen Themen der Areale kommt auch die notwendige Abwechslung auf, sodass man sich so schnell nicht satt sieht.

Sound
Der auditive Präsentation hingegen ist etwas in den Hintergrund gerückt anscheinend. Die Menge an Tracks scheint recht begrenzt zu sein, sodass man häufig die gleichen Songs wieder hört und gerade da man ziemlich viel Zeit sowohl in den Dungeons, als auch in Kämpfen verbringt, ist es etwas schade. Da hätte ein bisschen mehr Abwechslung definitiv gut getan. Ansonsten tut der Soundtrack allerdings gut darin, die teilweise bizarren Darstellungen zur unterstreichen oder emotionale Szenen mit der entsprechenden Musik zu untermalen.

Fazit:
Typischerweise bin ich immer etwas skeptisch in Bezug auf Dungeon Crawler, da sie mir persönlich häufig etwas zu grindlastig sind oder aber ich mich mit der Menge an Anpassungsmöglichkeiten nicht anfreunden kann. Bei Mary Skelter: Nightmares ist keine meiner Ängste diesbezüglich eingetreten. Ja, es gibt diverse Anpassungsmöglichkeiten, allerdings sind diese in einem Rahmen, der recht einfach überschaubar ist und man sich somit nie wirklich überfordert fühlt. Außerdem kommt nicht wirklich das Gefühl der Levelgrindpflicht auf, da man mit der Zeit diverse Fähigkeiten bekommt, mit denen man ganz gut zurecht kommt. Dafür sind allerdings auch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade gut. Zudem hat mich die Atmosphäre des Spiels einfach unfassbar schnell gepackt und mit Jack sowie den ganzen Blood Maidens hat man viele liebevolle Figuren, mit denen man gerne die ganzen Gefahren hinter sich bringt. Wer ein Freund von Dungeon Crawlern ist, findet hier wieder gutes Futter und auch Neueinsteiger sollten sich durchaus zurecht finden können.

Geht mit einem Quintet aus Glaskanonen auf die Albtraum-Jagd: Denis Wewetzer für PlanetVita.de

Vielen Dank an Idea Factory International für die freundliche Bereitstellung des Rezensionscodes!

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Schöner Dungeon-Crawler mit diversen taktischen Elementen und gelungenen eigenen Aspekten

Wertung

STORY:

7.0

SPIELWELT:

9.0

GAMEPLAY:

8.0
8
von 10

Passender Soundtrack…

Diverse Areale zu erkunden…

Hübsche Charaktermodelle

Abwechslungsreiche Umgebungen

Viele Anpassungsmöglichkeiten

Gelungene Präsentation

Gute Geschichte

…dem etwas Abwechslung fehlt

…die teilweise zu groß ausfallen

Keine deutsche Lokalisation

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

0 Kommentare